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Wimbledon
Kerber kann doch noch siegen – Lisicki im Eiltempo weiter

Kerber nimmt Auftakthürde mühelos
Kerber nimmt Auftakthürde mühelos FOTO: afp
London. Angelique Kerber hat ihr erstes Grand-Slam-Match seit dem Triumph von Melbourne gewonnen, Sabine Lisicki an ihrem "magischen Ort" einen ersten Schritt aus ihrer Dauerkrise gemacht. Wäre Philipp Kohlschreiber nicht zum dritten Mal beim dritten Major der Saison krachend gescheitert, es wäre ein rundum gelungener Auftakt für die deutschen Hoffnungsträger in Wimbledon geworden.

"Nach dem Match war es Erleichterung pur, ich bin froh, so ins Turnier gefunden zu haben", sagte Kerber nach dem 6:2, 6:2 gegen die Britin Laura Robson: "Ich war ein wenig nervös vor dem Match. Die erste Runde bei einem Grand Slam ist immer hart."

Die Weltranglistenvierte, die bei den French Open in Paris völlig überraschend im ersten Match ausgeschieden war, folgte Lisicki, Carina Witthöft und Anna-Lena Friedsam in die zweite Runde, in der überraschend auch Mona Barthel steht. Die 25-Jährige aus Neumünster gewann nach langer Krankheit ihr erstes Match nach sechs Monaten mit 6:2, 7:6 (7:3) gegen Danka Kovinic (Montenegro).

Fotos: Lisicki macht kurzen Prozess mit Rogers FOTO: ap, TH LT

Kusshände für die Fans

Während Kerbers Erfolg trotz der verpatzten Sandplatzsaison erwartbar gewesen war, zeigte Lisicki einmal mehr, was die Plätze im All England Club in ihr bewirken können. Nach dem 6:1, 6:3 in nur 59 Minuten gegen die schwache Shelby Rogers aus den USA kostete die einstige Finalistin jeden Moment auf dem Heiligen Rasen aus. Ausgiebig warf sie den Zuschauern Kusshände zu, erfüllte auch den letzten Autogrammwunsch und posierte lachend für jedes Selfie.

Sie habe die Magie gespürt, sagte Lisicki später: "Es hilft ungemein, an einen Ort zurückzukommen, dem man vertraut und an dem man so viele Fans hat." 2013 hatte Lisicki ganz London verzückt, als sie das Endspiel erreichte. "Bum-Bum-Bine" war geboren. Dreimal stand sie zudem im Viertel-, einmal im Halbfinale an der Church Road. Der Rasen passt perfekt zu ihrem kompromisslosen Spiel, selbst dann, wenn sie derart verunsichert anreist wie in diesem Jahr.

Fotos: Carina Witthöft präsentiert sich bei Instagram und Co.

Bittere Tränen hatte Lisicki nach ihrem Erstrunden-Aus in Paris vergossen, die Trennungen von Lebensgefährte Oliver Pocher, Trainer Christopher Kas und ihrem Management hatten ihr zugesetzt. Zwei Wochen habe sie danach mit ihrem neuen Coach Salvador Navarro in Spanien "richtig hart geackert, nur trainiert, gegessen und geschlafen. Ich musste wieder ganz unten anfangen", erzählte Lisicki, die auf Platz 81 der Weltrangliste abgerutscht ist.

Lisicki nun gegen Stosur

In Runde zwei trifft sie auf die frühere US-Open-Siegerin Samantha Stosur. Die erfahrene Australierin weiß, wie gefährlich Lisicki sein kann. Egal, was war, "wenn sie hier auf die Anlage kommt, fühlt sie sich wahrscheinlich wie die Nummer eins der Welt". Vor drei Jahren hatte Lisicki Stosur auf dem Weg ins Endspiel bezwungen, 2011 hatten sie als Duo das Doppelfinale erreicht.

Für Kohlschreiber endete derweil auch das dritte Grand-Slam-Turnier der Saison mit einer Enttäuschung. Deutschlands Nummer eins unterlag dem Franzosen Pierre-Hugues Herbert 5:7, 3:6, 6:3, 3:6. Der 32-Jährige haderte mit seiner Leistung und der Vorbereitung. Eine Hüftverletzung hatte den an Position 21 gesetzten Augsburger behindert. "Ich war nicht bei 100 Prozent", gab Kohlschreiber zu: "Es ist schwierig zu sagen, dass es heute Spaß gemacht hat da draußen."

Spaß hatte Fed-Cup-Teamchef Barbara Rittner an den Auftritten ihrer Youngster Carina Witthöft (Hamburg) und Anna-Lena Friedsam (Neuwied). Witthöft (21) besiegte die Nummer 25 der Setzliste, Irina-Camelia Begu (Rumänien) 6:1, 6:4. Friedsam (22) gewann gegen Sarina Dijas (Kasachstan) 6:4, 6:0.

Ausgeschieden sind neben Kohlschreiber auch Laura Siegemund (Metzingen), Julia Görges (Bad Oldesloe) und Jan-Lennard Struff (Warstein).

(seeg/sid)
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