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24 Stunden nach Aus in Wimbledon
Der Bundesliga-Alltag hat Dustin Brown wieder

Brown scheidet nach Sensation gegen Nadal aus
Brown scheidet nach Sensation gegen Nadal aus FOTO: afp, rb
Nach den Feiertagen von Wimbledon stand für Dustin Brown wieder der Alltag auf dem Programm. Am Sonntag traf der weltweit gefeierte Nadal-Bezwinger in Köln in der Bundesliga auf Blau-Weiß Krefeld.

Der Alltag hatte Dustin Brown in Rekordzeit eingeholt. Keine 24 Stunden nach dem Ende seines denkwürdigen Wimbledon-Abenteuers schlurfte der Deutsch-Jamaikaner über die Sandplätze im Kölner Stadtwald. 1000 Zuschauer verfolgten Browns Sieg für den THC Rot-Weiss gegen den Italiener Luca Vanni in der Tennis-Bundesliga.

Die Weltpresse war diesmal nicht vor Ort, Brown musste nach dem 6:3, 6:3 keine Interviews für ESPN, Fox Asia oder die britische BBC geben. Ein paar Fotos und Autogramme mit Fans, die ihn im Fernsehen gesehen hatten, und schon bereitete er sich auf das Doppel vor. Kein Glamour, kaum Rummel – Alltag eben.

Unterdessen herrschte Stille im All England Club von Wimbledon, am traditionell spielfreien Sonntag erholte sich das Rasenmekka von den Turbulenzen der ersten Turnierwoche, für die auch Dustin Brown gesorgt hatte. Zwei Tage nach dem Coup gegen den zweimaligen Champion Rafael Nadal war allerdings Schluss. Gegen den Serben Viktor Troicki verlor Brown am Samstag 4:6, 7:6 (7:3), 4:6, 3:6.

Tief enttäuscht war er darüber nicht. So hoch er wegen seiner spektakulären Spielweise, wegen seiner Rastazöpfe und eben wegen des Erfolgs auf dem Centre Court gegen Nadal in den Himmel gehoben worden war, so gelassen ging er selbst mit dem Hype um. "Ich bin glücklich mit meinem Turnier. Wenn mir jemand vor der Qualifikation gesagt hätte, dass ich ins Hauptfeld komme und da Rafa schlage, hätte ich das sofort unterschrieben", sagte Brown.

Der 30-Jährige weiß, wo er herkommt, und er weiß, was er zu tun hat. "Viele von uns haben Verpflichtungen, ich muss das Gesamtbild im Auge behalten", sagte Brown. Von Beginn an sei geplant gewesen, dass er nach seinem Wimbledon-Aus nach Köln fliege, um beim Bundesliga-Auftakt dabei zu sein. Die Gründe dafür sind ziemlich simpel.

"Wenn du bei einem Challenger, zum Beispiel in Italien, in der ersten Runde verlierst, bekommst du 300 Euro minus 30 Prozent Steuern", sagte Brown: "Und ihr könnt ja nachschauen, was ein Flug von Frankfurt nach Italien kostet." Mit dem Wimbledon-Preisgeld von 77.000 Pfund (ca. 108.000 Euro) kann er nun immerhin beruhigt in den Saisonendspurt gehen. Bei den US Open in New York dürfte er fürs Hauptfeld gesetzt sein.

Bleiben werden Brown die Erinnerungen an den "besten Tag" seines Lebens und zehntausende neue Follower, die sein Dreddy-Profil bei Twitter besuchen.

(sid)
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