Giro d'Italia: Barbero ausgeschlossen: Tosatto siegt - Hondo verliert Trikot
zuletzt aktualisiert: 31.05.2001 - 21:35Montebelluna (rpo). Das erwartete Sprinter-Duell blieb am Donnerstag im Ziel der 12. Etappe des 84. Giro d'Italia aus. Kurz vor Montebelluna hatten sich drei Fahrer abgesetzt, von denen der Italiener Matteo Tosatto nach 139 Km den Spurt leicht gewann und Mario Cipollini und Danilo Hondo die Show stahl.
Der Cottbuser verlor auch sein violettes Trikot des Punktbesten an den Italiener Massimo Strazzer, der den Sprint des Hauptfeldes 13 Sekunden hinter Tosatto gewann und vorher in der Zwischenwertung "Intergiro" gepunktet hatte.
Der Italiener Dario Frigo konnte einen Tag vor der womöglich vorentscheidenden "Königsetappe" am Freitag sein Rosa Trikot auf der Bummel-Etappe verteidigen. Er beteiligte sich am Donnerstag ebenso wie Olympiasieger Jan Ullrich (Merdingen), der sich langsam für das Giro-Zeitfahren am Sonntag einrollt, nicht am Spurt, der in einem Gewitterregen endete. "Ich fühle mich weiter gut, mal sehen, wie es beim Zeitfahren und in den Bergen bei mir läuft", sagte Ullrich. "Das ist zwar schade, aber alle wollten heute Kraft für die Dolomiten sparen", sagte Telekom-Teamchef Rudy Pevenage zum Verlust von Hondos Sprinttrikot.
Vor dem Start erschütterte die erste Doping-Affäre den Giro. Sergio Barbero aus dem Lampre-Team des Mitfavoriten Gilberto Simoni wurde von seiner Teamleitung aus dem Rennen genommen. Der 32-Jährige war Anfang Mai bei der Tour de Romandie nach dem neuen Urin- Testverfahren der Einnahme des Blut-Doping-Mittels EPO überführt worden. "Die B-Probe steht zwar noch aus, aber wir haben diese Entscheidung getroffen", sagte Lampre-Manager Giuseppe Saronni. Nach dem Schweizer Roland Meier vom Coast-Team und dem Dänen Bo Hamburger waren am Donnerstag zwei weitere Doping-Fälle bekannt geworden. Neben Barbero soll es sich um den Franzosen Laurent Chotard handeln.
Die nächsten Tage haben es sportlich in sich. Am Freitag steht die "Königsetappe" über 225 Km und fünf Berge bevor. Der Passo Pordoi muss zwei Mal erklommen werden und bildet die Zielankunft in 2239 Metern Höhe. Der Passo di Fedaia schockt davor mit zum Teil 18 Prozent Steigung. Am folgenden Tag geht es über 163 km zwischen Cavalese und Arco etwas gemächlicher zu, immerhin stehen aber auch zwei Bergwertungen auf dem Programm. Am Sonntag soll dann Ullrichs Stunde im Zeitfahren von Sirmione nach Salo schlagen.
Der 55,5 Km-Parcours am Gardasee, ein traditioneller Anziehungs- Punkt für deutsche Italien-Urlauber, soll einen ersten ernsthaften Tour-Test bilden. Fünf Wochen vor dem Start der 88. Frankreich- Rundfahrt hat der Zeitfahr-Weltmeister von 1999 zumindest das Podest im Blick. Allerdings bekommt es der Telekom-Kapitän, der seine Bronchitis inzwischen überwunden hat, am Gardasee mit hochkarätiger Konkurrenz zu tun. "Sein Sieg würde mich nicht überraschen", hatte Telekom-Teamchef Rudy Pevenage schon vor einer Woche gesagt.
Dario Frigo, der Mann im Rosa Trikot ist ein starker Zeitfahrer, und auch der aktuelle Zeitfahr-Weltmeister Sergej Gontschar (Russland) hat seit Giro-Beginn nichts anderes im Kopf als den Sieg in Salo. Ex-Weltmeister Abraham Olano, der bei einer großen Rundfahrt noch nie einen so starken Eindruck wie jetzt beim Giro hinterließ, meldet ebenfalls Ansprüche an. Der Spanier flößt den Einheimischen sogar Angst bei der Frage um dem Gesamtsieg ein, auch wenn von Marco Pantani am Freitag der Generalangriff erwartet wird. Olano hat in einem Spezialtraining in der Sierra Nevada im April versucht, seine Kletter-Schwächen abzubauen.
12. Etappe, Gradisca d?Isonzo - Montebelluna (139 km):
1. Matteo Tosatto (Italien) 3:33:17 Stunden 2. Zoran Klemencic (Slowenien) 8 Sekunden zurück 3. Gilberto Simoni (Italien) 4. Massimo Strazzer (Italien) 5. Marco Zanotti (Italien) 6. Ivan Quaranta (Italien) 7. Giovanni Lombardi (Italien) 8. Endrio Leoni (Italien) alle gleiche Zeit ... 75. Jan Ullrich (Merdingen) 37 Sekunden
Gesamtklassement:
1. Dario Frigo (Italien) 55:58:34 2. Gilberto Simoni (Italien) 1 Sekunde zurück 3. Azevedo Jose (Portugal) 3 4. Abraham Olano (Spanien) 14 5. Wladimir Belli (Italien) 19 6. Jan Hruska (Tschechien) 39 7. Andrea Noe (Italien) 44 8. Giuliano Figueras (Italien) 45 ... 67. Jan Ullrich (Merdingen) 24:04 Minuten.
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