French Open: Kuerten im Achtelfinale: Trauriges Ende der Roddick-Show
zuletzt aktualisiert: 01.06.2001 - 21:22Paris (rpo). Die "Ich-zerreiße-mein-Shirt-Show" des Andy Roddick hat das Publikum bei den French Open in Paris begeistert. Nach seinem Sieg über Michael Chang lehrte der 18 Jahre alte Amerikaner auch Lleyton Hewitt das Fürchten. Im dritten Satz war aber Schluss. Diesmal riss nicht das Shirt, sondern eine Muskelfaser des Shootingstars.
Die 18 Jahre junge US- Hoffnung stürzte im Duell der Nachwuchsstars gegen den 20-jährigen Australier Lleyton Hewitt beim Stand von 7:6 (8:6), 4:6, 2:2 und konnte danach wegen einer Verletzung im linken Oberschenkel nicht mehr weiterspielen. Roddick hatte dort schon im Match gegen Chang Beschwerden. "Es ist nichts gerissen. Ich werde in Wimbledon spielen. Die Pause wird nicht länger als fünf, sechs Tage dauern", sagte Roddick.
Bis zum plötzlichen Ende hatten die beiden Jungstars über mehr als zwei Stunden ein hochklassiges Duell auf dem Court Central geboten. Hewitt vergab im ersten Durchgang vier Satzbälle, holte sich aber nach seinem zweiten Break Durchgang zwei und ließ bis dahin nicht ein einziges Ass von Roddick zu. Gegen Chang hatte der US-Boy mit 37 Assen noch einen Rekord in Roland Garros aufgestellt.
Im fünften Spiel des dritten Satzes passierte es: Beim Antritt Richtung Vorhand-Ecke knickte Roddick mit dem rechten Fuß um und blieb mit der linken Fußspitze hängen. Bei dem schweren Sturz zog er sich im linken Oberschenkel eine Muskelverletzung zu und bekam vom Physiotherapeuten eine Bandage angelegt. Während sein französischer Trainer Tarik Benhabiles auf der Tribüne schon wild gestikulierte, versuchte es sein Schützling noch einmal, musste nach dem zweiten Punkt aber die Sinnlosigkeit des Vorhabens einsehen. Mit Tränen in den Augen saß Roddick entgeistert auf seinem Stuhl, bevor er unter den Ovationen der Zuschauer den Platz verließ. "Es ist schade, dass ich so gewonnen habe. Aber ich bin sicher, dass wir noch oft gegeneinander spielen werden - dann hoffentlich später im Turnier", sagte Hewitt.
Titelverteidiger Gustavo Kuerten überstand seine erste harte Prüfung im diesjährigen Turnier. Der Brasilianer musste 3:11 Stunden lang hart arbeiten, ehe das 6:3, 6:7 (3:7), 7:6 (7:5), 6:2 gegen den Marokkaner Karim Alami unter Dach und Fach war. Mitfavorit Juan Carlos Ferrero gab im Duell zweier Spanier zwar seinen ersten Satz ab, siegte aber noch problemlos mit 6:1, 6:7 (2:7), 6:1, 6:2 gegen Qualifikant Jacobo Diaz. Ferrero trifft nun auf den Schweden Thomas Enqvist. Olympiasieger Jewgeni Kafelnikow, 1996 in Paris Finalsieger über Michael Stich, bezwang den Belgier Olivier Rochus 7:6 (7:1), 6:4, 6:3 und muss jetzt gegen den Spanier Tommy Robredo spielen.
Bei den Frauen gab es eine weitere Überraschung. Die zuletzt in Rom siegreiche Jugoslawin Jelena Dokic schied gegen die ungarische Qualifikantin Petra Mandula mit 6:3, 4:6, 4:6 aus. Die Top- Favoritinnen sind erst am Samstag wieder an der Reihe.
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