Drei-Satz-Niederlage gegen Dementiewa: US Open: Anke Huber "verschenkt" Halbfinalteilnahme
zuletzt aktualisiert: 06.09.2000 - 21:41New York (sid). Anke Huber hat bei den US Open die Chance ihrer ersten Halbfinalteilnahme leichtfertig verschenkt. Die Karlsdorferin unterlag der ungesetzten Russin Elena Dementiewa nach 1:24 Stunden 1:6, 6:3, 3:6 und verabschiedete sich als letzte deutsche Teilnehmerin aus dem Turnier. Die 18-Jährige aus Moskau trifft nun auf die Siegerin des US-amerikanischen Duells zwischen der früheren Weltranglisten-Ersten Lindsay Davenport und Vorjahressiegerin Serena Williams. Bei den Herren bekommt es Nicolas Kiefer am Donnerstag mit dem an Nummer sechs gesetzten russischen Geheimfavoriten Marat Safin zu tun.
Huber ging vor den Augen von Präsidententochter Chelsea Clinton mit einer Portion Respekt in das zweite Aufeinandertreffen mit der Weltranglisten-25., gegen die sie bereits in Indian Wells in drei Sätzen den Kürzeren gezogen hatte. Dementsprechend nervös begann die Deutsche, versuchte in der Anfangsphase das Spiel von der Grundlinie zu kontrollieren. Die Rechnung ging nicht auf. Huber fand zunächst nicht zu ihrem Rhythmus, machte im ersten Durchgang ganze zwölf Punkte und gab nach nur 17 Minuten den Satz ab.
Besser lief es in Durchgang zwei, den die 25-Jährige nach einer Schwächeperiode ihrer Gegnerin für sich entschied. Gleich zum Auftakt des letzten Satzes gelang Huber ein Break. Doch ihr schwacher Aufschlag machte der Deutschen einen Strich durch die Rechnung. Dementiewa schaffte zunächst das Re-Break zum 2:2 und nahm der Deutschen beim Stande von 3:3 vorentscheidend den Aufschlag ab.
Im zweiten Damen-Halbfinale kommt es zum vorweggenommenen Endspiel zwischen der Weltranglistenersten Martina Hingis und der seit 24 Spielen ungeschlagenen Venus Williams. Beide meisterten ihre Viertelfinalaufgaben mit Bravour: Hingis demontierte in einer eindrucksvollen Flutlicht-Show Monica Seles (USA/Nr. 6) mit 6:0, 7:5. Die ältere der "Ghetto-Sisters" ließ beim 6:4, 1:6, 6:1 über Nathalie Tauziat (Frankreich/Nr. 8) nichts anbrennen.
Pünktlichkeit wurde belohnt, als Hingis am Dienstagabend zum 13. Mal in ihrer Karriere auf Seles traf. Die letzten Zuschauer hatten sich kaum gesetzt, da verwandelte die Schweizerin nach nur dreizehn Minuten ihren ersten Satzball. Monica Seles wirkte abwesend und erzielte nur sechs Punkte.
"Das war vielleicht der kürzeste Satz, den ich je gespielt habe", sagte Hingis, die Seles erst in diesem Frühling beim Turnier in Miami mit 6:0, 6:0 die Höchststrafe verabreicht hatte. Für ihr Halbfinale gegen Venus Williams - immerhin das dritte US-Open-Duell in vier Jahren - kündigte die Topgesetzte großes Tennis an: "Wenn wir aufeinandertreffen, gibt es immer Spannung bis zum Matchball. Ich glaube, es wird sehr, sehr eng."
Bei den Herren erreichte Lleyton Hewitt (Australien, Foto oben) mit einem 6:2, 6:4, 6:3 über Arnaud Clement (Frankreich, Foto links) als erster Spieler das Halbfinale. Kiefer-Gegner Marat Safin unterstrich bereits am Dienstagabend mit einem 6:1, 6:2, 6:2-Kantersieg über seinen spanischen Trainingspartner Juan Carlos Ferrero die Seriösität seiner Titelambitionen.
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