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"Werte in ihren Tests eindeutig"
Wohl kein Freispruch für Scharapowa

Die Dopingfälle im Profi-Tennis
Die Dopingfälle im Profi-Tennis FOTO: ap
Die wegen Meldonium-Dopings suspendierte Tennis-Queen Maria Scharapowa darf sich wohl keine Hoffnungen auf einen Freispruch machen und muss offenbar auch ihren Olympia-Traum begraben.

"Sie hat zugegeben, dass sie das Mittel Meldonium nach dem 1. Januar eingenommen hat, außerdem sind die Werte in ihren Tests eindeutig", sagte der designierte Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, Olivier Niggli, im Interview mit der "Gazzetta dello Sport".

Allerdings betonte Niggli auch, dass die Entscheidung in Scharapowas Fall nicht Sache der WADA, sondern des Tennis-Weltverbands ITF sei. Die geplante Anhörung von Scharapowa vor den zuständigen ITF-Gremien steht noch aus.

Die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin und ehemalige Weltranglistenerste hatte in einer aufsehenerregenden Pressekonferenz am 8. März ihren positiven Dopingtest von den Australian Open öffentlich gemacht. Allerdings gab sie damals nur zwischen Zeilen zu, das seit dem 1. Januar 2016 verbotene Medikament auch danach noch konsumiert zu haben.

Fotos: Scharapowa macht positiven Dopingtest öffentlich FOTO: afp, tb

Ob sie sich in einer Stellungnahme an die Anti-Doping-Behörden konkreter geäußert hat, dürfte einer der entscheidenden Punkte bei der Entscheidung über mögliche Sanktionen gegen sie sein. Zwar musste die WADA aufgrund neuer Studien inzwischen in einigen der nun fast 200 Meldonium-Fälle zurückrudern. Die neu eingeführten Ausnahmeregelungen greifen aber ausdrücklich nicht für Athleten, die Meldonium nach dem 1. Januar eingenommen haben.

Ursprünglich war davon ausgegangen worden, dass die Substanz innerhalb von wenigen Tagen vom Körper restlos abgebaut wird. Dies stellte sich inzwischen offensichtlich als Irrtum heraus, die Dauer des Abbaus kann demnach sogar Monate betragen. Daher dürfen Athleten die vor dem 1. März 2016 mit weniger als einem Mikrogramm des Herzmittels erwischt worden waren, auf Gnade hoffen.

Niggli betonte zudem, dass Meldonium "absehbar verboten" bleibe. "Es gibt jedoch einige kontroverse Fälle, die darauf zurückzuführen sind, dass es vom wissenschaftlichen Standpunkt nicht leicht festzulegen ist, wie lange Spuren des Mittels im Organismus bleiben", sagte er: "Die Labors in Köln und Lausanne führen gezielte Studien durch. Innerhalb von einigen Monaten werden wir die Ergebnisse haben". Auf die Frage, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, diese Test im Vorfeld durchführen zu lassen, antwortete er: "Offensichtlich ja."

Erst jüngst hatte die Internationale Eislauf-Union ISU die Suspendierung des ebenfalls positiv auf Meldonium getesteten russischen Eisschnelllauf-Sprintweltmeisters Pawel Kulischnikow aufgehoben. Auch die wegen eines Meldonium-Befundes ausgesprochenen Sperren gegen die Shorttracker Semen Jelistratow und Jekaterina Konstantinowa wurden getilgt.

Im Falle einer Verurteilung hätte die ISU Kulischnikow eine lebenslange Sperre auferlegen können. Der 22 Jahre alte Ausnahmesprinter war bereits im Juniorenbereich zu einer zweijährigen Dopingsperre verurteilt worden.

(sid)
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