| 16.30 Uhr

"Deflate-Gate"
Star-Quarterback Brady wehrt sich gegen Sperre

Super Bowl: Tom Brady albert mit seinem Sohn herum
Super Bowl: Tom Brady albert mit seinem Sohn herum FOTO: dpa, cjg ks
Foxborough. Tom Brady darf weiterhin kein Football spielen, die NFL sperrte den Superstar nach dem Skandal um zu weiche Bälle für weitere vier Spiele. Brady fühlt sich ungerecht behandelt - und will die Sperre nicht einfach hinnehmen.

Im Skandal um zu weiche Bälle fühlt sich American-Football-Superstar Tom Brady von der National Football League NFL ungerecht behandelt. NFL-Commissioner Roger Goodell hatte am Dienstag (Ortszeit) bekanntgegeben, dass Brady für weitere vier Spiele gesperrt bleibt. Der Grund: Der Quarterback von NFL-Meister New England Patriots habe während der laufenden Untersuchung einem Assistenten die Anweisung gegeben, sein Mobiltelefon zu zerstören. "Er tat dies, obwohl er sich bewusst war, dass die Ermittler Zugang zu seinen Text-Nachrichten verlangt hatten", begründete Goodell.

Die Behauptung sei völlig falsch, schrieb Brady auf Facebook. Er habe sein Handy ausgetauscht, als ihm von seinen Anwälten bestätigt worden sei, dass es nicht Teil der Untersuchungen sein werde. "Der ganze Streit wurde angezettelt, um von der Tatsache abzulenken, dass es keine Beweise für ein Fehlverhalten gibt", sagte der 37-Jährige, der mit vier Meistertiteln neben Joe Montana und Terry Bradshaw der erfolgreichste Quarterback der Liga-Geschichte ist.

In der Affäre war ein mutmaßlicher Verstoß der Mannschaft des deutschen Right Tackle Sebastian Vollmer im Playoff-Halbfinale im Januar gegen die Indianapolis Colts geahndet worden. Bei der Partie hatten elf der zwölf Patriots-Bälle in der ersten Halbzeit weniger Luft als zugelassen, obwohl sie im Vorfeld von den Schiedsrichtern überprüft und für gut befunden worden waren. Weichere Bälle sind leichter zu werfen und zu fangen. Die Patriots waren zu einer Strafe in Höhe von einer Million Dollar verurteilt worden.

In der ursprünglichen Untersuchung von Ermittler Ted Wells hatte dieser erklärt, dass er keinen Zugang zum Handy von Brady gehabt habe. Nach dem Einspruch des Profis wurde dies in der Berufungsentscheidung nun öffentlich thematisiert, dies hatte die Spielergewerkschaft zu verhindern versucht.

Brady kündigte an, er wolle mit der NFL einen Vergleich schließen. Die Autorität von Liga-Chef Goodell erkenne er an, erklärte Brady. Aber: "Ich werde nicht kampflos zulassen, dass die unfaire Strafe beispielhaft wird für andere Spieler der NFL."

(dpa)
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