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NBA-Play-offs 2015
Nowitzki fordert Houston zum heißen Texas-Duell

Nowitzki gewinnt mit Dallas letztes Spiel der regulären Saison
Nowitzki gewinnt mit Dallas letztes Spiel der regulären Saison FOTO: ap
Düsseldorf. Dirk Nowitzki startet mit seinen Dallas Mavericks nach einer Achterbahn-Saison nur als Underdog in die Play-offs der NBA. In der ersten Runde müssen die Mavs im Texas-Derby gegen den Rivalen Houston ran. Unsere Vorschau auf die Play-off-Serien im Westen. Von Emmanuel Schneider

Der Westen der NBA ist gespickt mit ambitionierten Teams, die um die Meisterschaft mitspielen können. Absoluter Topfavorit auf den Titel sind die Golden State Warriors. Das Team aus Oakland spielte sämtliche Gegner in Ost und West an die Wand, sich selbst mit einer 67-15-Bilanz in die Geschichtsbücher und an die Tabellenspitze. Die Buchmacher in Las Vegas sehen Golden State und Cleveland als Topfavoriten (beide 2/1-Quote).

Ein weiterer heißer Titelkandidat ist der Altmeister und Titelverteidiger San Antonio Spurs, der wie gewohnt zu den Play-offs zu Topform gefunden hat. Auch die Los Angeles Clippers, Memphis Grizzlies und Houston Rockets dürfen sich zu dem erweiterten Favoritenkreis zählen. Gegen Letztere treffen Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks in der ersten Runde (in der Nacht auf Sonntag um 3.30 Uhr), eine Serie die viel Spannung und heiße Duelle verspricht. Die New Orleans Pelicans sind als achtplatziertes West-Team froh, überhaupt dabei zu sein und dürften für die Golden State Warriors nicht mehr als Kanonenfutter sein. Vorjahres West-Finalist Oklahoma City Thunder scheiterte knapp an der Play-off-Qualifikation. Die Serien im Überblick:

Warriors außer Rand und Band

Golden State Warrios (1.) – New Orleans Pelicans (8.)

Bilanz:
Golden State: 67-15
New Orleans: 45-37
Duelle in der regulären Saison:
3-1
Superstars:
Golden State: Stephen Curry, Klay Thompson
New Orleans: Anthony Davis
Beste Scorer:
Golden State: Stephen Curry (23,8)
New Orleans: Anthony Davis (24,2)
Punktschnitt Team:
Golden State: 110.0
New Orleans: 99.4
Gegenpunkte pro Spiel:
Golden State: 99,9
New Orleans: 98,6
Trainer:
Golden State: Steve Kerr (67-15)
New Orleans: Monty Williams (173-221)

Auf diese Duelle kommt es an:
Draymond Green vs. Anthony Davis

Green ist der beste Verteidiger der Warriors und wird sich um Anthony Davis kümmern. Wenn Davis nicht wie gewohnt punkten kann, bricht das Spiel der Pelicans zusammen. In den beiden Spielen, bei denen Davis auflief, gelang dies noch nicht. Der Power Forward erzielte starke 29,5 Punkte und 12,5 Rebounds.

Was man sonst noch wissen muss:

Die Warriors sind in diesem Jahr das Nonplusultra in der NBA und in allen Belangen überlegen. Ein kleiner Auszug: Beste Feldwurfquote (47,7 Prozent), beste Dreipunktwurfquote (39,7 Prozent), bestes Defensivrating (101,6), die meisten Assists (27,4), zweitbestes Offensivrating (111,4), die meisten erzielten Punkte (110), höchste durchschnittliche Puntkedifferenz (10,1) ... Zudem gilt Curry als heißester MVP-Anwärter, Kerr als Favorit für den Award des besten Trainers, Draymond Green könnte als bester Verteidiger der Liga ausgezeichnet werden. Keine Frage: Der Weg zur NBA-Meisterschaft führt über die Golden State Warriors

New Orleans hängt vor allem von Anthony Davis ab, der mit seinen 22 Jahren schon zu einem der besten NBA-Spieler gereift ist (24,4 Punkte, 10,2 Rebounds), er führte die Pelicans quasi im Alleingang in die Play-offs. Die Teilnahme sicherte sich das Team erst im letzten Saisonspiel gegen die Spurs.

