Einzige deutsche Dame in der dritten Runde: US Open: Martina Müller trifft auf Venus Williams
zuletzt aktualisiert: 30.08.2002 - 13:22New York (rpo). Als einzige deutsche Tennisspielerin hat Martina Müller aus Hannover die dritte Runde bei den US Open in New York erreicht.
Müller steht damit erstmals in der dritten Runde eines Grand-Slam-Turniers. Die 19-Jährige erreichte am Donnerstag (Ortszeit) bei den US Open in New York nach einem 5:7, 6:2, 7:5-Sieg über die Österreicherin Barbara Schett die Runde der besten 32 Spielerinnen.
Für die Fed-Cup-Spielerin, die gegen Schett im ersten Satz einen 0:5-Rückstand aufholte und dabei großen Kampfgeist bewies, war der Sieg ein spätes Zeichen von Gerechtigkeit. Bei den German Open in Berlin hatte sie trotz einer großartigen Leistung in drei Sätzen gegen die Belgierin Justine Henin verloren, in New York reichte es nun erstmals gegen eine gesetzte Spielerin. Müller, die sich mit dem Erreichen der dritten Runde den Top 50 nähert und damit wieder die deutsche Nummer eins wäre, gefällt die New Yorker Variante eindeutig besser: "Ein bisschen schlechter spielen und am Ende gewinnen."
Nun wartet Venus Williams auf sie. Die Titelverteidigerin aus den USA hatte beim 6:1, 6:2 gegen die Australierin Alicia Molik leichtes Spiel. Ausgeschieden ist indes Anca Barna. Die Nürnbergerin unterlag der an Nummer 14 gesetzten Amerikanerin Chanda Rubin mit 4:6, 1:6.
Fünf Stunden Regenunterbrechung
Wegen Regens hatten die Spiele in Flushing Meadows mit fünfstündiger Verspätung begonnen. Bei den Damen gaben sich die Favoritinnen keine Blöße. Neben Venus Williams erreichten auch die an Nummer drei gesetzte Jennifer Capriati (USA) nach einem 6:4, 6:3-Erfolg über Tina Pisnik (Slowenien), Monica Seles (USA) dank eines 1:6, 7:6 (7:5)-Sieges gegen Barbara Schwartz (Österreich) und die Belgierin Kim Clijsters durch ein 6:1, 7:6 (7:1) gegen Mashona Washington (USA) die dritte Runde.
Die frühere Weltranglistenerste Martina Hingis aus der Schweiz bewies beim 6:4, 6:1 gegen die Italienerin Antonella Serra Zanetti nach ihrer Knöchel-Operation aufsteigende Form.
Im Herrenfeld mussten sich in den beiden Spaniern Carlos Moya und Albert Costa sowie Jewgeni Kafelnikow aus Russland gleich drei von den Top-Ten-Gesetzten verabschieden. French-Open-Sieger Costa kassierte gegen den Südafrikaner Wayne Ferreira eine 6:1, 7:6 (12:10), 4:6, 5:7, 4:6-Niederlage.
Agassi im Schnelldurchgang
Moya unterlag dem Amerikaner Jan-Michael Gambill mit 3:6, 3:6, 1:6 glatt. Titelverteidiger Lleyton Hewitt (Australien) stürmte Satzverlust in die dritte Runde. Er bezwang den Qualifikanten Noam Okun (Israel) mit 7:6 (9:7), 6:4, 6:1.
Für Andre Agassi war der Arbeitstag schon nach 66 Minuten beendet. Vor den Augen seiner Frau Steffi Graf und des zehnmonatigen Sohnes Jaden Gil fertigte er seinen Landsmann Justin Gimelstob in der zweiten Runde mit 6:0, 6:1, 6:1 ab und meldete hinterher seine Ansprüche auf den dritten US-Open-Titel nach 1994 und 1999 an: "Ich fühle mich besser als je zuvor. In dieser Form zähle ich mich zu den Mitfavoriten."
Am Freitag wollen Thomas Haas (Hamburg) und Alexander Popp (Mannheim) Martina Müller in die dritte Runde folgen. Der an Nummer drei gesetzte Haas muss sich mit dem Slowaken Karol Kucera auseinander setzen. Popp trifft auf den Armenier Sargis Sargsian.
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