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Wimbledon
Zverev siegt bei Grand-Slam-Debüt, Haas beim Comeback

Porträt: Alexander Zverev: Deutschlands große Tennis-Hoffnung
Porträt: Alexander Zverev: Deutschlands große Tennis-Hoffnung FOTO: dpa, jrp ks
London. Der älteste und der jüngste Spieler im Feld haben die Bilanz der deutschen Tennisprofis am ersten Turniertag in Wimbledon aufpoliert. Tommy Haas feierte mit 37 Jahren und 87 Tagen eine erfolgreiche Rückkehr auf die Grand-Slam-Bühne, dem 18 Jahre jungen Hoffungsträger Alexander Zverev gelang auf dem Heiligen Rasen des All England Club im ersten Match sein erster Majorsieg.

Haas gewann bei seinem Comeback im Südwesten Londons gegen den Serben Dusan Lajovic 6:2, 6:3, 4:6, 6:2, Zverev kämpfte den Russen Teimuras Gabaschwili in 3:46 Stunden Spielzeit 6:3, 1:6, 6:3, 3:6 und 9:7 nieder. Weniger Mühe hatte Andrea Petkovic, die an Position 14 gesetzte Darmstädterin schoss die sichtlich angeschlagene Shelby Rogers in nur 39 Minuten 6:0, 6:0 vom Platz und folgte damit Anna-Lena Friedsam (Neuwied) in Runde zwei.

Chancenlos war dagegen Philipp Kohlschreiber beim 4:6, 4:6, 4:6 gegen Titelverteidiger und Top-Favorit Novak Djokovic aus Serbien. Der Augsburger schied ebenso in Runde eins aus wie Florian Mayer (Bayreuth), Benjamin Becker (Orscholz), Jan-Lennard Struff (Warstein) und Annika Beck (Bonn).

Kohlschreiber bleibt gegen Djokovic chancenlos FOTO: dpa, ed

Haas freute sich wie ein Jungspund über seinen ersten Grand-Slam-Erfolg seit fast zwei Jahren (US Open 2013). "Es ist großartig, wieder zurück zu sein und noch besser ist es zu gewinnen", sagte der Oldie, der wegen seiner vierten Schulteroperation mehr als ein Jahr ausgefallen war. Nun wartet der Kanadier Milos Raonic, für Haas "eines der größten Aufschlagmonster auf der Tour".

Marathonmann Zverev von Krämpfen geplagt

Zverev bekommt es nach dem ersten Fünfsatzmatch seiner Karriere, in dem er von Krämpfen geplagt wurde, mit Denis Kudla aus den USA zu tun. Der talentierte Hamburger gab gegen Gabaschwili ein Versprechen für die Zukunft ab - 30 Jahre nachdem ein gewisser Boris Becker Wimbledon zu seinem Wohnzimmer gemacht hatte darf man allerdings nicht zu viel von Zverev erwarten. Dem Vergleich mit den Superstars der Szene hält der 1,98-m-Schlaks noch nicht stand.

Das konnte Kohlschreiber nur bestätigen. Der 31-Jährige hatte sich Chancen gegen Djokovic ausgerechnet, der seit seiner bitteren Finalniederlage bei den French Open in Paris kein Match mehr absolviert hatte. In Wimbledon agierte der Becker-Schützling wieder "wie eine Ballmaschine. Er hält seinen Schläger hin und der Ball kommt mit einem Affenzahn zurück. Er spielt brutal solide und ist einfach der bessere Spieler", sagte Kohlschreiber anerkennend.

Er selbst habe ein gutes Match gespielt, "es war aber nicht gut genug, um ihn zu schlagen". Das Erlebnis vor 15.000 Zuschauern auf dem Centre Court wird er dennoch nicht so schnell vergessen: "Das kann man nur als geil bezeichnen. Tolle Atmosphäre, tolles Wetter: Was kann es Schöneres geben? Außer noch, als Sieger vom Platz zu gehen."

Petkovic macht kurzen Prozess

Das tat auch Petkovic auf dem ungeliebten Rasen, ihre Gegnerin Rogers hatte allerdings derart wenig Gegenwehr geleistet, dass die 27-Jährige nach dem Matchball noch eine kurze Trainingseinheit einlegte. "Das war eines der seltsamsten Matches meines Lebens", sagte Petkovic: "Sie tat mir ja auch leid, weil sie offensichtlich Schmerzen hatte."

Petkovic trifft nun auf die Kolumbianerin Mariana Duque-Marino. Friedsam bekommt es nach dem 3:6, 6:3, 7:5 gegen die Russin Witalja Diatschenko - ihrem ersten Sieg in Wimbledon - mit der Schweizerin Belinda Bencic zu tun.

(sid)
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