Eiskunstlauf: Totmianina/Marinin stehen den vierfachen Titel
zuletzt aktualisiert: 26.01.2005 - 21:42Turin (rpo). Die beiden Russen Tatjana Totmianina und Maxim Marinin haben zum vierten Mal hintereinander Gold bei der Eiskunstlauf-Europmeisterschaft gewonnen. Die Dauer-Titelträger im Paarlauf siegten in Turin vor ihren Landsleuten Julia Obertas und Sergej Slawnow sowie Maria Petrowa und Alexej Tichonow.
Die Weltmeister aus Russland setzten sich mit einer absolut fehlerfreien "Shererazade" und dem neuen Europarekord von 196,28 Punkten vor ihren Landsleuten Jlia Obertas und Sergej Slawnow (177,10) sowie Maria Petrowa und Alexej Tichonow (175,89) durch. Die deutschen Vize-Meister Rebecca Handke und Daniel Wende (Möhnesee/Essen) belegten mit 135,19 Zählern einen unerwartet guten sechsten Platz.
Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy konnten hingegen in Turin nicht in die russische Paarlauf-Phalanx einbrechen, schon nach 30 Sekunden hatten sich die leisen Medaillenhoffnung der Schützlinge von Trainer Ingo Steuer zerschlagen. Beim ersten Dreifach-Toeloop drehte Szolkowy nur doppelt, beim zweiten Anlauf stürzte die gebürtige Ukrainerin Sawtschenko. Da half auch der schöne Laufstil zur Filmmusik "Casablanca" nicht mehr weiter.
Lindemann mit Hoffnungen
Auf eine erfolgreichere Verfolgung als seine Teamkollegen muss Stefan Lindemann beim Kampf um seine erste EM-Medaille bauen. Nach einer verpatzten Sprungkombination geht der deutsche Meister bei den europäischen Titelkämpfen mit 67,75 Punkten als Fünfter in die Kür-Entscheidung am Donnerstag (18.30 Uhr). "Mit dem neuen Wertungssystem ist vieles noch möglich", sagte der Erfurter nach seinem Vortrag zur Filmmusik "Earnest".
Die Spitze übernahm Vorjahressieger Brian Joubert aus Frankreich, der einen nicht ganz fehlerfreien Weltmeister Jewgeni Pluschenko (75,33) mit 76,98 Zählern knapp auf den zweiten Platz verwies. Zwischen diesen beiden Läufern wird die Entscheidung um den Titel fallen, um Bronze streiten sich der Schweizer Stephane Lambiel (69,97), Andrej Griazew aus Russland (68,20), Lindemann und der Belgier Kevin van der Perren (67,46).
Gleich dreimal war Lindemann beim Einlaufen den vierfachen Toe-Loop gestürzt, als es dann vor 8000 Zuschauern im Palavela von Turin ernst wurde, riskierte der letztjährige WM-Dritte prompt ein bisschen zu viel. "Ich habe leicht überdreht und deshalb nicht sauber landen können", sagte der Thüringer ein wenig verärgert über sich selbst. Nicht einverstanden war der ehemalige Junioren-Weltmeister mit der hohen Bewertung von Griasew: "Der ist zu gut weggekommen."
Im Schatten Lindemanns erreichten Ex-Meister Silvio Smalun aus Oberstdorf als Elfter und der Berliner Martin Liebers (22.) problemlos das Finale. Vize-Meister Smalun stand zwar den dreifachen Axel, verdarb sich aber eine noch bessere Platzierung, weil er in seiner Kurzkür keine Sprungkombination zu Stande brachte. EM-Debütant Liebers präsentierte eine eher leichte Kombination aus dreifachem Lutz und Doppel-Toeloop, die weniger Punkte einbrachte als erhofft.
Durch ihre guten Platzierungen sicherten die deutschen Paare der DEU einen dritten Startplatz für die EM 2006 in Lyon. Die diesjährigen europäischen Titelkämpfe in Turin werden am Donnerstag (13.30 Uhr) mit dem Originaltanz der Eistänzer fortgesetzt.
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