Mario Cipollini gewann sechste Etappe: Unfall überschattet sechste Giro-Etappe
zuletzt aktualisiert: 25.05.2001 - 19:45Nettuno (rpo). Ein schwerer Unfall überschattet die sechste Etappe des 84. Giro d'Italia. Gut 30 Kilometer nach dem Start in Nettuno kollidierte der Spanier Jesus Maria Mazano mit einem Vespa-Fahrer aus dem Organisationsteam. Der 23 Jahre alte Kelme-Fahrer musste daraufhin ins Krankenhaus transportiert werden.
Telekom-Sprinter Danilo Hondo hat auf der "Protest-Etappe" des 84. Giro d'Italia seinen dritten Etappensieg nur knapp verfehlt. Der Cottbuser musste sich im Massensprint des sechsten Teilstücks über 150 Kilometer von Nettuno nach Rieti nur dem italienischen Sprintkönig Mario Cipollini geschlagen geben.
Den Unfall Manzanos nahm das Feld zum Anlass, mit reduziertem Tempo gegen die Sicherheitsmängel beim Giro zu protestieren. Telekom-Leiter Rudy Pevenage hatte für die Fahrer vollstes Verständnis: "Heute lief einiges falsch. Viele Autos behinderten während der Etappe die Fahrer. Ich hoffe, dass sich die Umstände bessern, wenn das Feld in Richtung Norden weiterzieht."
Deutliche Verspätung
Die Folge der "Bummelfahrt" war eine deutliche Verspätung im Zielort Rieti. Dort fuhr Cipollini nach 4:13:24 Stunden als Erster über den Zielstrich und holte seinen insgesamt 31. Etappensieg bei der Italien-Schleife. Hondo, der bereits die zweite und dritte Giro-Etappe gewonnen hatte, verpasste mit seinem zweiten Platz damit vorerst die Möglichkeit, als erster Deutscher das Triple bei der Italien-Schleife zu schaffen. Etappendritter wurde der Italiener Massimo Strazzer.
Das "Maglia rosa" des Führenden in der Gesamtwertung verteidigte der Italiener Dario Frigo erfolgreich. Der 27 Jahre alte Fahrer des Teams Fassa Bortolo, der auf der vierten Etappe erstmals die Spitze übernommen hatte, liegt weiterhin zwölf Sekunden vor dem Spanier Abraham Olano. Auf dem dritten Platz folgt Frigos Landsmann Gilberto Simoni mit einem Rückstand von 13 Sekunden.
Olympiasieger Jan Ullrich, der sich einige Male an der Spitze des Hauptfelds blicken ließ, erreichte das Ziel mit dem Hauptfeld. Der Merdinger ist nach überstandener Erkältung weiter auf dem Weg der Besserung, wie Pevenage erklärte: "Es wird von Tag zu Tag besser. Allerdings braucht Jan noch einige Tage. Schließlich musste er eine Woche lang Antibiotika einnehmen." Noch am Mittwoch hatte Ullrich bei der ersten Bergankunft über acht Minuten auf den Tagessieger verloren, wodurch der Tour-de-France-Sieger von 1997 im Gesamtklassement weit zurückfiel.
Italiener feiern
Die italienischen Gazzetten feierten am Freitag den zweiten italienischen Dreifach-Triumph vom Vortag, als Ivan Quaranta seine beiden Landsleute Mario Cipollini und Moreno Di Biase im Massensprint besiegt hatte. "Fünfte Etappe im Zeichen der Italiener! Die jungen Italiener erfreuen den Giro", titelte die Corriere dello Sport, während die Gazzetta dello Sport den Etappensieger Quaranta in den Himmel lobte: "Ivan ist die neue Hoffnung des italienischen Radsports."
Marco Pantani war im Gegensatz zu seinen Landsleuten nicht zum Jubeln zu Mute. Der "Pirat" zweifelt nach seiner durchwachsenen Vorstellung bei der ersten Bergankunft an seiner Form: "Ich bin nicht der echte Pantani. Der Radsport steht vor einer neuen Generation. Ich weiß nicht, ob ich in dieser Epoche noch etwas machen kann. Die Berge werden es in den kommenden Tagen zeigen." Der Giro-Sieger von 1998 liegt momentan mit 1:09 Minuten Rückstand auf dem 18. Platz in der Gesamtwertung.
Am Samstag steht die längste Giro-Etappe auf dem Programm. Das siebte Teilstück führt die Fahrer über 238 Kilometer von Rieti in das mittelalterliche Städtchen Montevarchi südlich von Florenz. Rund 40 Kilometer vor dem Ziel wartet in der Toskana der Anstieg zum 834 Meter hoch gelegenem Valico di Monte Luco, ein erneuter Massensprint ist kaum zu erwarten.
84. Giro d?Italia, 6. Etappe über 150 km von Nettuno nach Rieti:
1. Mario Cipollini (Italien) 4:13:23 Stunden, 2. Danilo Hondo (Cottbus), 3. Massimo Strazzer (Italien), 4. Mauro Gerosa (Italien), 5. Jeroen Blijlevens (Niederlande), 6. Endrio Leoni (Italien), 7. Marco Zanotti (Italien), 8. Alexis Rodriguez (Spanien), 9. Gabriele Missaglia(Italien), 10. Giuliano Figueras (Italien), ... 27. Marco Pantani (Italien), ... 36. Dario Frigo (Italien), ... 39. Giovanni Lombardi (Italien), ... 67. Roberto Sgambelluri (Telekom/Italien), ... 76. Matthias Kessler (Nürnberg), ... 77. Jan Ullrich (Merdingen), ... 85. Kai Hundertmarck (Eppstein-Bremthal), ... 91. Alberto Elli (Telekom/Italien), ... 120. Kevin Livingston (Telekom/USA), ... 134. Giuseppe Guerini (Telekom/Italien) alle gleiche Zeit
Gesamtklassement:
1. Frigo 27:03:58 Stunden, 2. Abraham Olano (Spanien) 0:12 Minuten zurück, 3. Gilberto Simoni (Italien) 0:13, 4. Wladimir Belli (Italien) 0:17, 5. Jose Azevedo (Portugal) 0:19, 6. Giuseppe Di Grande (Italien) 0:25, 7. Jan Hruska (Tschechien) 0: 28, 8. Wladimir Douma (Ukraine) 0:33, 9. Oscar Camenzind (Schweiz) 0:35, 10. Gabriele Colombo (Italien) 0:38, ... 18. Pantani 1: 09, ... 28. Sgambelluri 1:57, ... 30. Elli 2:05, ... 63. Kessler 6: 46, ... 71. Guerini 10:48, ... 73. Ullrich 10:57, ... 79. Hundertmarck 11:49, ... 81. Hondo 12:17, ... 100. Lombardi 16: 36, ... 134. Livingston 24:21
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