| 17.07 Uhr

Vater stellt Talent auf eine Stufe mit Jordan
Die Inszenienierung des Lonzo Ball

Das ist Lonzo Ball
Das ist Lonzo Ball FOTO: ap, MT
Vergleiche mit Michael Jordan und Steph Curry sowie ein Marktwert von einer Milliarde Dollar – Basketball-Talent Lonzo Ball steht vor dem NBA-Draft dank großspuriger Ansagen seines Vaters im Fokus.

LaVar Ball fühlt sich in der Rolle des Großmauls pudelwohl. Wie ein Marktschreier preist er die Qualitäten seines Sohnes Lonzo an. Das Basketball-Talent sei besser als der zweimalige Champion Stephen Curry, werde mehr Meisterschaften holen als Legende Michael Jordan und besitze einen Marktwert von einer Milliarde US-Dollar – und das, ohne auch nur eine Minute in der nordamerikanischen Profiliga NBA gespielt zu haben.

Für Vater LaVar steht jetzt schon fest, dass Lonzo Ball der nächste Superstar wird. Wenn die 30 NBA-Teams in der Nacht auf Freitag (2 Uhr MESZ/DAZN) beim Draft die hoffnungsvollsten Talente der Reihe nach auswählen, steht der 19-Jährige jedenfalls im Mittelpunkt. Experten rechnen dem 1,98 m großen Spielmacher von der University of California gute Chancen aus, an erster oder zweiter Stelle gedraftet zu werden – ungeachtet des vom Vater inszenierten Hypes.

Papa Ball gründet eigene Marke

Nicht selten bewegte sich LaVar Ball in den vergangenen Wochen und Monaten am Rande des Größenwahns. So versuchte er, für Lonzo und seine ebenfalls hochtalentierten Brüder LiAngelo (18) und LaMelo (15) einen Ausrüstervertrag an Land zu ziehen. Die bescheidene Forderung: eine Milliarde Dollar.

Als kein Sportartikelhersteller darauf ansprang, gründete das Familienoberhaupt kurzerhand seine eigene Marke. Für schlappe 495 US-Dollar (ca. 444 Euro) können Fans nun Lonzo-Sneaker erwerben, für 220 Dollar (198 Euro) gibt es Badelatschen dazu. Dass nicht einmal Michael Jordan, bester Basketballer der Geschichte, so viel Geld verlangt, hat für LaVar Ball einen Grund: "Weil er nicht Lonzo Ball ist, deswegen. Das hier ist eine neue Ära – die Ball-Ära."

Ohnehin besteht für den großspurigen Vater kein Zweifel daran, dass Lonzo "His Airness" überflügeln wird. Im Podcast "In The Zone" wurde LaVar gefragt, wie viele Meisterschaften sein Sohn in der NBA holen werde. "Mehr als sechs", lautete seine Antwort: "Jordan hatte sechs. Wenn du der beste Spieler der Welt werden willst, musst du sieben Titel gewinnen."

"Besser als Steph Curry"

Die Marketing-Strategie der Balls erfüllt ihren Zweck. Lonzo ist schon jetzt der meistbeachtete Spieler des Drafts. Dabei konnte er in seinem ersten Jahr auf dem College durchaus auch sportlich für Schlagzeilen sorgen, erzielte er doch pro Spiel durchschnittlich 14,6 Punkte, holte sechs Rebounds und gab 7,6 Vorlagen. "Für mich ist er besser als Steph Curry", tönte LaVar Ball. Curry ist wohlgemerkt zweimaliger NBA-Champion mit den Golden State Warriors und wurde 2015 und 2016 zum wertvollsten Spieler der Liga (MVP) gewählt.

Kritik für den extrovertierten LaVar Ball gab es bereits zuhauf, unter anderem von NBA-Legende Charles Barkley. "Du kannst nicht behaupten, dass ein Typ, der 30 College-Spiele gemacht hat, besser als Steph Curry wird", sagte der elfmalige Allstar bei Sporting News: "Man kann stolz auf seinen Sohn sein. Aber irgendwann wird daraus Dummheit."

Für welchen Klub sein Sprössling künftig aufläuft, ist für Vater Ball schon klar. Bislang absolvierte Lonzo nur Probetrainings bei den Los Angeles Lakers aus LaVars Heimatstadt. Der 16-malige NBA-Meister darf seinen ersten Spieler an Position zwei wählen. "Er wird für die Lakers spielen", kündigte LaVar Ball an: "Ich werde so lange darüber reden, bis es passiert."

(sid)
 
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