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Super Bowl
Sheriff Manning kann im "letzten Rodeo" seine Karriere krönen

Denver Broncos ziehen in den Super Bowl 50 ein
Denver Broncos ziehen in den Super Bowl 50 ein FOTO: dpa, bp msc
Santa Clara. Peyton Manning steht vor seinem wohl letzten großen Auftritt. Der Quarterback der Denver Broncos hat beim 50. Super Bowl die einmalige Chance, den perfekten Schlusspunkt unter seine Karriere zu setzen.

Peyton Manning ließ sich nicht locken. All die bohrenden Fragen zu seiner Zukunft blockte der Star der Denver Broncos ab. "Ich treffe vor dem Saisonende keine Entscheidung", sagte Manning. Es spricht aber einiges dafür, dass der 50. Super Bowl in der Nacht zum Montag (0.30 Uhr/Sat.1) sein letztes NFL-Spiel sein wird.

Manning, 39, ist der älteste Spieler in der Geschichte der Football-Profiliga, der ein Team im Finale als Quarterback auf das Feld führen wird. Holt der "Sheriff" im Duell mit den stärker eingeschätzten Carolina Panthers beim Spektakel in Santa Clara/Kalifornien seinen zweiten Titel, wäre es der perfekte Schlusspunkt seiner 18-jährigen Karriere.

Ein Privatgespräch hatte die Spekulationen um den Spielmacher in den US-Medien zuletzt weiter angeheizt. "Hör zu, das könnte mein letztes Rodeo sein. Es war mir ein Vergnügen", soll Manning nach dem Halbfinalsieg über die New England Patriots zu deren Trainer Bill Belichik gesagt haben. "Ich habe ihm nur Respekt gezollt", erklärte Manning zu der nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Unterredung und schob hinterher: "Vielleicht spiele ich noch zehn Jahre."

Zum vierten Mal steht der seit längerer Zeit verletzungsgeplagte Manning im Super Bowl. Die Diskussion um ihn und seinen möglichen Abschied von der Bühne soll den Erfolg auf keinen Fall gefährden. Nach seinem bislang einzigen Triumph mit den Indianapolis Colts 2007 war er 2010 mit seinem ersten NFL-Team im Finale gescheitert, 2014 hatte es mit den Broncos die nächste Enttäuschung gegeben.

Der Zahn der Zeit nagt an Manning, der Quarterback der alten Schule weiß das. Ganze neun (!) Touchdown-Pässe warf die Nummer eins des NFL-Drafts 1998 diese Saison in zehn Einsätzen, sein Gegenüber hat da ganz andere Zahlen zu bieten. Cam Newton gelangen 35 Touchdown-Pässe, zehnmal brachte der anders als die traditionellen Spielmacher lauffreudige 26-Jährige den Ball sogar selbst in die Endzone.

Newton ist der gefährlichere Quarterback, Denver lebt dagegen von seiner starken Defense. Den Patriots raubten die Broncos vor zwei Wochen den Nerv, Manning setzte sich trotz einer eher durchschnittlichen Leistung durch, sein über die Saison viel stärkerer Gegenüber Tom Brady zog den Kürzeren. So soll es auch am Sonntag laufen, wenn in den USA wieder mehr als 100 Millionen Fans vor dem Fernseher sitzen werden.

Manning, fünfmal wertvollster Spieler der Liga, hält eine Menge von Newton: "Er ist großartig. Er wird wahrscheinlich das Gesicht der NFL für die nächsten acht bis zehn Jahre sein." Der Gelobte war für die Worte dankbar: "Wenn der Sheriff etwas sagt, kannst du es wahrscheinlich direkt in goldenen Lettern für die Ewigkeit festhalten."

In der NFL hat Manning Spuren hinterlassen, egal, was am Sonntag passiert. Mit 71.940 Yards Raumgewinn durch sein Passspiel steht er an der Spitze der Rangliste. Neben dem viermaligen Champion Brady hat Manning die vergangenen 15 Jahre geprägt, dem Saubermann würden viele Amerikaner den erneuten Gewinn der Vince Lombardi Trophy gönnen. Und den anschließenden Ritt in den Sonnenuntergang.

(ems/sid)
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