| 07.55 Uhr

Angebliche Polizeigewalt gegen NFL-Profi
Gewerkschaft weist Vorwurf von Bennett zurück

NFL: Gewerkschaft weist Vorwurf von Michael Bennett zurück
Michael Bennett in Aktion. FOTO: dpa, uw hak
Las Vegas. NFL-Profi Michael Bennett ist nach eigener Aussage Opfer von rassistisch motivierter Polizeigewalt geworden. Die Gewerkschaft weist die Anschuldigungen zurück.

Die Polizeigewerkschaft in Las Vegas hat den Vorwurf der rassistisch motivierten Polizeigewalt von NFL-Profi Michael Bennett zurückgewiesen. Steve Grammas, Präsident der Las Vegas Police Protective Association, erklärte in einem am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten offenen Brief an NFL-Commissioner Roger Goodell, dass die Polizisten Bennett "nicht deswegen festhielten, weil er als schwarzer Mann zur falschen Zeit am falschen Ort war". 

Außerdem verlangt die Gewerkschaft, dass die National Football League (NFL) Bennetts "offensichtlich falsche Anschuldigungen" der Rassenprofilierung untersucht und unter Anwendung der persönlichen Verhaltensregeln der Liga "die entsprechenden Maßnahmen" verhängt. Darüber hinaus prüft das Polizeirevier von Las Vegas, ob Bennett vor seiner Verhaftung in eine Auseinandersetzung verwickelt war.

Bereits am Mittwoch hatte Goodell jedoch betont, dass Bennett "das Beste der NFL repräsentiert - ein Anführer in seiner Mannschaft und in seiner Gemeinde".

Der Spieler der Seattle Seahawks hatte am Mittwoch in einem offenen Brief berichtet, dass er nach dem Boxkampf von Floyd Mayweather gegen Conor McGregor am 26. August in Las Vegas von einem bewaffneten Polizisten unter anderem mit dem Tod bedroht worden sei.

Erst nachdem seine Identität als Football-Profi geklärt war, sei er ohne Erklärung entlassen worden. Bennett wolle nun die Möglichkeit einer Bürgerrechtsklage prüfen.

Auf dem Weg zu seinem Hotel habe er nach schussähnlichen Geräuschen mit anderen Passanten zu laufen begonnen. Polizisten hätten ihn wegen seiner Hautfarbe isoliert und gewaltsam festgehalten. Ein Beamter habe gedroht, "meinen verdammten Kopf wegzuschießen", schrieb Bennett. "Alles, woran ich denken konnte, war: "Sterbe ich jetzt aus keinem anderen Grund als dem, dass ich schwarz bin und meine Hautfarbe irgendwie eine Bedrohung darstellt?"".

Eine wachsende Anzahl von NFL-Spielern protestiert gegen die ungerechte Behandlung von Minderheiten in der US-Gesellschaft - indem sie zum Beispiel während der US-Nationalhymne, die vor jedem Spiel gespielt wird, demonstrativ sitzen bleiben. Begonnen hat diesen Protest im vergangenen Jahr der ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers, Colin Kaepernick.

(seeg/dpa)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

NFL: Gewerkschaft weist Vorwurf von Michael Bennett zurück


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.