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Rams spielen wieder in Los Angeles
NFL kehrt ins "Epizentrum der Sportwelt" zurück

NFL feiert Umzug der Rams nach Los Angeles
Die Fans der Rams haben für einen Umzug des Klubs nach Los Angeles geworben. FOTO: ap
Los Angeles. Riesige Vorfreude in Los Angeles, Entsetzen in St. Louis: Die Gefühlswelten konnten nicht unterschiedlicher sein, als die Rückkehr der NFL in die südkalifornische Metropole beschlossene Sache war. Nach 21 Jahren kehren die Rams aus Missouri in ihre alte Heimat zurück, den bevorstehenden Umzug des US-Football-Teams begleiten heftige Nebengeräusche.

"Das war die schwierigste Entscheidung, vor der ich jemals stand. Wir sind begeistert, aber es ist bittersüß", sagte Stan Kroenke, milliardenschwerer Besitzer der Rams. Mit 30:2 Stimmen, 24 waren nötig, haben die Klubs aus der Profiliga den Antrag des Unternehmers abgesegnet. Kroenke darf den umgekehrten Weg wie 1995 gehen und seine Franchise an die fast 3000 Kilometer entfernte Westküste zurückbringen.

Die Rams, bis 1945 in Cleveland und danach schon einmal 50 Jahre lang in L.A. zu Hause, ziehen in einen Palast. Kroenke (68) plant ein neues 70.000 Zuschauer fassendes Stadion nahe des Flughafens im Vorort Inglewood, das bis 2019 für insgesamt 1,86 Milliarden Dollar gebaut werden soll. Bis dahin soll im Rose Bowl in Pasadena oder im Los Angeles Coliseum gespielt werden.

An ihrer alten und neuen Wirkungsstätte werden die Rams mit offenen Armen empfangen. "Mit der Rückkehr der NFL zementiert Los Angeles seine Stellung als Epizentrum der Sportwelt", sagte Bürgermeister Eric Garcetti großspurig: "Wir können es kaum noch erwarten, die Rams willkommen zu heißen - und vielleicht andere."

Garcetti hofft auf einen weiteren Zugang. Die San Diego Chargers haben die Option auf einen Umzug nach Norden erhalten, bis zum Treffen der Klubbesitzer im März soll darüber entschieden werden. Die Oakland Raiders, von 1982 bis 1994 in L.A. beheimatet, zogen ihren Antrag zurück. Sollten die Chargers aber verzichten, könnten sie einspringen.

In San Diego und Oakland zittern die Anhänger der Teams weiter, in St. Louis sind in Sachen NFL die Lichter ausgegangen. Entsprechend harsch war die Kritik. "Die NFL ignoriert die Fakten, die Loyalität der Fans in St. Louis, die das Team durch weit mehr Tiefen als Höhen unterstützt haben, einen starken Markt und einen realistischen Plan für ein neues Stadion", sagte Bürgermeister Francis Slay.

St. Louis trauert Umzug nach

"Behaltet die Rams hier", hatte das Publikum in St. Louis kurz vor Weihnachten während des letzten Heimspiels gegen die Tampa Bay Buccaneers gefordert. Oder auch: "Wir brauchen Kroenke nicht, wir brauchen nur unsere Rams." Das alles war erfolglos, bei wirtschaftlichen Entscheidungen in der Gelddruckmaschine NFL spielen Emotionen kaum eine Rolle. Der Super-Bowl-Gewinner von 2000 verlässt die Stadt.

Roger Goodell kann den Zorn verstehen. "Eine Umsiedlung ist ein schmerzhafter Prozess", sagte der umstrittene Boss der Liga. Goodell sprach wie Kroenke von einer schwierigen Entscheidung, aber eben auch von einer Gelegenheit. Als Umzugsgebühr zahlen die Rams 550 Millionen Dollar in die NFL-Gemeinschaftskasse.

Die Verantwortlichen sind von dem Schritt überzeugt. Im Großraum Los Angeles, zweitgrößte Stadt der USA, leben knapp 18 Millionen Menschen. Auch der Medienmarkt ist der zweitgrößte, die Dichte der Profiteams enorm. Es gibt Dodgers und Angels (Baseball), Lakers und Clippers (Basketball), Kings und Ducks (Eishockey) sowie Galaxy und bald den Los Angeles FC (Fußball). St. Louis muss sich mit den Cardinals (Baseball) und den Blues (Eishockey) begnügen.

(sid)
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