Srichaphan kampflos im Finale: Tommy Haas sagt Halbfinale in Long Island ab
zuletzt aktualisiert: 25.08.2002 - 13:33Long Island (rpo). Um seinen Start bei den diesjährigen US Open nicht zu gefährden, hat Tennis-Profi Tommy Haas sein Halbfinale beim ATP-Turnier in Long Island abgesagt. Zwei Tage vor Beginn des letzten Grand-Slam-Tirnier des Jahres hatte der 25-Jährige Probleme mit einer Armverletzung.
Seinen Titel hätte auch Haas in Long Island gerne verteidigt, doch wegen lädiertem Schlagarm und Schmerzen in der Schulter ging der Hamburger vorsichtshalber auf Nummer sicher. "Mit den Schmerzen lebe ich von Tag zu Tag, aber ich will die US Open spielen. Ich spiele momentan gutes Tennis, deshalb bin ich zuversichtlich", sagte Haas nach seiner Absage für das Halbfinalmatch gegen Paradorn Srichaphan. Der Thailänder stand damit zum zweiten Mal binnen einer Woche im Finale, für das sich zuvor der Argentinier Juan Ignacio Chela mit einem 6:2, 2:6, 6:4 über Spaniens Ex-Weltmeister Alex Corretja qualifiziert hatte.
Haas hatte sich für den Spielverzicht auf Anraten von Turnierarzt Dr. David Dines entschlossen, der den 25-Jährigen am Samstagnachmittag bei einem 15-minütigen Training beobachtet hatte. "Er war nicht fähig, den Schläger zu halten. Da macht es keinen Sinn, weitere Schäden zu riskieren. Bis zu seinem ersten Spiel bei den US Open hat er noch etwas Zeit. Aber dann könnte es gleich über fünf Sätze gehen, und das könnte Probleme geben. Das beste wäre jetzt, einige Monate zu pausieren", sage Dr. Dines.
Längere Pause kommt Haas nicht in den Sinn
Eine längere Pause hat Haas, der im Viertelfinale zum dritten Mal in Folge einem Satzverlust hinterhergelaufen war und trotz starker Schmerzen 3:6, 6:4, 6:2 gegen den Finnen Jarkko Nieminen gewann, jedoch nicht im Sinn. "Ich kämpfe gegen die Verletzung, und immerhin habe ich hier das Halbfinale erreicht. Dass ich nun aufgeben musste, ist natürlich enttäuschend", sagte der Wahl-Amerikaner mit Wohnsitz Florida, nachdem er die geschwollene Schulter schon während der vergangenen Tage mit Eis gekühlt sowie sich Ultraschall-Behandlungen unterzogen hatte.
Bei den US Open wird Haas sein Auftaktspiel gegen den Spanier David Sanchez frühestens am Dienstag bestreiten. Der Olympiazweite hofft jedoch auf eine Schonzeit bis Mittwoch, wie auch der ebenfalls an der Schulter verletzte Brite Tim Henman. "Es gibt viele Athleten, die mit solchen Schwierigkeiten leben müssen. Ich bin einer davon. Mal sehen, wie ich mich nach den US Open fühle", sagte Haas, der bei seinen vergangenen vier Turnierstarts dreimal das Halbfinale erreichte.
Beim letzten Grand-Slam-Turnier der Saison rechnet sich Haas Außenseiterchancen auf den Titel aus. "Titelverteidiger Hewitt ist der große Favorit. Wenn ich die Schmerzen loswerde, bin ich gefährlich. Ich war hier zweimal im Achtelfinale, das soll nicht alles gewesen sein", sagte Haas in einem Interview der Bild am Sonntag.
Bedeckt hielt sich der fünfmalige Turniersieger hinsichtlich seiner Rolle im Daviscup, in dem Deutschland am 20. September in Karlsruhe gegen Venezuela um den Klassenerhalt in der Weltgruppe spielt. "Heute würde ich sagen: Ja, ich spiele. Denn ich will nicht, dass wir absteigen. Aber wer weiß, was noch passiert. Es nervt schon wieder einiges beim DTB", sagte Haas, der mangelnde Betreuung und unprofessionelle Vermarktung seitens des Deutschen Tennis Bundes (DTB) beklagt.
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