Wegen gesundheitlicher Probleme: Ullrich sagt WM-Start im Zeitfahren ab
zuletzt aktualisiert: 27.09.2004 - 15:02Neuss (rpo). Aus dem Start von Jan Ullrich beim Zeitfahren der Straßen-Weltmeisterschaft am Mittwoch in Italien wird nun doch nichts. Der zweimalige Weltmeister sagte seine Teilnahme aufgrund von gesundheitlichen Problemen kurzfristig ab.
"Zurzeit bin ich kaum in der Lage, mich überhaupt aufs Rad zu setzen. Ich bin bis übermorgen sicher nicht in der Verfassung, um den Titel mitfahren zu können. Nicht weniger wird aber von mir verlangt", erklärte Ullrich auf seiner Internet-Homepage.
Ob der Wahl-Schweizer aus Scherzingen am Sonntag an den Start gehen kann, ist derzeit fraglich. "Ob ich im Straßenrennen in Verona teilnehme, wird sich wohl erst im Laufe der Woche entscheiden", so Ullrich. Für den Olympiasieger von Sydney und Tour-Gewinner von 1997 wird nun in Bardolino am Gardasee Vizeweltmeister Uwe Peschel aus Scheidegg neben dem WM-Dritten Michael Rich aus Emmendingen für Deutschland auf Medaillenjagd gehen.
Genauere Untersuchung in Freiburg
Am vergangenen Sonntag hatte Jan Ullrich wegen leichter Magenbeschwerden bereits auf den Start beim Grand Prix Beghelli, der als WM-Generalprobe geplant war, verzichten müssen. "Morgens um 7 Uhr ging s los. Seitdem kann ich kein Essen bei mir behalten. Ich weiß nicht, ob ich mir eine Lebensmittelvergiftung geholt habe, oder ob es der Virus ist, der T-Mobile schon bei der Vuelta so dezimiert hatte", erklärte der 30-Jährige, der am Montag mit seiner Physiotherapeutin Birgit Krohme nach Hause fuhr. Er wird sich zu einer ärztlichen Untersuchung in die Uniklinik in Freiburg begeben.
Die jüngsten Ergebnisse bei kleineren Rennen in Italien hatten Ullrich Mut gemacht, am Ende der Saison doch noch zu einem Erfolgserlebnis zu kommen. Bei Olympia in Athen war mit Platz sieben im Zeitfahren und Rang 19 im Straßenrennen deutlich hinter den Erwartungen geblieben. Der einzige bedeutende Erfolg in 2004 war dem Vierten der Tour de France bei der Schweiz-Rundfahrt geglückt.
"Ich fühle mich in der Lage, mit den Besten mitzuhalten, die Rennen in Italien haben mir das gezeigt", hatte Ullrich noch am Samstag erklärte. Kurz zuvor war er zwei Tage nach seinem Sieg bei der Coppa Sabatini beim Giro dell'Emilia über 197 km rund um Bologna als Fünfter ins Ziel gekommen. "Ich bin sehr zufrieden mit Jan. Er ist in guter Form", hatte auch T-Mobile-Sportdirektor Mario Kummer erwartungsfroh erklärt: "Es war ein sehr schweres Rennen, und er hat sein Können wieder unter Beweis gestellt."
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