| 21.46 Uhr

Tennis in Wimbledon
Deutsches Quartett weiter – Petkovic, Lisicki und Haas raus

Brown übersteht erste Runde schadlos
Brown übersteht erste Runde schadlos FOTO: afp
London. Ein deutsches Trio hat das Debakel der Tennis-Herren in Paris bereits am ersten Tag in Wimbledon ausgemerzt und für einen verheißungsvollen Start im englischen Tennis-Mekka gesorgt. Bei den Damen schaffte es Carina Witthöft in Runde zwei.

Andrea Petkovic war den Tränen nahe, Sabine Lisicki über weite Strecken chancenlos und Tommy Haas am Ende seiner Kräfte. Doch obwohl die drei namhaften Spieler bereits am ersten Tag in Wimbledon scheiterten, gelang den deutschen Tennisprofis im All England Club ein ordentlicher Auftakt. Dafür sorgte ein Männer-Trio um Dustin Brown und die grandiose Aufholjagd der Hamburgerin Carina Witthöft.

Petkovic war dagegen nach dem dramatischen 3:6, 6:3, 7:9 gegen WTA-Weltmeisterin Dominika Cibulkova aus der Slowakei am Boden zerstört. "Ich habe schon lange keine Top-10-Spielerin mehr an den Rand einer Niederlage gebracht. Das ist ein Fortschritt, aber das bringt mir jetzt auch nichts", sagte die 29 Jahre alte Darmstädterin, die nach monatelanger Formkrise bald aus den Top 100 der Tenniswelt fallen könnte.

Fotos: Petkovic verliert nach hartem Kampf FOTO: afp

Lisicki nach Verletzungspause noch nicht in Topform

Das ist Sabine Lisicki längst passiert, nach achtmonatiger Verletzungspause und dem Comeback vor zwei Wochen auf Mallorca nahm die Ex-Finalistin aus Berlin das 1:6, 4:6 gegen Ana Konjuh (Kroatien/Nr. 27) daher gelassener auf. "Am Ende des Tages darf man nicht vergessen, dass es erst mein zweites Turnier war", sagte Lisicki: "Heute hat man gemerkt, dass mir noch die Spielpraxis fehlt."

Auch der 39-jährige Tommy Haas, der auf Einladung des All England Club ein letztes Mal in Wimbledon aufschlagen durfte, haderte nicht lange mit dem 2:6, 6:3, 3:6, 5:7 gegen den belgischen Qualifikanten Ruben Bemelmans. "Es ist nie schön, in der ersten Runde zu verlieren, aber ich bin glücklich, dass ich es versucht habe", sagte Haas, dessen Rücken ihn zuletzt wieder einmal im Stich gelassen hatte.

Fotos: Haas verliert bei Abschied in Runde eins FOTO: ap, TH

Für die positiven Nachrichten im deutschen Tennis sorgten, am Tag bevor die Weltranglistenerste Angelique Kerber (Kiel) und Jungstar Alexander Zverev (Hamburg) ins Geschehen der 131. Championships an der Church Road eingreifen, andere.

Brown gewann gegen den Portugiesen Joao Sousa 3:6, 7:6 (7:5), 6:4, 6:4 und trifft am Mittwoch auf Titelverteidiger und Lokalmatador Andy Murray - aller Voraussicht nach auf dem Centre Court. Dort hatte der Deutsch-Jamaikaner aus Winsen/Aller vor zwei Jahren sensationell den Spanier Rafael Nadal geschlagen. "Das sind Dinge, von denen man als Kind geträumt hat", sagte Brown.

Da Routinier Florian Mayer (Bayreuth) nach dem gewonnenen ersten Satz (6:1) von der Aufgabe seines serbischen Gegners Viktor Troicki profitierte, und Qualifikant Peter Gojowczyk (München) gegen Marius Copil aus Rumänien mit 7:6 (7:5), 2:6, 6:3, 6:1 sein erstes Grand-Slam-Match seit fast drei Jahren gewann, liest sich die deutsche Bilanz schon nach dem ersten Turniertag erfreulich. In Paris waren alle deutschen Spieler im Herreneinzel in der ersten Runde ausgeschieden.

Witthöft holt 0:5 auf

Das ist Carina Witthöft FOTO: dpa, dka nic

Carina Witthöft hatte als einzige Deutsche bei den French Open immerhin das Viertelfinale erreicht, im Londoner Südwesten drohte der 22-Jährigen jedoch bereits das Auftakt-Aus. Gegen Mirjana Lucic-Baroni aus Kroatien lag Witthöft im dritten Satz 0:5 in Rückstand, setzte alles auf die Karte Risiko und wurde belohnt. Nach dem 6:3, 5:7, 8:6 spielt sie am Mittwoch gegen die 19 Jahre alte Weißrussin Aryna Sabalenka.

Florian Mayer bekommt es mit Marin Cilic aus Kroatien zu tun, der frühere US-Open-Champion ließ dem Augsburger Philipp Kohlschreiber beim 6:4, 6:2, 6:3 keine Chance. Gojowczyk spielt gegen den an Position 18 gesetzten Spanier Roberto Bautista Agut.

Petkovic, Lisicki und Haas dürfen sich nach ihren Niederlagen derweil bester Gesellschaft erfreuen, auch der dreimalige Grand-Slam-Champion Stan Wawrinka aus der Schweiz verlor zum Auftakt. Gehandicapt durch eine Verletzung am linken Knie unterlag der French-Open-Finalist dem russischen Wimbledon-Debütanten Daniil Medwedew 4:6, 6:3, 4:6, 1:6.

(areh/sid)
 
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