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Schon wieder frühes Aus
Kerbers verflixtes Jahr 2017

Angelique Kerber scheitert an Naomi Osaka
Angelique Kerber scheitert an Naomi Osaka FOTO: ap, TW JJ
Düsseldorf. Nach dem Traumjahr 2016 läuft es für Angelique Kerber in 2017 überhaupt nicht rund. Die Pleite in der ersten Runde der US Open gegen Naomi Osaka war nicht das erste frühe Aus. Für die ehemalige Weltranglistenerste ist es ein Jahr zum Vergessen.

Angelique Kerber sehnte sich nach ihrer peinlichen Pleite 3:6, 1:6-gegen die Japanerin Naomi Osaka nur noch nach Ruhe. In Polen will sich die Kielerin nun bei ihren Großeltern erholen – von dem enttäuschenden Aus in New York und dem bislang enttäuschenden Jahr 2017.

Im vergangenen Jahr lief es für Kerber wie am Schnürchen. Sieg bei den Australian Open im Januar, Sieg in Wimbledon, Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, Sieg bei den US Open. Durch ihre Erfolge eroberte Kerber Platz eins der Weltrangliste.

Immer wieder frühe Niederlagen

Der Rummel um ihre Person wurde immer größer, die Konzentration auf das Sportliche litt unter den Presse- und Sponsorenterminen. In New York scheiterte Kerber wie bei den French Open in Paris in Runde eins, bei den Australian Open und in Wimbledon kam sie nicht über das Achtelfinale hinaus. Hinzu kommen Erstrunden-Niederlagen bei ihrem Heimturnier in Stuttgart und in Rom. 2017 steht für Kerber noch kein Turniersieg zu Buche.

Fragen und Antworten zu Angelique Kerbers Krise

Doch Kerber will die Pflichten mit Medien und Sponsoren nicht als Ausrede für die Niederlage in New York benutzen. "Ich kenne das ja schon", sagte die Weltranglisten-Sechste. "Ich habe es jetzt einigermaßen hinbekommen. Ich weiß genau, wie ich meinen Tagesablauf koordiniere." Viel mehr fehlt der gefallenen Weltranglistenersten das Selbstvertrauen – und Spielpraxis. "Ich hatte diese Saison viel weniger Spiele als 2016. Aber ich bin eine, die die Matches braucht", sagte Kerber nach ihrem K.o. in New York: "Ich habe in den letzten Monaten sehr hart trainiert. Aber Matches sind dann einfach etwas anders", sagte Kerber, die bei den US Open erst als zweite Titelverteidigerin überhaupt in der ersten Runde scheiterte. 2017 steht Kerbers Bilanz bei 25 Siegen und 18 Niederlagen. Im vergangenen Jahr absolvierte sie 81 Matches – so viele wie keine andere Spielerin.

Besonders eine Statistik ist aber charakteristisch für die vergangenen acht Monate. Während Kerber in ihrem Märchenjahr 2016 24 Erfolge gegen Top-20-Spielerinnen feierte, verlor sie seit Januar sämtliche neun Duelle gegen Konkurrentinnen dieser Güteklasse. Vor den abschließenden Turnieren in Asien hat sie zwar fast genauso viele Niederlagen wie im gesamten 2016 auf dem Konto (18:19), allerdings noch nicht mal die Hälfte der Siege eingefahren (25:64).

Absturz aus den Top Ten

Kerber, die 2016 zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gewählt wurde, fällt durch die Pleite aus den Top Ten der Weltrangliste. Außerhalb der besten Zehn war die Linkshänderin zuletzt im Mai 2012 gelistet. Ein Jahr außerhalb der Top Ten abgeschlossen hat die deutsche Vorzeigesportlerin zuletzt 2011 als Nummer 32. Damals leitete zuvor der sensationelle Halbfinaleinzug bei den US Open nach einer tiefen Krise den Aufstieg in die Weltspitze ein.

Und Kerber blickt optimistisch in die Zukunft. "Für mich ist wichtig, dass ich weiß, was ich kann. Man darf den Kopf nicht in den Sand stecken", betonte Kerber: "Ich weiß, dass ich aus dem Tief rauskommen werde, und ich gebe nicht auf."

(seeg/sid)
 
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