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Hilterfingen
Tour-Spitzenreiter Froome muss mit Attacken rechnen

Tour de France: Spitzenreiter Chris Froome muss mit Attacken rechnen
Christopher Froome führt das Gesamtklassement mit 1:47 Minuten vor dem Niederländer Bauke Mollema (Trek-Segafredo) an. FOTO: dpa, kl ss
Hilterfingen. Vor dem Postkarten-Panorama des Thunersees lächelte Chris Froome die Frage nach dem Doping weg. "Wie oft ich bislang kontrolliert wurde, kann ich nicht genau sagen. Im Gelben Trikot jedenfalls an jedem Tag", sagte der Führende der 103. Tour de France.

13-mal, das brachte Teamchef David Brailsford noch während der Pressekonferenz am Ruhetag in Erfahrung, sei der Titelverteidiger der Frankreich-Rundfahrt allein außerhalb der Rennen getestet worden. Hinzu kämen obligatorische Tests nach den Etappen. So sei Froome etwa nach jedem Tagesabschnitt im Gelben Trikot noch im Zielbereich kontrolliert worden. Tests in den Nachtstunden habe es allerdings nicht gegeben. Das Kontrollsystem, da waren sich Froome und Brailsford dennoch einig, funktioniert.

Die vereinzelten Nachfragen brachten das Duo am Dienstag nicht aus der Ruhe. Glichen Auftritte der beiden in den Vorjahren regelrechten Verhören, steht bei der Tour 2016 zumeist das Sportliche im Vordergrund. Öffentliche Dopinganschuldigungen gegen den Tour-Dominator? Gibt es kaum. Brailsford sieht den Grund dafür in den im Vorjahr veröffentlichten Leistungsdaten des 31-Jährigen. Diese analysierten etwa die maximale Sauerstoffaufnahme Froomes, die angibt, wie viele Milliliter Sauerstoff der Körper im Belastungszustand maximal pro Minute verwerten kann. "Froomes Werte sind dicht an dem, was wir für das Maximum bei Menschen halten", sagte Phillip Bell, ein leitender Sportwissenschaftler des Testzentrums in London. Belege für Doping gebe es nicht.

Heute steht die erste schwierige Alpenetappe an. Über 184,5 km führt der Kurs von Bern zur Bergankunft in Finhaut-Emosson. Froome führt das Gesamtklassement mit 1:47 Minuten vor dem Niederländer Bauke Mollema (Trek-Segafredo) an. Eigene Angriffe plant Froome deshalb vorerst nicht. Aber er muss natürlich mit Attacken rechnen. Nicht mehr dabei ist der viermalige Etappensieger Mark Cavendish. Er hat die Tour beendet. Er brauche Erholung, um bei den Bahn-Wettbewerben bei den Olympischen Spielen um Gold fahren zu können.

(sid)
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