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Aix-En-Provence
Ukrainisches Top-Duo "JaKo" hat keine Angst vor DFB-Team

Aix-En-Provence. Andrej Jarmolenko und Jewgeni Konopljanka bilden eine gefährliche Flügelzange, die auf dem Transfermarkt heiß begehrt ist.

Beim FC Barcelona Seite an Seite mit Lionel Messi spielen? Für die meisten Fußballprofis gäbe es nichts Größeres. Der ukrainische Angreifer Andrej Jarmolenko sieht das jedoch völlig anders. "Natürlich kann man nach Barcelona gehen, ein cooles Selfie mit Messi machen, es bei Instagram hochladen, Millionen von Likes bekommen und mit sich zufrieden sein", sagt der 26-Jährige. "Aber ich bin keiner von dieser Sorte." Jarmolenko will das Spiel einer Mannschaft bestimmen, so wie er es seit Jahren bei seinem Klub Dynamo Kiew und in der Nationalmannschaft beeinflusst. Der rechte Flügelspieler und sein kongenialer Partner auf der linken Seite, Jewgeni Konopljanka, bilden bei der Ukraine eine Flügelzange, die dem abwehrgeschwächten Weltmeister Deutschland beim morgigen EM-Gruppenauftakt (21 Uhr/ARD) in Lille gefährlich werden könnte.

Jarmolenko und Konopljanka bilden das Zauber-Duo "JaKo", auf das Nationaltrainer Michail Fomenko und dessen Assistent Andrej Schewtschenko ihre komplette Taktik ausrichten: Hinten tief und kompakt stehen, vorn über die schnellen Außen kontern. Die Flügelspieler wollen mit starken Auftritten bei der EM aber auch ihren Marktwert testen. Das gilt vor allem für Jarmolenko, an dem zahlreiche Topklubs interessiert sind. Als Kandidat gilt der FC Liverpool mit Teammanager Jürgen Klopp, der 30 Millionen Euro Ablöse bietet, aber auch dessen Lokalrivale FC Everton, dessen Finanzkraft durch den Einstieg des iranischen Investors Farhad Moshiri deutlich gestiegen ist. Berater Vadim Shably sieht seinen Klienten Jarmolenko in der höchsten (Transfer-)Liga: "Wenn er nach England geht, dann kostet er 70 Millionen. Nicht weniger als Kevin de Bruyne."

Was macht Jarmolenko so begehrt? Er ist schnell, trickreich und torgefährlich. Sechs Treffer in zwölf Spielen schoss Jarmolenko für die Ukraine in der Qualifikation, 25 Tore in 59 Länderspielen. Jarmolenko ist aber auch ein Hitzkopf. Sein fieser Tritt gegen Taras Stepanenko im Ligaspiel gegen Schachtjor Donezk hat das Klima in der Nationalmannschaft zwischenzeitlich vergiftet. Erst nach einer öffentlichen Entschuldigung bekam der Star sein EM-Ticket.

Konopljanka, der im Sommer 2015 ablösefrei zum FC Sevilla wechselte, ist weniger torgefährlich, dafür aber spielstärker. Er kann den EM-Auftakt kaum erwarten: "Wir haben keine Angst vor dem deutschen Team."

(sid)
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