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Wahrscheinlichkeit von 1:30.000.000
Verlieren unmöglich? Nicht für dieses NFL-Team

San Diego Chargers: Verlieren unmöglich? Nicht für dieses NFL-Team
Running Back Melvin Gordon zeigt gegen Indianapolis vollen Einsatz – der aber wieder einmal nicht belohnt wird. FOTO: rtr, tr
San Diego. Ein Spiel zu verlieren, in dem der Sieg schon als so gut wie sicher gilt, soll vorkommen. Dem NFL-Team San Diego Chargers ist das in dieser Saison aber schon vier Mal passiert. Ein Fall für Liebhaber der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Von Stefan Klüttermann

Geschichten über tragisches Scheitern sind eine Konstante im Sport. Und sie werden umso lieber erzählt, je tragischer, unglaublicher oder unwahrscheinlicher das Scheitern ausfällt. In punkto Unwahrscheinlichkeit im Scheitern hat das American-Football-Team der San Diego Chargers nun in der US-Profiliga NFL den Vogel abgeschossen.

Die Kalifornier verloren vier ihrer ersten fünf Saisonspiele, obwohl sie in jedem dieser vier Spiele in der Schlussphase aussichtsreich in Führung gelegen hatten. "Wenn man eine Computersimulation dieser vier Spiele ab der Stelle, an der die Chargers aussichtsreich in Front liegen, 30 Millionen Mal bis zum Ende durchspielt, verliert San Diego in diesen 30 Millionen Fällen nur ein einziges Mal alle vier", sagte Analyst Seth Bienstock dem "Wall Street Journal".

Zweimal Siegchance von 99,9 Prozent nicht genutzt

Zum Saisonauftakt lagen die Chargers gegen Kansas City 12:12 Minuten vor dem Ende 27:10 vorne, was zu diesem Zeitpunkt laut dem Statistikportal "Pro Football Reference" einer Siegwahrscheinlichkeit von 99,9 Prozent entsprach. Am Ende verlor San Diego in der Verlängerung noch 27:33. 99,9 Prozent betrug San Diegos Siegwahrscheinlichkeit auch gegen New Orleans, als das Team 7:04 Minuten vor Schluss 34:21 führte – und am Ende 34:35 verlor.

Auch in den Spielen gegen Indianapolis (84,7% Siegwahrscheinlichkeit beim Stand von 22:20, 2:05 Minuten vor Schluss) und Oakland (77,9% Siegwahrscheinlichkeit beim Stand von 17:9, 12:28 vor dem Ende) deutete alles auf einen Sieg der Chargers hin, aber auch diese Spiele gingen eben verloren: 22:26 gegen Indianapolis, 31:34 gegen Oakland.

Infolge der Negativserie gibt es nun erste Stimmen, die San Diegos Star, Quarterback Philip Rivers, bemitleiden, in einem derart schwachen Team spielen zu müssen. Rivers allerdings gibt sich gelassen. "Mich muss niemand bemitleiden. Ich habe die Gelegenheit, Quarterback in der NFL zu spielen, das ist mehr, als ich als Achtjähriger erträumen konnte", sagte er. Bei einem Jahresgehalt von rund 18 Millionen Euro dürfte sich das Mitleid eh im Rahmen halten.

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