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Dallas Mavericks in der Krise
Nowitzki: "Es sind viele kleine Dinge"

Bilder: Nowitzki kann Krise nicht aufhalten
Bilder: Nowitzki kann Krise nicht aufhalten FOTO: afp, rm
Dallas. Die Gegner machen Witze über sein Alter, mit den Dallas Mavericks reiht Dirk Nowitzki Niederlage an Niederlage. Der Würzburger hat in der NBA schon bessere Tage erlebt.

Nowitzki schleppte sich ohne jede Gefühlsregung in die Katakomben, unmittelbar nach dem nächsten Rückschlag mit den Dallas Mavericks kam dem Würzburger kein Wort über die Lippen. Das 105:112 gegen die Indiana Pacers war für den Superstar und früheren NBA-Champion die fünfte Pleite in Folge, eine solche Negativserie hatten die Mavs zuletzt vor dreieinhalb Jahren.

Der Würzburger hat in seiner langen Karriere als Basketballer schon bessere Tage erlebt. Vom überraschend guten Start in die Saison redet einen Monat vor Ende der Hauptrunde niemand mehr, wie im Sommer von den meisten Experten vorhergesagt, muss Dallas ernsthaft um den Einzug in die Play-offs bangen – vor allem mit Blick auf das anstehende Programm.

Bis Ende März geht es unter anderem zweimal gegen den übermächtigen Meister Golden State Warriors, zweimal gegen die starken Portland Trail Blazers und zu den Cleveland Cavaliers, bestes Team aus dem Osten. Tritt Dallas auf wie gegen die Pacers, ist nichts zu holen.

"Wir haben gekämpft, aber es sind viele kleine Dinge, die dafür sorgen, dass es nicht für uns läuft. In einer engen Liga macht das manchmal den Unterschied", sagte Nowitzki später, als der erste Ärger verraucht war. Der Schuh drückt weiter bei der Abwehrarbeit: "Wir haben 112 Punkte zugelassen. Das ist gerade zu Hause normalerweise nicht das richtige Rezept, um zu gewinnen. Wir müssen defensiv mehr machen."

Nowitzki gehört zu den wenigen Lichtblicken. Mit 30 Punkten war der 37-Jährige Topscorer seiner Mannschaft, zum fünften Mal in dieser Saison erreichte er diese Marke. Insgesamt kommt vom Team aber schon seit Wochen viel zu wenig.

"In der Tretmühle der Mittelklasse" seien die Mavericks gefangen, schrieb die Tageszeitung Dallas Morning News nach dem Spiel gegen Indiana. Die Bilanz stützt genau das. Mit jeweils 33 Siegen und Niederlagen sind die Mavs im Westen auf dem achten und letzten Play-off-Platz angekommen. Das Polster auf Verfolger Utah Jazz (30:35) schmilzt dahin.

Inmitten der sportlichen Krise muss sich Nowitzki auch noch Spott von den Gegenspielern gefallen lassen. "Da kommt schon mal ein Spruch. So was wie: Hey, alter Mann, ich zeige dir jetzt mal, wie das gemacht wird", sagte Nowitzki der "Bild am Sonntag".

So mancher ist dem Altstar gegenüber sehr kreativ. "Letztens hat mir einer gesagt: Du hast wohl damals schon Wilt Chamberlain gedeckt. Er meinte das Spiel, in dem Wilt 100 Punkte gemacht hat. Das war 1962!", sagte Nowitzki. Probleme hat der ehemalige Nationalspieler damit nicht. "Ich lache ab und zu mit. Meistens höre ich aber gar nicht so genau hin."

Spaß steht in Dallas aber derzeit mal wieder nicht im Vordergrund. Dennoch denkt Nowitzki darüber nach, seinen Vertrag noch einmal zu verlängern. "Ich muss mir vor Spielen keine Schmerzmittel einwerfen, wie ich das von anderen älteren Spielern kenne. Vielleicht spiele ich nach 2017 noch ein Jahr."

(sid)
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