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Super-Bowl-Champion aus Kaarst
Vollmer bereit: "Keiner ist bei 100 Prozent"

Sebastian Vollmer – Super-Bowl-Champion mit New England Patriots
Sebastian Vollmer – Super-Bowl-Champion mit New England Patriots FOTO: dpa, cjg cs hak
Foxborough. Sebastian Vollmer wird den Wettlauf mit der Zeit wohl gewinnen. Kurz vor dem ersten Play-off-Spiel seiner New England Patriots ist der Super-Bowl-Champion beim NFL-Team ins Training zurückgekehrt.

In einer schlabbrigen, grauen Jogginghose stand Sebastian Vollmer auf dem Trainingsplatz. Rechtzeitig zum Start in die Play-offs hat sich der erste deutsche Super-Bowl-Champion bei den New England Patriots zurückgemeldet, nach einer Zwangspause ist der Football-Profi wieder da. Passiert nichts Ungewöhnliches, spielt der 31-Jährige aus Kaarst am Samstag (22.35 Uhr/ProSieben MAXX) im NFL-Viertelfinale gegen die Kansas City Chiefs.

"Niemand ist bei 100 Prozent. Es sind die Play-offs", sagt der Offensive Tackle, den seit Wochen Knöchelprobleme plagen. Im Vollkontaktsport Football sind Schmerzen zu diesem Zeitpunkt der Saison normal, Vollmer lebt damit und bereitet sich eben so gut es geht auf die schwierige Aufgabe vor: "Es ist ein körperliches Spiel. Training ist wichtig, egal ob man verletzt ist oder nicht."

Kurz nach Weihnachten, am 27. Dezember, hatte es Vollmer erwischt. Schon zu Beginn des Spiels bei den New York Jets wurde der 2,03-m-Riese auf einem der in der NFL bei schwereren Blessuren eingesetzten Elektroautos vom Platz gebracht, ein Knöchelbruch wurde befürchtet - die erste Diagnose bewahrheitete sich glücklicherweise nicht.

Natürlich ist Vollmer noch nicht wieder der Alte. Unter "Limited Participation" wird der NFL-Profi gelistet, er absolviert seit Montag nur Teile des Trainings. Vollmer kann froh sein, dass er mit seinen Patriots eine so gute Saison gespielt hat. Wegen der starken Hauptrunde mit zwölf Siegen aus 16 Spielen hatte der Titelverteidiger zum Play-off-Auftakt frei. Während der Gegner aus Kansas am Wildcard-Wochenende ran musste, gehen die Patriots ausgeruht in die Meisterrunde.

New England, das sich als einer der zwei besten Divisions-Sieger aus der American Football Conference (AFC) Freizeit erspielt hatte, gehört auch in diesem Jahr zu den großen Titelkandidaten. Viele Experten rechnen damit, dass die Mannschaft um Star-Quarterback Tom Brady im 50. Super Bowl am 7. Februar in Santa Clara/Kalifornien erneut nach dem großen Preis greift. Gewinnt das Team aus Foxborough/Massachusetts erneut, wäre es die fünfte Meisterschaft nach 2002, 2004, 2005 und 2015. Brady war immer dabei.

Kansas City erledigte seine erste Aufgabe in der K.o.-Phase souverän. 30:0 gewannen die Chiefs bei den Houston Texans, im Gillette Stadium sind sie beim allerersten Play-off-Duell der beiden Teams dennoch Außenseiter. Mit zehn Siegen waren Brady und Co. in die laufende Spielzeit gestartet, zwei Niederlagen kassierten die Patriots erst zum Ende der Hauptrunde, als der Viertelfinalplatz bereits sicher war.

Brady ruht sich nicht auf der Bilanz aus, Kansas schätzt er stark ein. "Sie können dafür sorgen, dass du schlechten Football spielst. Sie sind sehr effektiv und schematisch. Das kann in der Offense für Probleme sorgen", sagte der 38-Jährige. Dazu sei sein Gegenüber Alex Smith ein "sehr guter Quarterback".

Viel wird darauf ankommen, wie gut Brady funktioniert. Und da kommt wieder Vollmer ins Spiel. Als "Bodyguard" hat er die Aufgabe, den Spielmacher vor Angriffen der gegnerischen Defense zu schützen. Darum ist es wichtig, so fit wie möglich zu sein. "Es ist immer gut, wenn du da draußen bist", sagt Vollmer. Heißt: Jede Einheit zählt. Bis Samstag will er Trainer Bill Belichik beweisen, wie wertvoll er ist.

(sid)
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