Radsport: Training statt Aragon-Rundfahrt: Ullrich gesundgeschrieben
zuletzt aktualisiert: 11.04.2000 - 11:23Merdingen (sid). Neuanfang für Telekom-Star Jan Ullrich (Foto): Der Merdinger bekam nach seinem grippalen Infekt am Montagmorgen in der Freiburger Uniklinik "grünes Licht" von den Ärzten und wird nun ein zweiwöchiges Trainingsprogramm zum Formaufbau absolvieren. "Der Infekt ist abgeklungen, Jan ist wieder gesund. Er wird aber nicht die am Mittwoch beginnende Aragon-Rundfahrt bestreiten, sondern sich zunächst in dieser Woche im heimischen Schwarzwald auf die schweren Aufgaben im Sommer vorbereiten", erklärte Team-Sprecher Olaf Ludwig gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (sid).
Unterstützt wird er dabei von seinem langjährigen Trainer Peter Becker. Bedenken angesichts der anstehenden Aufgaben hat Olaf Ludwig, selbst ehemaliger Weltcupsieger und Olympiasieger von 1988, derzeit keine: "Sicher ist die Situation nicht optimal. Aber wenn seine Gesundheit stabil bleibt, gibt es überhaupt keinen Grund zur Panik."
Noch sind drei Monate Zeit bis zum Höhepunkt Tour de France. "Die Situation ist nicht neu. Und Jan hat doch bewiesen, dass er schnell in Form kommen kann", sagt Ludwig, der die Tour de Suisse vom 13. bis 22. Juni als den entscheidenden Gradmesser für die Form des Telekom-Kapitäns bezeichnet: "Wenn er dort gut mitfährt und in den Bergen mithält, kann er auch bei der Tour de France alles erreichen." Die Frankreich-Rundfahrt, die Jan Ullrich 1997 als erster Deutscher gewinnen konnte, findet vom 1. bis 23. Juli statt.
Wann Jan Ullrich das nächste Mal in den Rennsattel steigen wird, lässt Olaf Ludwig offen: "Das hängt jetzt erst einmal davon ab, wie das Aufbautraining verläuft. Dann sehen wir weiter." Sein letztes Rennen hatte Ullrich im März beim Mehretappenrennen Tirreno-Adriatico bestritten.
Die fünftägige Aragon-Rundfahrt bestreitet das Team Telekom mit folgenden Fahrern: Rolf Aldag, Gian-Matteo Fagnini, Danilo Hondo, Kai Hundertmarck, Giovanni Lombardo, Georg Totschnig und Steffen Wesemann. Erik Zabel, derzeit Spitzenreiter im Weltcup, disponierte um. Der Sprinterstar verzichtete auf die Aragon-Rundfahrt und wird statt dessen am Sonntag den schweren Ardennen-Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich fahren.
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