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US Open in New York
Kvitova erlebt Happy End nach brutaler Messerattacke

Kvitova schaltet Muguruza aus
Kvitova schaltet Muguruza aus FOTO: dpa, KW hjb
Ausgerechnet Petra Kvitova hat auf der schillerndsten aller Tennis-Bühnen für eine Überraschung und ihr vorläufiges Happy End gesorgt. Die zweimalige Wimbledonsiegerin aus Tschechien, die im Dezember 2016 Opfer einer brutalen Messerattacke geworden war, zog ins Viertelfinale der US Open ein und darf von ihrem ersten New-York-Titel träumen.

Kvitova schaltete die formstarke Garbine Muguruza (Spanien/Nr. 3) in einem spannenden und hochklassigen Achtelfinale mit 7:6 (7:3), 6:3 aus. "Ich bin einfach nur glücklich. Nach meiner Rückkehr genieße ich jeden dieser Momente noch mehr", sagte die an Position 13 gesetzte Kvitova.

Vierstündige Operation nach Verletzung an Schlaghand

Es ist ihr bislang bestes Abschneiden bei einem Grand-Slam-Turnier seit ihrem Comeback im Frühjahr. Die Linkshänderin war am 20. Dezember 2016 in ihrem Appartment im tschechischen Prostejov überfallen und von einem bislang nicht gefassten Einbrecher mit einem Messer schwer an der Schlaghand verletzt worden. Es folgte eine vierstündige Operation, bei der Schädigungen an fünf Sehnen und zwei Nervensträngen behoben wurden.

"Ich wusste damals nicht, wo die Reise hinführt. Jetzt stehe ich hier und erlebe ein Happy End", meinte die sichtlich bewegte Kvitova vor 23.711 Zuschauern im ausverkauften Arthur-Ashe-Stadium. Ihr Team in der Box trug wie gewohnt die blauen T-Shirts mit der Aufschrift "Courage, Belief" und dem tschechischen Begriff "Pojd" ("auf geht's").

Doch der Übergriff hat Spuren hinterlassen. "Ich bin ängstlicher geworden, und mein Leben ist immer noch ein bisschen komisch. Ich hoffe, eines Tages wird es wieder normal sein."

Die 27-jährige Kvitova trifft in ihrem zweiten New-York-Viertelfinale nach 2015 am Dienstag auf Venus Williams (Nr. 9). Die 37-jährige Amerikanerin, Flushing-Meadows-Gewinnerin von 2000 und 2001, hatte sich mit 6:3, 3:6, 6:1 gegen Carla Suarez Navarro aus Spanien durchgesetzt. Wimbledonsiegerin Muguruza indes verpasste die Chance, Branchenführerin Karolina Pliskova (Tschechien) von der Spitze des Rankings zu verdrängen.

Sevastova schaltet Scharapowa aus

In einem weiteren Duell um den Sprung ins Semifinale stehen sich Anastasija Sevastova (Lettland/Nr. 16) und Sloane Stephens (USA) gegenüber. Sevastova hatte die russische Wildcard-Inhaberin Maria Scharapowa mit 5:7, 6:4, 6:2 ausgeschaltet. "Ich nehme trotzdem viele positive Dinge mit. Ich habe gemerkt, wie mir dieser Wettkampf auf Grand-Slam-Niveau gefehlt hat", betonte Dopingsünderin Scharapowa nach ihrer ersten Major-Teilnahme seit Januar 2016.

Stephens hatte sich mit 6:3, 3:6, 6:1 gegen Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 30) durchgesetzt.

Bei den Männern stehen in der unteren Hälfte des Tableaus nur Spieler außerhalb der Top Ten im Viertelfinale. Am höchsten ist dabei Pablo Carreno Busta (Spanien/Nr. 12) platziert, der gegen den 18 Jahre alten Qualifikanten Denis Shapovalov (Kanada) mit 7:6 (7:2), 7:6 (7:4), 7:6 (7:3) die Oberhand behielt.

Carreno Busta bekommt es in der Runde der letzten Acht mit Diego Schwartzman (Nr. 29) zu tun. Der nur 1,70 Meter große Argentinier schaffte beim 7:6 (7:5), 7:5, 2:6, 6:2 gegen Lucas Pouille aus Frankreich (Nr. 16) eine Überraschung. Der Amerikaner Sam Querrey (Nr. 17) fordert nach dem 6:2, 6:2, 6:1 gegen Mischa Zverev (Hamburg/Nr. 23) nun Kevin Anderson heraus. Der an Position 28 gesetzte Südafrikaner wurde seiner Favoritenrolle beim 6:4, 6:3, 6:7 (4:7), 6:4 gegen den 35-jährigen Paolo Lorenzi aus Italien gerecht.

(seeg/sid)
 
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