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Play-offs in der NBA
Harte Aufgaben für Schröder und Zipser, MVP-Duell elektrisiert

NBA Playoffs: Alle schauen auf Russell Westbrook gegen James Harden
James Harden (l.) im Duell mit Russell Westbrook. FOTO: ap, AA
Düsseldorf. Am Samstag starten die Play-offs in der US-Basketball-Liga NBA. Dabei sind auch die beiden deutschen Spieler Paul Zipser und Dennis Schröder. Ein Weiterkommen mit ihren Teams wäre eine Überraschung. Das Duell zweier MVP-Kandidaten lässt derweil die Herzen der Basketball-Fans höher schlagen. Von Emmanuel Schneider
  • Was machen die deutschen Spieler?

Paul Zipser führte mit einer starken Vorstellung seine Chicago Bulls am letzten Spieltag als achtplatziertes Team in die Play-offs – als Dank gab es einen eigenen Hashtag namens #Zipsanity. Nach einer längeren Eingewöhnungszeit zu Beginn entwickelte sich der Ex-Bayernflügel zum soliden Rollenspieler der Bulls. Auch in der Erstrunden-Serie gegen den Ostmeister Boston winkt Einsatzzeit für den Nationalspieler, auch wenn durch das Comeback von Altmeister Dwyane Wade die Zipser-Minuten weniger werden sollten. Interessant ist in dieser Serie auch die Rückkehr von Nowitzkis Ex-Mitspieler Rajon Rondo an alter Wirkungsstätte (Montag 0.30 Uhr). Mit den Celtics gewann er 2008 die Meisterschaft und hat womöglich noch die ein oder andere Rechnung mit seinem Ex-Klub offen.

Dennis Schröder hat in seiner ersten Saison als Starter eine Achterbahnfahrt hinter sich. Die persönlichen Statistiken liegen mit 17,9 Punkte und  6,3 Vorlagen im grünen Bereich. Der Teamerfolg schwankte aber gewaltig. Zwischendurch verloren die Hawks sieben Spiele in Serie. Atlanta spielt eine solide Defensive, das Hauptproblem liegt in der Offensive, die weit unter Liga-Durchschnitt rangiert. Diese wird aber in der ersten Runde gegen Washington dringend benötigt. In John Wall steht Schröder einer der besten Aufbauspieler der Liga gegenüber – ein echter Prüfstein für den 23-jährigen Deutschen. An Selbstbewusstsein mangelt es Schröder sicherlich nicht: "Wir können jeden schlagen, der uns in den Weg kommt", sagte er vor dem ersten Aufeinandertreffen am Sonntag (19 Uhr).

Während die beiden "jungen" Deutschen in den Play-offs ran müssen, kann sich Altmeister Dirk Nowitzki bereits in den Urlaub verabschieden. Mit den Dallas Mavericks hat Nowitzki eine Saison zum Vergessen hinter sich. Verletzungsprobleme und Leistungslöcher sorgten für eine 33-49-Bilanz und den schwachen elften Platz im Westen. Es ist erst das vierte Mal, dass Nowitzki in seiner 19-jährigen NBA-Karriere die Play-offs verpasst. In der kommenden Saison will der Meister von 2011 noch einmal angreifen. Zuletzt liebäugelte er sogar mit einem Verbleib in der NBA über das Jahr 2018 hinaus.

  • Welches Erstrunden-Duell sollte man nicht verpassen?

