| 23.31 Uhr

Deutscher kassiert Ohrfeige in der NBA
Schröder: "Lasse mir von niemandem ins Gesicht schlagen"

Schröder liefert sich bei Pleite in Boston Wortgefecht mit Thomas
Schröder liefert sich bei Pleite in Boston Wortgefecht mit Thomas FOTO: ap
Boston. Dennis Schröder hat mit den Atlanta Hawks eine Vorentscheidung in der ersten Play-off-Runde gegen NBA-Rekordmeister Boston Celtics verpasst. Zu allem Überfluss kassierte der Nationalspieler auch noch eine Ohrfeige.

Dennis Schröder war in Rage. "Ich lasse mir von niemandem ins Gesicht schlagen", regte sich der NBA-Profi über Isaiah Thomas auf. Im ersten Viertel des Play-off-Spiels bei den Boston Celtics hatte der 22-Jährige von den Atlanta Hawks im Vorbeigehen eine Ohrfeige vom Gegenspieler kassiert – am Ende ging auch noch das Spiel verloren.

Schröders Wut war gut zu verstehen. Der Braunschweiger holte mit 20 Punkten seine bislang beste Ausbeute in einem Spiel der Meisterrunde, verpasste mit Atlanta nach den zwei Siegen zum Auftakt durch das 103:111 beim Rekordmeister aber die Vorentscheidung im Achtelfinale. Dass es auch noch Thomas war, der Boston zum 1:2 in der Best-of-seven-Serie führte, konnte Schröder nicht gefallen.

Etwas mehr als zehn Minuten waren gespielt, als sich Thomas zu einer Dummheit hinreißen ließ. Der Guard schlug Schröder mit der flachen Hand ins Gesicht und bekam anschließend auf dem Feld einige Worte vom deutschen Basketball-Nationalspieler zu hören. Dann brachte Schröder Thomas zu Fall, es kam zum Tumult und beide erhielten ein Technisches Foul. Später bekam der Deutsche ein weiteres.

"Woow. Sie bestrafen mich für eine Unsportlichkeit! Dabei versuche ich, mich zu schützen!!! Aber Isaiah Thomas darf mir ins Gesicht schlagen!", echauffierte sich Schröder laut ESPN nach dem Spiel bei Twitter. Später wurde der Eintrag gelöscht.

Übeltäter Thomas kam um eine Sperre noch einmal herum. Wie er selbst gegenüber Medien erklärte, habe die Liga darauf verzichtet, eine Sperre für das vierte Play-off-Duell mit Atlanta auszusprechen. Die Aktion hätte für den Spielmacher Folgen haben können, weil die Schiedsrichter die Szene nicht gesehen und darum nicht geahndet hatten.

Thomas, mit 42 Punkten bester Werfer des Spiels, darf stattdessen nun aufatmen. "Ich wollte ihn nicht am Kopf treffen. Er ist durchgedreht und hat auf mich eingeredet. Aber das ist Play-off-Basketball", spielte der 1,75 m kleine Allstar die Sache im Nachhinein herunter. Die TV-Bilder beweisen aber, dass er in voller Absicht zuschlug.

Am Sonntag stehen sich beide Mannschaften noch einmal in Boston gegenüber. Schröder, dessen Einsatz in Spiel drei wegen Knöchelproblemen fraglich gewesen war, wird dabei sein. Bei Thomas ist das längst nicht sicher.

Seinen Unmut hatte Schröder Referee Zach Zarba direkt nach der Aktion mitgeteilt. "Wenn er will, dass so gespielt wird, spielen wir auch so. Das habe ich ihm gesagt", erklärte Schröder im Gespräch mit der Tageszeitung Atlanta Journal-Constitution.

(sid)
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