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Rio De Janeiro
Traum vom Hockey-Gold endet jäh

Rio De Janeiro. Argentinien demontiert das deutsche Herrenteam im Halbfinale mit 5:2. Von Peer Lasse Korff

Als der Vorrat an sportlichen Wundern aufgebraucht war, saß Moritz Fürste minutenlang alleine im Tor der deutschen Mannschaft. Er zog das Trikot über den Kopf, und als er wieder hervorlugte, ging sein Blick ins Leere. Der Trainer der jubelnden argentinischen Mannschaft kam als Erster vorbei, Carlos Retegui versuchte, den Kapitän der deutschen Hockey-Männer zu trösten. Wenig später war auch Bundestrainer Valentin Altenburg bei Fürste, doch der war einfach nur fassungslos.

Der Traum vom goldenen Hattrick endete für Deutschland mit einem Debakel. Die bislang so überzeugenden Comebacker, die mehrfach in der letzten Minute Spiele aus dem Feuer gerissen hatten, unterlagen kaltschnäuzigen Argentiniern 2:5 (0:3) - es war die höchste Niederlage bei Olympia seit 32 Jahren. Nach den Triumphen von Peking 2008 und London 2012 kämpft Deutschland in Rio diesmal nur noch um Bronze.

"Die Effizienz der Argentinier hat uns das Genick gebrochen", sagte Florian Fuchs. Altenburg sah es nicht anders: "Die fünf Schüsse der Argentinier waren alle drin. Wir haben aus vielen Chancen zu wenig Tore gemacht, Argentinien hat aus wenig viel gemacht", sagte der Bundestrainer.

Torhüter Nicolas Jacobi verzweifelte an den Strafecken des Spezialisten Gonzalo Peillat, der in der ersten Halbzeit alle drei Versuche versenkte. "Von den drei Ecken muss ich mindestens eine halten. Aber wir dürfen sie auch nicht so leicht zulassen", sagte Jacobi.

Eine irrwitzige Aufholjagd wie im Viertelfinale gegen Neuseeland (3:2), als Deutschland in den letzten vier Minuten ein 0:2 in einen Sieg verwandelt hatte, blieb diesmal aus. Joaquin Menini und Lucas Vila erstickten zur Freude der enthusiastischen argentinischen Fans alle vagen Hoffnungen auf ein abermaliges Last-Minute-Wunder im Keim. "Es ist sehr, sehr heftig zusammengekommen. Dass wir in einem olympischen Halbfinale 0:5 zurückliegen, ist sehr bitter. Es ist wahnsinnig enttäuschend", sagte Fuchs.

Die Treffer für Deutschland erzielten Fürste (Siebenmeter) und Christopher Rühr. Der bislang so überragende Kapitän Fürste hatte diesmal aber kein Glück mit seinen Strafecken. Es war die höchste Olympia-Niederlage der deutschen Männer seit dem 0:3 gegen Australien 1984 in Los Angeles. Gegner im kleinen Finale morgen (17 Uhr) ist Belgien oder die Niederlande. Letztmals gab es 2004 in Athen Bronze für die DHB-Auswahl.

(sid)
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