| 17.42 Uhr

Nowitzki-Klub in der Krise
Aus für Parsons, Aus für Rondo: Aus für Dallas?

Nowitzki erlebt schwarzen Abend gegen Houston
Nowitzki erlebt schwarzen Abend gegen Houston FOTO: ap
Dallas. Bei Dirk Nowitzki und den Dallas Mavericks hat vor Spiel drei der Play-offs am Freitag das große Zittern begonnen, dagegen befindet sich Dennis Schröder mit den Atlanta Hawks voll auf Kurs.

Die Aussichten waren ohnehin schon trübe, nun werden die Sorgenfalten bei Nowitzki und seinen Mavericks noch eine Spur tiefer. Chandler Parsons, der Königstransfer des vergangenen Sommers, kann in dieser Saison nicht mehr auflaufen. Auch der bisher enttäuschende Superstar Rajon Rondo wird in den Play-offs der Basketball-Profiliga NBA kein Spiel mehr für die Texaner machen.

Rondo feiert triumphale Rückkehr nach Boston FOTO: ap

Das schwer angeschlagene Team aus Texas braucht unter diesen Umständen fast schon ein Wunder, um das Aus im Achtelfinale verhindern zu können. Während Dennis Schröder mit den Atlanta Hawks am Mittwoch in der best-of-seven-Serie gegen die Brooklyn Nets durch ein 96:91 das 2:0 gelang, droht Nowitzki ein schnelles Aus. Nach zwei Niederlagen bei den Houston Rockets muss im ersten Heimspiel am Freitag ein Sieg her.

"Wir müssen nach vorn schauen", sagte Trainer Rick Carlisle trotzig. "Wir müssen Spiel drei mit den Jungs gewinnen, die uns zur Verfügung stehen." Der erfahrene Headcoach hofft, dass es nach den jüngsten Pleiten in eigener Halle besser läuft: "Wir kommen nach Hause. Wir haben die besten Fans der Liga."

Dallas Mavericks bezwingen San Antonio beim Rondo-Debüt FOTO: afp, rm

Offenbar ist bereits die Zeit für Durchhalteparolen gekommen. Carlisle weiß, dass die personellen Probleme gewaltig sind. Parsons steht wegen seiner Knieprobleme eine Operation bevor, Rondo hat es (offiziell) im Rücken. Inoffiziell wurde der Hochbegabte wegen seiner zuletzt indiskutablen Darbietungen aufs Abstellgleis gestellt.

"Mein Verhältnis zu ihm war professionell", sagte Carlisle. Der 55-Jährige sprach bereits in der Vergangenheit vom viermaligen Allstar. Dabei hatte er kurz zuvor betont, dass nicht klar sei, wie schwer es den Point Guard erwischt habe. Letzte Zweifel über den Status des Spielers beseitigte Carlisle mit der Antwort auf die Frage, ob Rondo noch einmal das Mavericks-Trikot tragen werde. "Nein, das glaube ich nicht", lautete diese.

Fotos: Die besten NBA-Scorer aller Zeiten FOTO: AP

Es sieht schwer danach aus, als ginge Nowitzkis Hoffnung auf einen zweiten NBA-Titel in Luft auf. Trotz seiner Entbehrungen. Der Würzburger hatte bei seiner Vertragsverlängerung in Dallas auf viel Geld verzichtet, um den Parsons-Transfer zu ermöglichen.

"Ich habe ihm gesagt, dass er in dieser Saison auf Auswährtsfahrten immer das Essen bezahlen muss. Es ist sowieso mein Geld", hatte der deutsche Nationalspieler damals gesagt. Die Entscheidung für den soliden Scorer Parsons war richtig, doch der Plan geht wegen der Verletzung zur Unzeit nicht auf.

Rondo, 2008 wichtiger Baustein bei der Meisterschaft der Boston Celtics, ist dagegen ein völliges Missverständnis. Erst im Dezember war er nach Dallas gewechselt, eine Zukunft hat der 29-Jährige beim Klub nicht. Die Wege werden sich nach wenigen Monaten wieder trennen.

"Ich verstehe, dass unsere Aussage Interpretationen nach sich ziehen wird", erklärte Carlisle den versammelten Pressevertretern:
"Und nun möchte ich keine Fragen zu Rondo mehr beantworten."

Die Umbau der Mavericks hat nicht wie erhofft funktioniert. Passiert keine Überraschung, wird sich das Team gegen Houston aus dem Meisterrennen verabschieden. Nowitzki hätte dann viel Zeit, um sich von der Saison zu erholen und auf die EM (5. bis 20. September) vorzubereiten. So gesehen hat die Misere in Dallas auch ihre guten Seiten.

(sid)
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