Disziplin als Leistungssport weiter fördern: TV-Millionen für Snowboard-Talente
zuletzt aktualisiert: 30.10.2001 - 16:15München (rpo). Mit einem Millionenbetrag für den Nachwuchs und einem fairen Zusammenspiel der internationalen Konkurrenzverbände sollen die deutschen Snowboarder für die Olympischen Spiele fit gemacht werden.
Bis zu zwei Millionen Mark (1,02 Millionen Euro) will der Deutsche Skiverband für die Talentförderung im Snowboardsport investieren und damit die Disziplin als Leistungssport weiter fördern. Dies erklärte DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller bei einem Medienforum in Unterföhring bei München. "Snowboard boomt. Dem wollen wir auch als Verband Rechnung tragen", sagte Pfüller.
Die Einnahmen aus den Fernsehverträgen mit dem Privatsender RTL - der DSV kassiert für fünf Jahre 140 Millionen Mark - werde der Verband zum Teil für den Snowboardsport verwenden. Frühe Talentsichtung und mehr Trainer im Kinder- und Jugendbereich sollen dem DSV langfristige Erfolge sichern. "Man muss heutzutage den Nachwuchsfahrern die Möglichkeit geben, mehrmals am Gletscher zu trainieren, Schneekontakt wird immer wichtiger", betonte der Sportdirektor. "Wenn wir drei, vier Jahre ordentlich arbeiten, können wir unseren Nachwuchs nach vorne bringen", so Pfüller.
Doch Erfolge wünscht sich der Verband auch bei Olympia 2002 in Salt Lake City. In Sachen Olympia-Qualifikation sind die Schranken zwischen den konkurrierenden Verbänden ISF (International Snowboard Federation) und dem Internationalen Skiverband (FIS) gefallen. "Wenn es darum geht, die Besten zu nominieren, ist es nur fair, den anderen keine Steine in den Weg zu legen", sagte Pfüller. ISF-Fahrer wie zum Beispiel Halfpipe-Spezialist Xaver Hoffmann aus Murnau werden in dieser Saison an FIS-Wettbewerben teilnehmen, um sich für Olympia zu qualifizieren. Voraussetzung sind mindestens ein Platz unter den ersten Acht oder zwei Platzierungen unter den besten 16.
"Wenn ich zu Olympia will, muss ich mich bestimmten Regeln beugen", befand Hoffmann. Der Vierte des ISF-Halfpipe-Weltcups und der ISF-Weltmeisterschaft sieht die Verbandsquerelen, durch die Snowboard in den vergangenen Jahren vor allem negative Schlagzeilen machte, gelassen: "Wir Fahrer denken manchmal einen Schritt einfacher." Grundsätzlich sei er mit der momentanen Situation zufrieden. "Ich picke mir die besten Weltcups raus und kann da fahren, wo die beste Pipe ist."
Snowboard lasse sich nicht in eine Schablone pressen, glaubt Hoffmann. Die "richtigen Stars" der Szene würden sich über Magazine und Videos entwickeln, nicht über Wettkämpfe und Leistungssport. "Es wird weiterhin zwei Bereiche geben: Die Freifahrer und die Wettkämpfer." Sollten sich Tendenzen zeigen, dass Leistungssportler Profis werden, "müssen wir unsere Strategie überdenken", so Pfüller angesichts diverser Pläne von Event-Agenturen, Snowboard- Veranstaltungen ohne Wettbewerbscharakter durchzuführen.
Um mehr Publikum für Snowboard zu interessieren, seien weitere Wettbewerbe in großen Städten geplant, sagte Peter Krogoll, DSV- Sportwart und Technischer Direktor der FIS. Dass die Verantwortlichen der Olympischen Winterspiele in Turin 2006 neben Halfpipe und Riesenslalom auch Boarder Cross ins Programm aufnehmen wollen, konnte FIS-Koordinator Chris Wagner nicht bestätigen.
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