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Patriots verpassen den Super Bowl
Vollmer fehlen nach enttäuschender Vorstellung die Worte

Sebastian Vollmer – Super-Bowl-Champion mit New England Patriots
Sebastian Vollmer – Super-Bowl-Champion mit New England Patriots FOTO: dpa, cjg cs hak
Denver/Köln. Der 50. Super Bowl geht ohne Sebastian Vollmer über die Bühne. Im NFL-Halbfinale bei den Denver Broncos sah der 31-Jährige aus Kaarst mit seinen New England Patriots alles andere als gut aus.

Auch auf der Suche nach Erklärungen stieß Sebastian Vollmer schnell an seine Grenzen. "Ich weiß wirklich nicht, was ich sagen soll", sagte der entthronte NFL-Champion knapp, Vollmer fehlten nach dem dramatischen Aus mit den New England Patriots die Worte. Nur schwer konnte der enttäuschte und auch enttäuschende Footballer akzeptieren, dass der 50. Super Bowl am 7. Februar (8. Februar, 0.30 Uhr MEZ/Sat.1) ohne ihn stattfindet.

Die Hoffnung auf die Rückkehr ins Finale der US-Profiliga zerplatzte Sekunden vor Schluss. Eine sogenannte Two-Point-Conversion beim Stand von 18:20 misslang, damit die Chance auf den Ausgleich und eine Verlängerung - die Denver Broncos hatten gewonnen.

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Im spannenden, aber nicht sonderlich hochklassigen Halbfinale vor fast 80.000 Zuschauern war die Niederlage der Patriots unter dem Strich verdient. "Sie haben eine starke Defensive", sagte Vollmer: "Sie waren an Nummer eins gesetzt. Warum, das haben sie gezeigt." Andererseits hatte New England viel Grund zur Selbstkritik, auch der sonst so zuverlässige Vollmer erwischte einen schlechten Tag.

Immer wieder rutschte dem 31-Jährigen der Gegenspieler durch. DeMarcus Ware bekam der Tackle nicht in den Griff, mehrfach drang der bewegliche Linebacker bis zu Patriots-Quarterback Tom Brady vor. Genau das soll Vollmer eigentlich verhindern.

"Es gibt keine Entschuldigung dafür, dass ich meinen Job nicht gemacht habe", sagte Brady. Kein Wort verlor der Superstar über die schlechte Arbeit seiner Beschützer, die dazu führte, dass er kaum Zeit für Würfe hatte und ungewöhnlich oft zu Boden gerissen wurde. 23 Hits kassierte Brady, auch vier Sacks, die Höchststrafe: "Wenn du Quarterback bist, musst du das hinnehmen."

Sein gefürchteter Wurfarm funktionierte nicht wie gewohnt, 17 Sekunden vor Schluss gelang Brady sein einziger Touchdown-Pass auf Rob Gronkowski. Doch der Versuch, für weitere zwei Punkte noch einmal in die Endzone zu kommen, missglückte wenige Augenblicke später.

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Die schwierige Aktion wäre ohne den Ausrutscher von Stephen Gostkowski gar nicht nötig gewesen. Der Kicker, eigentlich eine Maschine, wenn es um den Extra-Punkt nach einem Touchdown geht, setzte den Ball Ende der ersten Hälfte tatsächlich daneben - erstmals nach 523 (!) erfolgreichen Schüssen. Hätte er getroffen, hätte er mit der letzten Aktion für den Ausgleich sorgen können.
Hätte, hätte, hätte.

Brady verspielte im hochgelegenen Denver (1600 m) seine siebte Teilnahme am Spektakel Super Bowl, auch die Chance auf den fünften Meisterring, und er verlor das 17. Legenden-Duell gegen Peyton Manning. Der Spielmacher der Broncos darf am 7. Februar beim Jubiläum in Santa Clara/Kalifornien nach der Vince Lombardi Trophy greifen, sein großer Rivale ist raus.

Manning (39) war besser als Brady (38), eine Glanzleistung zeigte aber auch er nicht. Der in die Jahre gekommene Quarterback, 2007 NFL-Champion mit den Indianapolis Colts, wird gegen die Carolina Panthers und Gegenüber Cam Newton mehr bringen müssen. Das beste Team der Hauptrunde überrannte die Arizona Cardinals im zweiten Halbfinale mit 49:15.

"Dieser Sieg schmeckt süß. Und dieser Sieg ist für mich ein Beweis dafür, was die gesamte Saison passiert ist", sagte Manning: "Es war nicht einfach, jeder hat an verschiedenen Zeitpunkten seinen Teil beigetragen."

Als Außenseiter gewann Manning, an der Rolle ändert sich nichts. Die Wettbüros haben Carolina als klaren Titelfavoriten auf dem Zettel.

(sid)
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