Unsere Prognose:
4-1

James Harden setzt seinen Bart in Szene FOTO: afp, sh/pr

Die Angst vor dem "Bart" - wer stoppt James Harden?

Houston Rockets (2.) - Dallas Mavericks (7.)

Bilanz:
Houston: 56-26
Dallas: 50-32
Duelle in der regulären Saison:
3-1
Superstars:
Houston: James Harden, Dwight Howard
Dallas: Monta Ellis, Dirk Nowitzki
Beste Scorer:
Houston: James Harden (27,4)
Dallas: Monta Ellis (18,9)
Punktschnitt Team:
Houston: 103.9
Dallas: 102,3
Gegenpunkte pro Spiel:
Houston: 100,5
Dallas: 102,3
Trainer:
Houston: Kevin McHale (228-178)
Dallas: Rick Carlisle (619-431)

Auf diese Duelle kommt es an:
Rondo vs. Harden
Chandler vs. Howard

James Harden hat die Rockets mit sensationellen Statistiken auf den zweiten Platz im Westen geführt. Er zieht mit Abstand die meisten Fouls der Liga, trifft mit seinem patentierten "Step-back"-Move aus allen Lagen. Rondo gilt als ein guter Verteidiger und muss in der Offensive ein größerer Faktor werden. Seine Wurfquoten in dieser Saison sind katastrophal (42,6 Prozent aus dem Feld, 39,7 Prozent Freiwürfe und 31,4 Prozent von der Dreierlinie).

Unter dem Korb kollidieren die beiden Kolosse Tyson Chandler und Dwight Howard. Chandlers Defensive kann den Unterschied machen.

Was man sonst noch wissen muss:

Houston gegen Dallas – da ist ordentlich Zündstoff drin. Die Rivalität resultiert aus der für NBA-Verhältnisse kurzen Entfernung (ca. 360 Km) der Texas-Städte und gegenseitiger Abneigung der Teamverantwortlichen.

Im vergangenen Sommer lockte Mavs-Besitzer Mark Cuban Small Forward Chandler Parsons mithilfe von 46 Millionen nach Dallas und postete anschließend Bilder von sich und dem Neuzugang beim Feiern in einer Discothek.

Zuvor hatten die Rockets Dirk Nowitzki ein unmoralisches Geldangebot gemacht und ihm einen Maximalvertrag angeboten. Im Jahr 2013 hatte Houston das Rennen um Center Dwight Howard gemacht. Auch Jason Terry, Meister mit Dallas 2011, wird auf das Duell gegen die Mavericks brennen und es den ehemaligen Kollegen noch einmal beweisen wollen.

Dallas ist das älteste Team der Liga (29,9), reicht der Tank in den Play-offs? Die Rockets sind die Wurfmaschine der NBA: Sie haben in dieser Saison die meisten Dreier aller Teams getroffen. Dallas muss seine Verteidigung umstellen, denn bisher verteidigen sie von allen NBA-Teams die Dreipunktwürfe am schlechtesten. Die Rockets hatten große Verletzungsprobleme in dieser Saison, Howard fiel die Hälfte der Spielzeit aus, Patrick Beverly und Donatas Motiejunas können aufgrund von Verletzungen nicht an den Play-offs teilnehmen.

Unsere Prognose:
4-2

Schwergewichtsduell in Runde eins

Los Angeles Clippers (3.) - San Antonio Spurs (6.)

Bilanz:
Clippers: 56-26
San Antonio: 55-27
Duelle in der regulären Saison:
2-2
Superstars:
Clippers: Chris Paul, Blake Griffin
San Antonio: Kawhi Leonard, Tim Duncan, Tony Parker
Beste Scorer:
Clippers: Blake Griffin (21,9)
San Antonio: Kawhi Leonard (16,5)
Punktschnitt Team:
Clippers: 106.7
San Antonio: 103.2
Gegenpunkte pro Spiel:
Clippers: 101,1
San Antonio: 97
Trainer:
Clippers: Doc Rivers (700-524)
San Antonio: Gregg Popovich (1022-477)

Auf diese Duelle kommt es an:
Chris Paul vs. Kawhi Leonard

Paul und Leonard sind mit die zwei besten Verteidiger auf ihren Positionen. Zudem können beide auch offensiv ein Spiel übernehmen. Paul ist mit 10,2 Assists der Topvorlagengeber der NBA. Leonard führt die Liga in den Steals an (2,3).