Am meisten Popcorn-Potenzial verspricht die Serie zwischen den Houston Rockets und den Oklahoma City Thunder. In diesem Duell treffen die beiden Überflieger Russell Westbrook und James Harden im direkten Duell aufeinander. Beide haben mit ihrer Mannschaften mehr Spiele gewonnen als erwartet, beide verfügen über ein spektakuläres Offensiv-Spiel. Westbrook erreichte als erster Spieler seit 1962 ein Triple Double im Schnitt über die ganze Saison, also zweistellige Statistiken in Schlüsselkategorien (31,6 Punkte, 10,7 Rebunds, 10,4 Assists). Auch Harden (29,1 Punkte, 8,1 Rebounds, 11,2 Assists) kratzte an dieser Marke, trifft aber etwas sicherer aus dem Feld und von der Dreierlinie. Für NBA-Fans ist Harden gegen Westbrook ein Duell wie Superman gegen Batman. Die Rockets um "The Beard" Harden gehen als Favorit in diese Play-off-Serie.

  • Wer wird MVP?

Darüber wird derzeit hitzig diskutiert. Die Argumente für Westbrook und seine monströse Saison sind ausreichend hinterlegt. Sein Gegenüber Harden kann indes auf eine bessere Teambilanz und ein vielfältigeres Spiel verweisen. Außenseiterchancen haben Kawhi Leonard (beste Kombination von Defense und Offense) und LeBron James (Der Allround-Spieler schlechthin).

  • Wer ist Topfavorit?

Als heißester Titelkandidat gehen die Golden State Warriors ins NBA-Rennen. Der aktuelle Vize hat sich vor der Saison mit Superstar Kevin Durant verstärkt und gilt mit Klay Thompson, Steph Curry, Draymond Green als "Super-Team", das gleichwohl die Fans in zwei Lager spaltet. Trotz längerer Durant-Verletzung legten die Warriors mit 67 Siegen die ligaweit beste Saisonbilanz hin und haben in jeder Serie den Heimvorteil sicher. Der Titel führt über Golden State. 

  • Und die anderen Teams?

Hoffnungen machen sich auch die San Antonio Spurs, Houston sowie die Ostteams aus Boston, Toronto und Cleveland. Titelverteidiger Cleveland sollte eigentlich naturgegebener Favorit sein, durch einen extrem schlampigen März und April verspielten James und Co. allerdings den ersten Platz im Osten und hatten zudem mit teaminternen Problemen zu kämpfen. Jedoch sollte die Konkurrenz vor einem Play-off Team mit James im Kader immer gewarnt sein. Entsprechend selbstbewusst gibt "King James" preis: "Ich war sechsmal nacheinander in den Finals. Ich bin der Letzte, der über reguläre Saisonspiele nachdenkt."

  • Wie funktionieren die Play-offs?

Die jeweils acht besten Teams in der Ost- und Westgruppe der Liga spielen im "best-of-seven"-Modus gegeneinander. Das bedeutet, wer zuerst vier Spiele in der Serie gewonnen hat, kommt eine Runde weiter. Zunächst spielt der Erstplatzierte gegen den Achten, der Zweite gegen den Siebten, der Dritte gegen den Sechsten und der Vierte gegen den Fünften. Am Ende spielt der Ost-Sieger in den NBA-Finals gegen den West-Sieger um den Titel.

  • Wo sind die Spiele zu sehen?

Alle Spiele gibt es im NBA League Pass per Stream und gegen Gebühr. In Deutschland zeigt Sport 1 US bis zu vier Spiele die Woche. Auch die Streamingplattform DAZN zeigt mehrere Spiele in der Woche sowie die Conference Finals und Finals. Auf SPOX sind ausgewählte Spiele zu sehen.

  • Die Duelle in der Übersicht:

Eastern Conference:

Boston Celtics (1) - Chicago Bulls (8)

Cleveland Cavaliers (2) - Indiana Pacers (7)

Toronto Raptors (3) - Milwaukee Bucks (6)

Washington Wizards (4) - Atlanta Hawks (5)

Western Conference:

Golden State Warriors (1) - Portland Trail Blazers (8)

San Antonio Spurs (2) - Memphis Grizzlies (7)

Houston Rockets (3) - Oklahoma City Thunder (6)

Los Angeles Clippers (4) - Utah Jazz (5)

 

(ems)
 
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