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Football-Traum in den USA lebt
Youtube-Video brachte Böhringer nach Amerika

Football: Youtube-Video brachte Moritz Böhringer nach Amerika
Moritz Böhringer könnte der nächste deutsche NFL-Profi werden. FOTO: Screenshot Twitter
West Palm Beach. Moritz Böhringer könnte als erster deutscher Angriffsspieler in der besten Football-Profiliga der Welt landen. Vor dem NFL-Draft wundert sich der Wide Receiver dennoch über den Medienhype.

Eine Sache klappt bei Moritz Böhringers USA-Abenteuer noch überhaupt nicht. Bo-eeringer, Buhrunger, oder doch Bringer? "Ich habe schon alle möglichen Varianten gehört, aber niemand war nah dran", sagte der deutsche Football-Profi über die amerikanischen Verständigungsprobleme - dabei ist der Nachname des 22-Jährigen wahrscheinlich bald Millionen NFL-Fans ein Begriff.

Nach seinem bärenstarken Auftritt vor ein paar Tagen beim Pro Day in Florida, einer Art Schaulaufen vor den Talentsuchern der besten Footballliga der Welt, darf sich Böhringer berechtigte Hoffnungen machen, der nächste deutsche NFL-Profi zu werden. Als Wide Receiver, der regelmäßig die Pässe des Quarterbacks fängt, wäre er allerdings der erste, der regelmäßig Punkte erzielt.

Deutsche im US-Sport FOTO: dpa, nic

"Die anderen Positionen, die die Deutschen haben, sind auch echt wichtig", sagte Böhringer, der in Deutschland zuletzt bei den Schwäbisch Hall Unicorns spielte: "Vielleicht kann ich auf meiner Position aber noch ein bisschen mehr Werbung für den Football machen."

Die bisherigen deutschen NFL-Vertreter wie Sebastian Vollmer, der mit den New England Patriots 2015 sogar den Super Bowl gewann, übernehmen in ihren Team vorwiegend defensive Aufgaben - und fliegen deshalb ein wenig unter dem Radar. Dass nun einer ins Rampenlicht der Offensivstars rücken könnte, hatten allerdings auch in den USA nur wenige auf dem Schirm.

"Das war schon extrem", sagte der gebürtige Aalener, der am Donnerstag im Rahmen einer Telefonkonferenz mit deutschen Journalisten sprach, über den plötzlich entstandenen Medienhype nach dem Pro Day, durch den er es sogar auf die NFL-Startseite im Internet schaffte: "Ich mag das auch nicht so richtig, aber man muss es ja machen."

Bei welchem Team der 1,95 Meter große und 102 Kilogramm schwere Footballer beim großen NFL-Draft (28. bis 30. April) dann unterschreiben könnte, ist für Böhringer zweitrangig. "Ich habe schon mit drei Teams gesprochen: Kansas City, Green Bay und Minnesota. Nächste Woche kommen nochmal fünf oder sechs", sagte der Passempfänger, der derzeit mit zwei anderen Europäern in West Palm Beach in einem Haus wohnt und jeden Tag für den Draft trainiert: "Wenn ich nicht gedraftet werde, versuche ich als Free Agent unterzukommen und irgendwo zu unterschreiben."

Einfacher macht das seine Familie in Deutschland. "Sie unterstützt mich, wo sie kann", sagte Böhringer, der erst mit 17 angefangen hat, Football zu spielen und über ein Youtube-Video in den USA entdeckt wurde: "Sie wollen, dass ich meinen Traum lebe." Sein Maschinenbau-Studium will der 22-Jährige dennoch abschließen, eventuell dann in den USA. Dann sollte auch das nächste Abenteuer klappen: "Ich habe keine Freundin, weder in Deutschland noch in den USA, das macht die Sache auch einfacher", sagte Böhringer.

(sid)
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