| 16.49 Uhr

Football
Nur zwei deutsche Football-Profis starten in der NFL

Nur zwei deutsche Football-Profis starten in der NFL
Kasim Edebali von den New Orleans Saints geht in seine dritte NFL-Saison. FOTO: dpa, esl ks hpl hak
New Orleans. Vor wenigen Wochen sah es noch so aus, als könnten sechs Deutsche in der NFL starten und damit für einen Rekord sorgen. Am Wochenende sind allerdings nur zwei im Einsatz.

Kasim Edebali kann sein breites Grinsen kaum verbergen. Für den 27-Jährigen geht es am Wochenende mit den New Orleans Saints in der NFL wieder los. Vor dem Start in seine dritte Saison steht der Footballer vor dem ganz großen Durchbruch.

"In meinen ersten beiden Jahren habe ich einfach nur versucht, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Doch jetzt habe ich an meiner Technik gefeilt, ich bin richtig ins Detail gegangen", sagt der Hamburger. Für den 27-Jährigen war der Sprung in den 53er-Kader seiner Saints kein Problem, Trainer und Mannschaftskollegen rechnen mit einer Leistungsexplosion.

Edebali ist als Defensive End heißer Kandidat auf einen Platz in der Startaufstellung. In der Vorbereitung zeigte der 1,91 Meter große und 112 kg schwere Verteidiger seine Klasse - Defensive Coordinator Dennis Allen war begeistert: "Er hat die Topstars auf seiner Position intensiv beobachtet und dadurch sein Repertoire an Bewegungsabläufen noch einmal stark verbessert."

Anders sieht die Situation beim zweiten Deutschen Mark Nzeocha aus. Der Ansbacher kam nach einer langen Verletzungspause erst gegen Ende der vergangenen Saison für die Dallas Cowboys zum Einsatz. Wegen der Folgen eines Kreuzbandrisses verpasste der Linebacker den Großteil seines Rookie-Jahres.

Im Trainingscamp nutzte der 26-Jährige seine Chance und darf sich nun weiter beweisen. Die erste Gelegenheit hat Nzeocha am Sonntag gegen die New York Giants (22.25 Uhr MESZ). Auf Einsätze anderer Deutscher werden die Fans zunächst verzichten müssen.

Böhringer bekommt eine weitere Chance

In Edebali und dem langzeitverletzten Sebastian Vollmer (New England Patriots) sind diesmal nur drei Deutsche dabei. Markus Kuhn und Björn Werner schafften es nicht in einen Kader, Moritz Böhringer erhielt zumindest einen Platz im Practice Squad der Minnesota Vikings. Für den Wide Receiver ohne College-Erfahrung, der an Nummer 180 gedraftet worden war, ein Glücksfall: Der 22-Jährige darf in der Trainingsgruppe ein Jahr lang an seinen Fähigkeiten feilen und bekommt dann eine weitere Chance, sich für die NFL zu empfehlen.

Routinier Vollmer, Super-Bowl-Gewinner von 2014, wurde von seinem Team auf die sogenannte PUP-Liste ("Physically Unable to Perform") gesetzt. Dadurch darf der gebürtige Kaarster die ersten sechs Wochen der Saison weder spielen noch mit der Mannschaft trainieren. Dann wird die Situation neu bewertet. Vollmer quält sich seit längerem mit hartnäckigen Hüft- und Schulterproblemen.

Für Highlights aus deutscher Sicht dürfte daher am ehesten Edebali in Frage kommen. "Als ich aus Deutschland kam, hat mir niemand eine Chance gegeben, niemand hat gesagt, Football könnte mal Teil meines Lebens sein. Ich habe wirklich außerordentliches Glück", sagt Edebali.

Der Mann mit der Nummer 91 begann in seinem Rookie-Jahr mit Einsätzen für die Special Teams, durfte sich später dann in der Verteidigung beweisen. Im Vorbereitungsspiel gegen die New England Patriots gelangen Edebali zwei Quarterback-Sacks - eine weitere Empfehlung für das Auftaktspiel gegen die Oakland Raiders (Sonntag, 19 Uhr).

(sid)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Nur zwei deutsche Football-Profis starten in der NFL


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.