| 14.11 Uhr
Einigung zwischen Klubs und Spielern
NHL-Lockout beendet – Saisonstart am 19. Januar
NHL 11/12: LA Kings bejubeln Stanley-Cup-Triumph
NHL 11/12: LA Kings bejubeln Stanley-Cup-Triumph FOTO: afp, BRUCE BENNETT
New York. Der Arbeitskampf in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL ist beendet, vermutlich ab dem 19. Januar soll gespielt werden. Auch deutsche Klubs verlieren Leistungsträger und Hauptattraktionen.

Es dämmerte schon über New York, als die Streithähne Gary Bettman und Donald Fehr aus dem Sofitel Hotel auf die Straße traten. Kurz vor fünf Uhr am Sonntagmorgen nach einem 16 Stunden dauernden Verhandlungsmarathon hatten sie eine Einigung "in principle" erzielt, wie sie dann kurz nach sechs mitteilten. Das hieß im Klartext: Am 113. Tag des "lockout" war der Arbeitskampf in der nordamerikischen Eishockey-Profiliga NHL zu Ende.

Bettman, Commissioner der NHL, und Fehr, Geschäftsführer der Spielergewerkschaft NHLPA, wollten zunächst keine weiteren Details des ausgehandelten neuen Tarifvertrages bekannt geben. Der Vertrag, der eine Laufzeit von angeblich zehn Jahren haben wird, muss von den Klub-Eigentümern und Spieler noch ratifiziert werden. Klar ist allerdings, das die NHL wohl am 19. Januar mit einer (auf vermutlich 48 Spiele) verkürzten "regular season" beginnt.

DEL-Klubs verlieren Stars

Die Nachricht von der Einigung hatte am Sonntag unmittelbare Auswirkungen auf mehrere Klubs der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Nur wenige Stunden vor dem Auswärtsspiel der Adler Mannheim bei den Nürnberg Ice Tigers packten Dennis Seidenberg und Jason Pominville ihre Sachen - und verabschiedeten sich in die ganz andere Richtung. Am Montag werden Blake Wheeler und Paul Stastny den EHC München in Richtung Nordamerika verlassen.

Hart trifft es auch die Krefeld Pinguine, die ab sofort ohne Christian Ehrhoff auskommen müssen. Er kehrt zurück zu den Buffalo Sabres, wo zuletzt auch Jochen Hecht unter Vertrag stand. Hecht hat einen Vertrag bei den Adlern Mannheim unterschrieben (bis 2014), er besitzt aber eine Ausstiegsklausel, sollte ein Angebot aus der NHL kommen. Bei den Eisbären Berlin werden die Gaststars Danny Briere und Claude Giroux nur noch eine schöne Erinnerung sein.

"Für das Eishockey ist es gut, dass die NHL wieder spielt, aber für uns ist es natürlich richtig schade", sagte Mannheims Manager Teal Fowler. Ähnlich äußerte sich Münchens Manager Christian Winkler über die Gastspieler Wheeler und Paul Stastny, darüber hinaus vergaß er auch nicht, die sportliche Komponente hervorzuheben: "Beide haben unser Team enorm nach vorne gebracht." Ohne die NHL-Spieler werden sich die Kräfte in der DEL womöglich etwas verschieben.

"Es gibt noch viel zu tun"

Auch Weltstars wie Alexander Owetschkin, der zuletzt für seinen Heimatklub Dynamo Moskau spielte, werden nun so schnell wie möglich nach Nordamerika fliegen. "Es gibt noch viel zu tun, aber wir haben uns auf die Grundzüge geeinigt", sagte NHL-Commissioner Bettman. Der hochrangige staatliche Schlichter Scot Beckenbaugh hatte ihn und Fehr dann doch noch zusammengeführt. Die zwei Kombattanten waren erkennbar gezeichnet, die Augenlider hingen auf halbmast.

Beide Seiten standen unter einem enormen Druck. Bettman hatte alle Spiele einschließlich 14. Januar schon abgesagt und betont, ein Saisonbeginn nach dem 19. Januar käme nicht in Frage, was wiederum eine Einigung am 11. oder spätestens 12. Januar erforderlich machte. Offensichtlich wollten beide Seiten nicht noch einmal eine gesamte Saison verlieren wie 2004/2005. Die NHL ist die einzige Profiliga in Nordamerika, die schon einmal eine komplette Spielzeit ausgelassen hat.

Im Streit um einen neuen Tarifvertrag war es um die Verteilung der jährlichen Einnahmen von 3,3 Milliarden Dollar gegangen. Künftig werden sie wohl in einem Verhältnis von 50:50 aufgeteilt - zuletzt waren 57 Prozent an die Spieler gegangen. Im Gegenzug ist die Liga den Spielern anscheinend mit Vertragslaufzeiten sowie einem "Renten"-Plan entgegengekommen. Ein Teil der Einigung ist angeblich auch, dass NHL-Spieler an den Olypischen Spielen 2014 teilnehmen.

Quelle: dpa/can/areh
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