Nach dem Zweitrunden-Aus von Barbara Rittner: US Open: Huber letzte Deutsche
zuletzt aktualisiert: 31.08.2001 - 00:47New York (rpo). Das Aus von Barbara Rittner hat die deutschen Lichtblicke bei den US Open getrübt. Während Thomas Haas und Überraschungssieger Björn Phau ihre Auftaktspiele überstanden, scheiterte die Leverkusenerin am Mittwoch an der einstigen French-Open-Siegerin Iva Majoli aus Kroatien. Anke Huber hingegen steht in Runde drei.
Die Weltranglisten-17. aus Karlsdorf gewann am Donnerstag 7:6 (7:2), 6:4 gegen die US- Amerikanerin Sarah Taylor. Nächste Gegnerin der deutschen Nummer eins ist die Weltranglisten-Elfte Elena Dementiewa aus Russland.
Gegen den Nachwuchsstar muss sich Anke Huber allerdings erheblich steigern. Die 26-Jährige zeigte eine äußerst schwankende Leistung mit insgesamt 41 leichten Fehlern gegen die sieben Jahre jüngere Sarah Taylor. Die Nummer 187 der Weltrangliste aus Florida war nur dank einer Wild Card ins Feld gekommen und hatte sich in der ersten Runde überraschend gegen die deutsche Nachwuchshoffnung Marlene Weingärtner durchgesetzt.
Die 28-Jährige verlor 4:6, 5:7 und konnte bei ihrer zehnten Teilnahme in New York nicht an die starke Leistung beim Erstrundensieg über die Amerikanerin Amy Frazier anknüpfen und verpasste ein Duell gegen die Weltranglisten-Erste Martina Hingis aus der Schweiz.
Damit ist Anke Huber als letzte der ursprünglich zehn deutschen Damen noch im Wettbewerb. Der deutschen Nummer eins winkte im Duell gegen Sarah Taylor aus den USA am Donnerstag der Sprung unter die letzten 32. Auch Daviscup-Spieler Rainer Schüttler besaß die Chance, bereits in Runde drei einziehen. Voraussetzung war ein Sieg des Bad Homburgers über Ramon Delgado aus Paraguay. Bei den Herren sind derzeit noch drei von sechs gestarteten Deutschen dabei.
Für den ersten Skandal sorgte der Tscheche Michal Tabara. Weil er nach der Fünf-Satz-Niederlage gegen den US-Amerikaner Justin Gimelstob auf dem Weg zum obligatorischen Handschlag in Richtung seines Gegners gespuckt hatte, wurde Tabara am Donnerstag mit 1.000 Dollar Strafe belegt. Gimelstob ließ sich während des Matches zweimal behandeln und präsentierte den Journalisten anschließend zum Beweis seinen blutigen großen Zeh. Tabara warf seinem Gegner dagegen Schauspielerei vor und empfahl ihm, nach Hollywood zu gehen.
Die Anwärter auf die Siegerschecks in Höhe von jeweils 850.000 Dollar. French-Open-Finalistin Kim Clijsters aus Belgien siegte zum Auftakt am Donnerstag 6:3, 6:2 über Allison Bradshaw aus den USA. Auch der zweimalige US-Open-Champion Patrick Rafter aus Australien steht in Runde drei. Rafter gewann in der "Evening Session" am Mittwoch 7:5, 6:2, 6:1 über den Belgier Christophe Rochus.
Der Weltrangliste Gustavo Kuerten überstand anders als im vorigen Jahr sein Auftaktmatch, räumte nach dem Vier-Satz-Sieg gegen den Tschechen Daniel Vacek am Mittwoch (Ortszeit) aber ein: "Ich war nervöser als sonst und bin mit ein bisschen Angst auf den Platz gegangen." Wimbledon-Sieger Goran Ivanisevic servierte beim glatten Erfolg über Hugo Armando aus den USA zwar 25 Asse, litt aber ebenfalls unter Lampenfieber, weil ihn das große Fan-Interesse im Louis-Armstrong-Stadium überraschte. "Ich dachte: Was ist denn hier los?" sagte der Kroate, der sich auch in Flushing Meadows einiges ausrechnet: "Wenn ich die erste Woche überstehen sollte, werde ich sehr gefährlich sein."
Bei den Damen gab es leichte Erfolge für die Top-Spielerinnen. Martina Hingis benötigte gerade einmal 37 Minuten für das 6:0, 6:2 über die Russin Lina Krasnorutskaja. Angesichts eines leichten Schnupfens war Hingis erleichtert über das schnelle Ende. Die zweimal in New York erfolgreiche Monica Seles ließ sich von der unorthodoxen Spielweise der Russin Jewgenia Kulikowskaja nicht beeindrucken. Die Amerikanerin gewann 6:1, 6:4 gegen die Nummer 227 der Weltrangliste, die den Schläger je nach Bedarf in die linke oder die rechte Hand nimmt und damit in der ersten Runde die deutsche Nachwuchshoffnung Bianka Lamade entnervt hatte.
Titelverteidiger Marat Safin hat unterdessen mit viel Mühe die dritte Runde erreicht. Der an Nummer drei gesetzte Russe gewann nach 3:27 Stunden mit 7:6 (7:5), 6:7 (2:7), 7:6 (7:5), 7:6 (7:5) gegen den Kroaten Ivan Ljubicic. Der 21-jährige Moskauer wartet nun auf den Sieger des Matchs zwischen dem Marokkaner Hicham Arazi und Chris Woodruff aus den USA.
Ebenfalls weiter kam auch Marcelo Rios. Der frühere Weltranglistenerste gewann 7:5, 6:4, 6:0 gegen den an Nummer 22 gesetzten Rumänen Andrei Pavel. Der Australian-Open-Finalist von 1998, der bei seinen bisherigen zwei Saison-Grand-Slams nicht über die zweite Runde herausgekommen war, trifft nun auf Thomas Johansson. Der Schwede gewann 4:6, 6:2, 6:3, 6:3 gegen den Italiener Andrea Gaudenzi. Als Nummer neun der Setzliste zog auch der Brite Henman mit einem 6:3, 6:4, 3:6, 6:4-Erfolg über den Brasilianer Fernando Meligeni in die Runde der letzten 32 ein.
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