US-Finanzkonzern Hancock weiter olympischer Top-Sponsor: Trotz scharfer Kritik am IOC Folge-Vertrag bis 2004 unterzeichnet
zuletzt aktualisiert: 15.02.2000Sydney (sid). Mit dem US-Finanzkonzern John Hancock bleibt einer der schärfsten Kritiker des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) weiter Top-Sponsor der olympischen Bewegung. Vor Beginn der Sitzung der Exekutive des IOC in Sydney bestätigte IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch die Unterzeichnung des Folge-Vertrages bis Olympia 2004 in Athen.
John Hancock zählt seit Jahren zu den olympischen Top-Sponsoren, die Verlängerung des Vertrages bringt dem IOC geschätzte 50 Millionen US-Dollar in die Kassen. Hancock ist der fünfte von zehn Top-Sponsoren, die den Vertrag vorzeitig verlängerten. Insgesamt nimmt das IOC innerhalb einer Olympiade durch den Verkauf der Vermarktungsrechte an den Ringen über 600 Millionen Dollar ein. Der Mindestbetrag für die Teilnahme am sogenannten TOP-Programm sind 40 Millionen Dollar.
Hancock-Vorstandsvorsitzender John d'Allessandro hatte das IOC nach dem größten Korruptionsskandal seiner Geschichte als reform-unfähig kritisiert. Zehn IOC-Mitglieder waren infolge ihrer Verwicklung in den Skandal um die Vergabe der Olympischen Winterspiele an Salt Lake City 2002 suspendiert worden oder vorzeitig zurückgetreten.
In einem vom IOC in Sydney verbreiteten Statement hörte sich d'Alessandro nun ganz anders an: "Wir glauben, dass das IOC durch den Reformprozess demokratischer und transparenter geworden ist. Das IOC ist zu einer berechenbaren Institution geworden. Die IOC-Führung verdient Respekt für die Reformen."
Samaranch bezeichnete die Vertragsverlängerung als Zeichen, dass "das Ansehen der Olympischen Spiele durch die Krise des IOC nicht berührt worden ist." Vor Hancock hatten bereits Coca Cola, Visa und Time Warner ihre Top-Verträge verlängert, der europäische Softwareproduzent Sema hatte IBM als Top-Sponsor ersetzt.
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