| 17.50 Uhr

NBA-Saisonvorschau: der Osten
Schröder steht vor dem nächsten Karriereschritt

Fotos: Schröder – Braunschweiger, NBA-Pick 17, Hawks-Profi
Fotos: Schröder – Braunschweiger, NBA-Pick 17, Hawks-Profi FOTO: dpa, js uw
Düsseldorf. Die US-amerikanische Basketballiga NBA startet in der Nacht auf Mittwoch in die 70. Saison. Im Osten spielen Dennis Schröder und die Atlanta Hawks um die vorderen Plätze mit. Für den Deutschen steht ein entscheidendes Jahr an. Von Emmanuel Schneider

DIE WICHTIGSTEN SPIELERWECHSEL IM OSTEN

Monta Ellis (von den Dallas Mavericks zu den Indiana Pacers)

Der Ex-Teamkollege von Dirk Nowitzki wechselte im Sommer nach Indianapolis zu den Pacers. Der schnelle Guard soll die Pacers wieder in die Play-offs schießen und die ins Stocken geratene Offensive beleben. In der abgelaufenen Saison legte Ellis 18,9 Punkte pro Spiel für Dallas auf und war damit bester Scorer der Mavericks.

DeMarre Carroll (von den Atlanta Hawks zu den Toronto Raptors)

Der Defensivspezialist Carroll nahm im Sommer ein Angebot der Raptors an (Vier-Jahres-Vertrag über 60 Millionen Dollar). Für die Hawks stellt der Abgang des Flügelspielers einen herben Verlust dar, da Carroll der beste Verteidiger des Teams war. Bei den Raptors soll er die Defensive verstärken.

Greg Monroe (von den Detroit Pistons zu den Milwaukee Bucks)

Die Milwaukee Bucks sind eines der aufstrebenden jungen Teams der Liga. Ihre gestiegenen Ambitionen unterstrichen sie mit der Verpflichtung von Monroe, der einer der besseren Center im Osten ist. Die Bucks gewinnen durch Monroe (15,9 Punkte, 10,2 Rebounds) deutlich an Präsenz auf der Centerposition.

David Lee (von den Golden State Warriors zu den Boston Celtics)

Als frisch gebackener Meister mit den Golden State Warriors wechselte Lee ans andere Ende der USA. Bei den Warriors war der Ex-All-Star zuletzt kaum mehr zum Einsatz gekommen und in die Rolle als Back-up gedrängt worden. An der Ostküste verstärkt er die Celtics unter dem Korb.

FAVORITEN

Großer Favorit auf den Titel im Osten und auch den NBA-Titel sind die Cleveland Cavaliers um Superstar LeBron James, der mit Kevin Love und Kyrie Irving zwei weitere legitime All-Stars an seiner Seite hat. Herausforderer der Cavs sind in erster Linie die Chicago Bulls mit Neu-Coach Fred Hoiberg sowie die Atlanta Hawks.

TITELVERTEIDIGER

Die Clevland Cavaliers legten in der vergangenen Saison einen Spät- und Stotterstart hin. Dann justierte General Manager David Griffin den Kader fein und angeführt vom überragenden James stürmten die Cavs ins NBA-Finale. Dort lieferte James eine One-Man-Show vom Feinsten ab und forderte den späteren Meister Golden State über sechs Spiele. Am Ende verlor Cleveland allerdings.

DIE CHANCEN DER DEUTSCHEN

Schröder und die Atlanta Hawks blicken auf eine historisch gute Saison 2014/15 zurück. 60 Siege und die beste Bilanz im Osten entfachten eine neue Euphorie in Atlanta. Kurz vor den Play-offs endete jedoch der Höhenflug der "Falken". Im Ost-Finale setzte es gar eine bittere 0:4-Niederlage gegen Cleveland.

Im Sommer wechselte Defensivspezialist Carroll nach Toronto, Center Pero Antic ging in die Türkei. Dafür lotsten die Hawks Tiago Splitter von den San Antonio Spurs in den Südosten der USA. Für die Hawks wird es schwer, den Vorjahreserfolg zu wiederholen, da auch die Konkurrenz stärker geworden ist.

Schröder steht indes in seiner dritten NBA-Saison vor dem nächsten großen Entwicklungsschritt. Bei den Hawks spielte er bislang in den entscheidenden Minuten wenig oder gar nicht. Im Sommer sammelte der Braunschweiger in dieser Hinsicht wichtige Erfahrung bei der Basketball-EM in Berlin. Für das DBB-Team mit einem ins Alter gekommenen Dirk Nowitzki musste der junge Point Guard viel Verantwortung übernehmen – bei den Hawks nehmen ihm das erfahrenere Mitspieler wie Jeff Teague ab. Auch wenn er ab und an überdrehte, Schröder spielte eine gute EM und wurde zweitbester Scorer des Turniers.

Dazu feilte Schröder im Sommer gezielt mit Spezialist und Teamkollege Kyle Korver am eigenen Wurf. Gerade im Abschluss aus der Distanz hat der 22-Jährige noch Luft nach oben. Schröder wird wohl zunächst weiter als Ersatz für Spielmacher Jeff Teague auflaufen. Er selbst forderte in einem Interview vor Saisonstart selbstbewusst einen Platz in der ersten Fünf. Cheftrainer Mike Budenholzer hält große Stücke auf seinen deutschen Schützling. Wenn Schröder konstant Leistung bringt, wird er noch mehr spielen als in der vergangenen Spielzeit (19,7 Minuten im Schnitt) – auch in entscheidenden Momenten.

UNSER TIPP: WER ZIEHT IN DIE PLAY-OFFS EIN?

1. Cleveland Cavaliers

2. Chicago Bulls

3. Atlanta Hawks

4. Miami Heat

5. Milwaukee Bucks

6. Toronto Raptors

7. Washington Wizards

8. Boston Celtics

(ems)
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