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Engagement bei den Arizona Cardinals
Erste NFL-Trainerin: "G.I. Jen" mischt im Macho-Geschäft mit

NFL: Arizona Cardinals verpflichten Jen Welter als ersten weiblichen Trainer
Jennifer Welter wird in die Geschichte eingehen. Als erste Frau überhaupt, die in der US-Football-Profiliga einen Trainerposten übernimmt. FOTO: dpa, zeus nic
Bei den Arizona Cardinals schreibt Jen Welter Geschichte: Als erste Frau übernimmt die 37-Jährige in der Macho-Liga NFL einen Trainerposten.

Nein, ein Traum ist für Jen Welter nicht in Erfüllung gegangen. "Ich habe nicht mit Football angefangen, um eines Tages hier zu sitzen", sagte die selbstbewusste 37-Jährige, als sie am Dienstag als Assistenztrainerin des NFL-Klubs Arizona Cardinals vorgestellt wurde: "Ich habe nicht einmal im Traum daran gedacht, dass das eines Tages überhaupt möglich sein könnte."

Welter wird in die Geschichte eingehen. Als erste Frau überhaupt, die in der US-Football-Profiliga einen Trainerposten übernimmt. Den Teilzeit-Job als Co-Trainerin für die Inside Linebacker übernimmt die promovierte Sportpsychologin zwar zunächst erstmal für die nächsten sechs Wochen Saison-Vorbereitung, im Macho-Geschäft NFL ist das aber nicht weniger als eine Revolution.

Das sportliche Geschehen in der NFL wurde jüngst regelmäßig überschattet von Meldungen über Prügel-Profis, die wegen häuslicher Gewalt mit dem Gesetz in Konflikt gerieten. Kann eine Frau sich in einem solchen Umfeld überhaupt durchsetzen? Cardinals-Coach Bruce Arians ist überzeugt: "So lange die Spieler das Gefühl haben, dass sie trainiert werden, um Fortschritte zu machen, wird sie das Geschlecht nicht kümmern. Jen hat tonnenweise Energie und Intelligenz, wir freuen uns sehr auf sie."

Auf dem Weg ins Rampenlicht hat Welter schon häufig Grenzen durchbrochen. Als kleines Mädchen "verliebte" sie sich in diese Sportart. Doch die Zeit war noch nicht reif für Football spielende Mädchen in Florida, und so blieben ihr zunächst Tennis, Fußball und Rugby. Erst nach dem College-Abschluss konnte sie ihrer Leidenschaft nachgehen.

14 Jahre lang war sie als "Profi" aktiv. Ihren ersten Scheck erhielt sie 2004 nach der Frauen-Meisterschaft mit den Dallas Diamonds - über zwölf Dollar. "Einen Dollar pro Spiel. Das hat uns damals zu Profis gemacht", sagte Welter. Diesen Scheck trägt sie noch heute in ihrer Handtasche bei sich. Zweimal gewann sie WM-Gold mit dem US-Frauen-Team und sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen, als sie in der Indoor Football Liga bei den Männern von Texas Revolution als erster weiblicher Running Back mitspielte.

Aus dieser Zeit stammt auch einer ihrer Spitznamen. Als ihre Kollegen sie nach ihrem Lieblingsfilm fragten, antwortete Welter: "G.I. Jane" - der Hollywood-Streifen über die erste Frau, die das brutale Ausbildungsprogramm der Navy Seals übersteht. Eine Steilvorlage: "Dann bist du unsere kleine G.I. Jen." Die nur 1,57 m große Welter übernahm dort ihren ersten Coaching-Job und sieht sich selbst als Wegbereiterin: "Dass ich jetzt hier bin, zeigt Mädchen, dass alles möglich ist. Das ist wunderschön. Sie dürfen nun solche Träume haben."

Die jüngsten Anzeichen wecken zumindest leise Hoffnungen. So verpflichtete die NFL für die kommende Saison Sarah Thomas als erste Vollzeit-Schiedsrichterin. Und in der Basketball-Profiliga NBA sorgte Becky Hammon für Furore, als sie die San Antonio Spurs in der NBA Summer League als Cheftrainerin zum Turniersieg führte. Hammon, sonst Co-Trainerin neben Gregg Popovich, war die erste Frau, die ein Team aus der besten Liga der Welt bei der traditionellen Talenteschau betreuen durfte.

(sid)
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