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Mannings Broncos gewinnen Super Bowl
Triumph des alten, klapprigen Mannes

Manning tröstet MVP Newton
Manning tröstet MVP Newton FOTO: dpa, ks
Santa Clara. Peyton Manning führt Denver zum Sieg im Super Bowl gegen Favorit Carolina. 2007 hatte er sich mit Indianapolis durchgesetzt. Von Stephan Seeger und Eckhard Czekalla

In der Familie Manning spielt American Football eine große Rolle. Vater Archie (66) war von 1971 bis 1984 als Profi in der National Football League (NFL) aktiv. Er gilt als einer der besten Quarterbacks (Spielgestalter) seiner Zeit, war aber nie für ein so starkes Team aktiv, das Chancen auf den Titel (Super Bowl) hatte. Sohn Eli (35), seit 2004 in der NFL, gewann als Quarterback mit den New York Giants (2008, 2012) den Titel.

Denver besiegte Carolina 24:10

Nun zog Peyton, knapp fünf Jahre älter als sein Bruder und erstmals 2007 erfolgreich, nach. Vor 71.088 Zuschauern im kalifornischen Santa Clara besiegten die Denver Broncos die favorisierten Carolina Panthers mit 24:10.

Cooper, der älteste Spross der Familie, musste nach der High School mit dem Football aufhören. Bei ihm wurde eine Spinalstenose (Verengung des Wirbelkanals) festgestellt, die eigentlich erst bei Älteren auftritt. Cooper war als Wide Receiver aktiv, als Spieler, der die Pässe des Quarterbacks verwerten soll.

Manning führte schon die Colts zum Sieg

39 Jahre - so alt war noch kein Quarterback eines Super-Bowl-Champions. Nach Indianapolis (2007) nun Denver - zwei verschiedene Klubs führte noch kein Spielgestalter zum Triumph. Zwei weitere Rekorde in Mannings Erfolgsstory. Doch der Anteil des Superstars war überschaubar. "Jeder hat seinen Teil beigesteuert", sagte er, "aber die Defense hat den Weg vorgegeben."

Cam Newton (26), Carolinas Spielmacher und der überragende Spieler dieser Saison, bekam kaum Luft zu atmen. Anführer des Abwehrbollwerks war Von Miller, der viermal den Ball eroberte, aber nicht nur deshalb zum wertvollsten Spieler gewählt wurde. Im Moment des Triumphs dachte der Kraftprotz aus Dallas an seine Mitstreiter. "Jeder einzelne von euch hat uns diesen Moment ermöglicht."

"Ich will mit meiner Familie und meinen Teamkollegen feiern"

Die Antwort, auf die alle warteten, blieb Peyton Manning noch schuldig. "Ich habe einmal einen guten Ratschlag von meinem alten Coach Tony Dungy bekommen. Er hat gesagt: ,Triff keine emotionalen Entscheidungen.' Das war eine emotionale Woche, eine emotionale Nacht. Ich habe jetzt erst einmal andere Prioritäten. Ich will zuerst meine Frau und meine beiden Kinder küssen. Ich will mit meiner Familie und meinen Teamkollegen feiern." Geht es nach seiner Mutter Olivia, dann war es das mit der Karriere. "Ich will, dass Peyton in Rente geht", sagte sie.

Finanziell ausgesorgt hat Peyton wie auch sein Bruder Elis schon längst. Der Sport hat sie zu Millionären gemacht. Kritiker sprechen von der schwächsten Saison, die der ältere Manning absolvierte. Eine Gehaltskürzung von vier Millionen Dollar (3,6 Millionen Euro) hatte er im März 2015 akzeptiert. Mit 15 Millionen Dollar (13,5 Millionen Euro) war das Jahreseinkommen aber noch immer beachtlich.

Als "alter, klappriger Mann" verspottet

Als "alter, klappriger Mann" war der Routinier verspottet und von vielen schon abgeschrieben worden. 17 Jahre als Profi in einem Kampfspiel, in dem stets Jagd auf den Quarterback gemacht wird, haben ihre Spuren hinterlassen. Wegen einer Halswirbelsäulen-Operation verpasste er die Saison 2011.

Eines seiner schlechtesten Spiele absolvierte Manning gegen Kansas am 15. November 2015. Er wurde beim Stand von 0:22 ausgewechselt. Vier Ballverluste gingen auf sein Konto und gerade mal 35 Yards Raumgewinn durch seine Pässe. Eine bescheidene Ausbeute, die dennoch reichte, um an jenem Tag in dieser NFL-Statistik den ersten Platz zu erobern. Manning habe eine Fußverletzung, hieß es.

Siege gegen Pittsburgh und New England

Ersatzmann Brock Osweiler übernahm. Kurz vor den Play-offs war der "alte, klapprige Mann" allerdings wieder da. Denver schaltete zunächst Pittsburgh aus (23:16), erreicht dann durch den 20:18-Erfolg gegen Titelverteidiger New England mit dem einst für die Düsseldorf Panther aktiven Sebastian Vollmer das Finale in Santa Clara.

Es war wohl der letzte große Auftritt eines großen Quarterbacks.

Quelle: RP
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