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Wimbledon 2016
Federer verpasst das Finale von Wimbledon

Bilder: Federer geht gegen Raonic die Kraft aus
Bilder: Federer geht gegen Raonic die Kraft aus FOTO: afp
London. Der zweite Fünfsatz-Krimi war einer zu viel. Nach einer erneuten Nervenprobe über 3:25 Stunden ist Tennisstar Roger Federer im Halbfinale von Wimbledon ausgeschieden.

Der Schweizer, der im Londoner Stadtteil schon siebenmal triumphierte, unterlag dem kanadischen Aufschlagriesen Milos Raonic mit 3:6, 7:6 (7:3), 6:4, 5:7, 3:6 und erlebte eine bittere Premiere. Nach zehn erfolgreichen Halbfinals scheiterte er im All England Club zum ersten Mal. Raonic (25) zog dagegen als erster Kanadier in der 130-jährigen Turniergeschichte ins Endspiel ein. Dort trifft er am morgen (15 Uhr/Sky) auf Andy Murray. Der Schotte setzte sich relativ locker mit 6:3, 6.3 gegen Tomas Berdych (Tschechien) durch.

Das Match gegen Federer drehte Raonic, obwohl seinBerater John McEnroe nicht in der Box saß. Der dreimalige Champion aus den USA kommentierte die Partie für die BBC, in Raonics Reihe saß dafür Heidi Klum.

Federer kämpfte wie verbissen um seine Chance, erneut ins Finale des bedeutendsten Tennisturniers einzuziehen. Nach dem Drei-Stunden-Thriller im Viertelfinale, als er gegen den Kroaten Marin Cilic drei Matchbälle abgewehrt hatte, gingen dem 34-Jährigen jedoch zunehmend die Kräfte aus. Dabei war der Sieg bereits zum Greifen nah. Im vierten Satz führte Federer beim Stand von 5:6 mit 40:0, ein weiterer Punkt hätte ihm zum Tiebreak gereicht. Zu diesem Zeitpunkt war er der deutlich bessere Spieler.

Wie aus dem Nichts verlor er jedoch die Konzentration und den Satz und musste sich zu allem Überfluss am Oberschenkel behandeln lassen. Im entscheidenden Durchgang stürzte Federer auf den heiligen Rasen und gab daraufhin seinen Aufschlag ab.

Raonic ließ sich nicht mehr aufhalten. Die Zuschauer ahnten: Vielleicht war dies die letzte Chance für Federer, seinen 18. Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Immerhin war Novak Djokovic, der ihn in den vergangenen beiden Jahren im Finale bezwungen hatte, schon in Runde drei ausgeschieden.

(sid)
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