Was man sonst noch wissen muss:

Die Clippers haben die potenteste Offensive der Liga und prallen damit gegen die Spurs auf die zweitbeste Defensive. Die Serie hat das Potenzial zur besten in der ersten Runde zu werden.

Die Spurs sind DIE Konstante in den vergangenen 15 Jahren. Der Meister von 1999, 2003, 2005, 2007 und 2014 ist auch in diesem Jahr rechtzeitig zu den Play-offs fit geworden. Kein Wunder, dass solche Bilder im Internet die Runde machen:

Eine Niederlage am letzten Spieltag kostete den Spurs jedoch das Heimrecht. Auswärts weisen die Spurs eine eher magere 22-19 Bilanz auf. Dennoch ist der Titelverteidiger so erfahren, dass er auch in Los Angeles Spiele gewinnen kann. Da die Spurs das zweitälteste Team der Liga stellen (29,8) hat Coach Popovich seine Spieler während der Saison öfter geschont. Leonard ist der einzige Spieler, der mehr als 30 Minuten pro Spiel auf dem Parkett stand. Zum Vergleich: Bei den Clippers sind es vier Spieler.

Unsere Prognose:
3-4

Dreier gegen den Defensiv-Beton

Portland TrailBlazers (4.) – Memphis Grizzlies (5.)

Bilanz:
Portland: 51- 31
Memphis: 55 -27
Duelle in der regulären Saison:
0-4
Superstars:
Portland: LaMarcus Aldridge, Damian Lillard
Memphis: Marc Gasol
Beste Scorer:
Portland: LaMarcus Aldridge (23,4)
Memphis: Marc Gasol (17,4)
Punktschnitt Team:
Portland: 102.8
Memphis: 98.3
Gegenpunkte pro Spiel:
Portland: 98,6
Memphis: 95,1
Trainer:
Portland: Terry Stotts (253 - 276)
Memphis: Dave Joerger (105 - 59)

Auf diese Duelle kommt es an:
Zach Randolph vs. LaMarcus Aldrigde

Ein Kampf um die Rebounds. Randolph dominiert die Abpraller (10,5). Aldridge holt sich pro Partie 10,2 Rebounds. Hat der 34-jährige Randolph den fünf Jahre jüngeren Aldridge im Griff?

Was man sonst noch wissen muss:

Portland hat eine schlechtere Bilanz als Memphis, da die Blazers aber ihre Division gewonnen haben, sind sie automatisch in den Top 4 gesetzt. Weil Memphis aber mehr Siege hat, geht das Heimrecht an die Grizzlies.

Memphis spielt Basketball der alten Schule. Zwei lange Spieler unter dem Korb, wenig Dreier, harte Defense. Damit stellen sie den basketballerischen Gegensatz zu Golden State oder den Atlanta Hawks dar. Memphis spielt eine knochenharte Verteidigung, den Statistiken zufolge die drittbeste der Liga nach Golden State und den Spurs. Memphis verbucht die wenigsten Dreiertreffer aller NBA-Teams. Portland hingegen forciert den Dreier, nimmt die dritthäufigste Anzahl an Dreiern. Zudem ist Portland das beste Freiwurfteam und das zweitbeste Team in Sachen Rebounds. Allerdings holte sich Memphis in den direkten Duellen mehr Rebounds als Portland.

Portland muss seit März auf Wesley Matthews und damit auf ihren besten Dreierschützen verzichten (Achillessehnenriss), auch LaMarcus Aldridge verletzte im Januar seinen linken Daumen, statt OP entschied sich Aldridge für die Rückkehr.

Übrigens spielt inzwischen auch Vince Carter in den Reihen der Grizzlies. Er bringt eine ordentliche Portion Erfahrung mit und das letzte Mal als er mit Dallas in den Play-offs stand, passierte das hier:

Unsere Prognose:
1-4

Datenquelle: basketball-reference.com

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