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Wimbledon
Brown scheidet nach großer Show aus - Djokovic muss zittern

Publikumsliebling Brown scheitert in Fünf-Satz-Show
Publikumsliebling Brown scheitert in Fünf-Satz-Show FOTO: afp
London. Annika Beck hat das Regenchaos in Wimbledon überstanden und trifft nun auf Serena Williams, bei den Männern kämpft Alexander Zverev erst am Samstag weiter. Novak Djokovic freute sich dagegen über den Abbruch. Der All England Club opferte derweil den "Middle Sunday".

Am Ende des Tages gab es doch noch einen Tennisprofi in Wimbledon, der sich über den Londoner Landregen freute. Novak Djokovic lag gegen den Amerikaner Sam Querrey völlig überraschend mit 6:7 (6:8), 1:6 zurück, die Grand-Slam-Serie des Serben drohte ausgerechnet beim Lieblingsturnier seines Trainers Boris Becker zu reißen. Da der Himmel erneut seine Schleusen öffnete, darf Djokovic am Samstag auf die Wende hoffen.

Auch der deutsche Hoffnungsträger Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 24) befindet sich in der Warteschleife. Der 19-Jährige führt im fünften Satz gegen den Russen Michail Juschni mit 2:1, die Fortsetzung folgt ebenfalls Samstag. Ausnahmsweise wird in diesem Jahr auch am traditionell spielfreien "Middle Sunday" gespielt, in allen 129 Auflagen der Championships zuvor kam dies nur dreimal vor - 1991, 1997 und 2004.

Der Wetterbericht verheißt Besserung, somit können auch Angelique Kerber, Sabine Lisicki und Co. ihre Drittrundenpartien absolvieren. Ihre Matches waren im Regenchaos am Freitag abgesagt worden. Als einziger deutscher Tennisprofi gewann an diesem Tag Annika Beck ein Match. Die 22-Jährige aus Bonn setzte sich gegen die Weißrussin Alexandra Sasnowisch locker-leicht 6:2, 6:1 durch und darf sich nun mit Branchenführerin Serena Williams (USA) messen.

Fünf-Satz-Show gegen Kyrgios

Ausgeschieden ist dagegen Dustin Brown (Winsen/Aller), der in einem Fünfsatz-Spektakel 7:6 (7:3), 1:6, 6:2, 4:6, 4:6 gegen den Australier Nick Kyrgios verlor. Benjamin Becker (Orscholz) war beim 4:6, 1:6, 2:6 gegen Tomas Berdych (Tschechien/Nr. 10) chancenlos. "Was ich mir vorgenommen hatte, habe ich gut gemacht. Es war klar, dass wir nicht 35 Mal den Ball über das Netz spielen werden", sagte Brown: "In den wichtigen Situationen hat Nick zu gut aufgeschlagen."

Beck besuchte nach ihrem Sieg zum ersten Mal in ihrem Leben den Centre Court, um die Atmopshäre zu schnuppern. "Ich war sehr beeindruckt. Ich hoffe, wir spielen auf diesem Platz", sagte sie. Tipps wolle sie sich von Fed-Cup-Kollegin Angelique Kerber holen, die Williams im Finale der Australian Open geschlagen hatte.

Fünf deutsche Spielerinnen weiter

Es ist das erste Mal in der Geschichte des modernen Tennis (seit 1968), dass fünf deutsche Spielerinnen in der dritten Runde von Wimbledon stehen. Vor Beck hatten Kerber (Kiel/Nr. 4), Sabine Lisicki (Berlin), Carina Witthöft (Hamburg) und Anna-Lena Friedsam (Neuwied) ihre Zweitrundenmatches gewonnen.

Von Glück reden darf in diesem Jahr, wer unter dem schützenden Dach des Centre Courts angesetzt worden ist. So wie der frühere US-Open-Champion Juan Martin del Potro (Argentinien), der nach langer Verletzungspause gegen den zweimaligen Grand-Slam-Sieger Stan Wawrinak (Schweiz) die Überraschung schaffte. Serena Williams quälte sich im zweiten Spiel des Tages auf dem legendärsten Tennisplatz der Welt zum Sieg gegen ihre Landsfrau Christina McHale.

Auch Djokovic wackelt bedenklich, der Dominator der vergangenen Monate hat Glück, dass der Court 1, auf dem er gegen Querrey spielt, erst 2019 überdacht wird. Roger Federer darf dagegen am Wochenende ausspannen. Der Schweizer Rekordsieger gewann sein Drittrundenmatch gegen den Briten Daniel Evans 6:4, 6:2, 6:2 und steht als erster Spieler im Achtelfinale.

(ems/sid)
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