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Tennis in Wimbledon
Kerber dreht Match – Zverev erstmals im Achtelfinale

Kerber kämpft sich ins Achtelfinale
Kerber kämpft sich ins Achtelfinale FOTO: dpa, TH nic
London. Angelique Kerber entdeckt in Wimbledon ihren Kampfgeist wieder, Alexander Zverev ab Montag Grand-Slam-Neuland.

Nachdem die Weltranglistenerste aus Kiel "mit Herz und Leidenschaft" ins Achtelfinale eingezogen war, gewann der Hoffnungsträger aus Hamburg erneut souverän und steht erstmals in seiner jungen Tennis-Karriere bei einem der vier Major-Turniere in der zweiten Woche. Dort wird sein Bruder Mischa fehlen, der die Überraschung gegen Roger Federer verpasste.

"Der Schlüssel war, dass ich nach jedem Ball gerannt bin und nie aufgegeben habe", sagte Kerber nach dem hart erkämpften 4:6, 7:6 (7:2), 6:4 in 2:17 Stunden gegen Shelby Rogers aus den USA. "Vielleicht", fügte die Vorjahresfinalistin hinzu, "ist das der Wendepunkt. Wir werden sehen. Auf jeden Fall war das ein wirklich wichtiger Sieg."

Alexander Zverev erreichte die Runde der besten 16 deutlich souveräner, nach dem 6:4, 6:4, 6:2 in 1:33 Stunden gegen Qualifikant Sebastian Ofner aus Österreich ist der 20 Jahre alte Hamburger noch immer ohne Satzverlust. Mischa Zverev unterlag Federer 6:7 (3:7), 4:6, 4:6. Der jüngere Bruder wird es verschmerzen können, die zweite Woche sei "ein weiterer Meilenstein" seiner Laufbahn, sagte er. Am Montag fordert Zverev Vorjahresfinalist Milos Raonic (Kanada) heraus. "Ich glaube, er hat sehr gute Chancen", sagte Mischa: "Er kann für Überraschungen sorgen."

Vier Niederlagen gegen Muguruza in Serie

Kerber bekommt es mit Garbine Muguruza aus Spanien zu tun, gegen die sie viermal in Folge verloren hat - unter anderem vor zwei Jahren in Wimbledon. Die Finalistin des Jahres 2015 strotzt nach drei klaren Siegen vor dem Selbstvertrauen, das Kerber vermisst. Doch immerhin spielte sie laut Bundestrainerin Barbara Rittner gegen Rogers "mit Herz und Leidenschaft, auch wenn ab und zu noch die letzte Überzeugung gefehlt hat".

4:6, 2:4 und 30:40 hatte Kerber im Drittrundenduell mit der Weltranglisten-70. bereits in Rückstand gelegen, es drohte der nächste Tiefpunkt in einem Jahr voller sportlicher Rückschläge. Doch Kerber ließ nicht locker, sie packte der Trotz, hielt ihren Aufschlag und erkämpfte sich im Spiel darauf mit einer Energieleistung, die an bessere Tage erinnerte, einen Breakball.

"Das war der Punkt, der das Match gedreht hat", sagte Kerber später, auch wenn sie sich auch im entscheidenden Satz durch ein Wellental kämpfen musste. Taktisch hatte sie zwar eine Menge Fehlentscheidungen getroffen, die nicht austrainierte Rogers zu selten in Bewegung gebracht, doch immerhin stimmten Einstellung, Körpersprache und Nervenstärke. Beim 5:4 im dritten Durchgang ließ sie Rogers nicht mehr zurückkommen.

Mit dem Rücken zur Wand hatte Kerber in der Vergangenheit oft ihre besten Matches absolviert, im letzten Jahr schaffte sie es mehr und mehr, ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. So triumphierte sie bei den Grand-Slam-Turnieren in Melbourne und New York, lieferte im Rasenmekka an der Londoner Church Road der großen Serena Williams ein Match auf Augenhöhe und gewann in Rio die olympische Silbermedaille.

Von solchen Erfolgen ist sie in dieser Saison weit entfernt, aber immerhin hat sie in Wimbledon nun drei Matches nacheinander für sich entschieden. Das war ihr zuletzt beim kleinen Turnier im mexikanischen Monterrey vor drei Monaten gelungen. Es war Kerbers bislang einziger Finaleinzug im Jahr 2017.

Kerber entdeckt die Kämpferin in sich

Immerhin war gegen Rogers, die in den letzten Jahren in Wimbledon gegen Sabine Lisicki und Andrea Petkovic jeweils in der ersten Runde klare Niederlagen kassiert hatte, ein Fortschritt zu erkennen. Die weinerliche Kerber der ersten zwei Matches wandelte sich zur Kämpferin. Taktisch traf sie zwar eine Menge Fehlentscheidungen, brachte die nicht austrainierte Rogers zu selten in Bewegung, ließ sich aber nie abschütteln und brachte schließlich nervenstark ihren Aufschlag zum Sieg durch.

Mit dem Rücken zur Wand hatte Kerber in der Vergangenheit oft ihre besten Matches absolviert, im letzten Jahr schaffte sie es mehr und mehr, ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. So triumphierte sie bei den Grand-Slam-Turnieren in Melbourne und New York, lieferte im Rasenmekka an der Londoner Church Road der großen Serena Williams ein Match auf Augenhöhe und gewann in Rio die olympische Silbermedaille.

Von solchen Erfolgen ist sie in dieser Saison weit entfernt, aber immerhin hat sie auf dem "Heiligen Rasen" von Wimbledon nun drei Matches nacheinander für sich entschieden. Das war ihr zuletzt beim kleinen Turnier im mexikanischen Monterrey vor drei Monaten gelungen. Es war Kerbers bislang einziger Finaleinzug im Jahr 2017.

(dpa)
 
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