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Triumph im Stanley Cup
Chicago im Blackhawks-Fieber: Bei Party brechen alle Dämme

Fotos: Fans in Chicago feiern Stanley Cup
Fotos: Fans in Chicago feiern Stanley Cup FOTO: afp, jd
Chicago/Frankfurt. Die Chicago Blackhawks haben zum dritten Mal binnen sechs Jahren den Stanley Cup gewonnen. Ein Ende der Dominanz scheint nicht in Sicht.

Erst führte Matchwinner Patrick Kane die Chicago Blackhawks zum dritten Stanley Cup binnen sechs Jahren, dann stellte der Starstürmer auch noch die Regeln für den Party-Marathon auf. "Wir werden diesen Triumph so sehr genießen", versprach der 26-Jährige: "Es ist einfach unglaublich, und ich bin mir sicher, dass nicht viel geschlafen wird."

Vor allem dank Kane hatten die Blackhawks zuvor im sechsten Finalspiel der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL die Tampa Bay Lightning mit 2:0 besiegt und damit den notwendigen vierten Erfolg in der best-of-seven-Serie eingefahren. Kane, Silbermedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele 2010 mit den USA, leistete die Vorarbeit zum Führungstreffer von Play-off-MVP Duncan Keith (38.) und erzielte in der 55. Minute höchstpersönlich das letzte Tor einer langen Saison.

Die Chicago Blackhawks holen den Stanley Cup FOTO: ap, JVR KS

Obama gratuliert seiner Heimatstadt

"Das wird ein sehr kurzer Sommer, aber das wollten wir ja. Dieser Abend war mein Abend", stellte Kane danach ganz unbescheiden fest. Und trotz der kräftezehrenden Spielzeit wollten er und seine Mitspieler das Eis gar nicht mehr verlassen. Die Glückwünsche aus dem Weißen Haus ließen nicht lange auf sich warten. "Herzlichen Glückwunsch an meine Heimatstadt für den dritten Titel in sechs Jahren - wir werden Sie und die Schale im Weißen Haus sehen!", ließ US-Präsident Barack Obama über Twitter mitteilen.

Der erste Titelgewinn seit 77 Jahren vor heimischer Kulisse und 22.424 Fans rief derweil nicht nur bei Headcoach Joel Quenneville "das beste Gefühl der Welt" hervor. Auch Kapitän Jonathan Toews schwärmte: "Das ist fantastisch, die ganze Stadt will daran teilhaben. Ich denke, dieser Titel überschreitet die Grenzen des Sports."

Fotos: Chaoten randalieren in Chicago nach Sieg im Stanley Cup FOTO: afp, jd

Tatsächlich brachen in "Windy City" nach dem neuerlichen Titel-Coup alle Dämme. Tausende Fans säumten mit ihren knallroten Trikots die Straßen, unzählige Anhänger aus den umliegenden und völlig überfüllten Bars gesellten sich später trotz Regengüssen hinzu und machten aus der Stadt eine einzige Partymeile. "Wir haben für die Stadt, für euch alle gewonnen", sagte Toews voller Pathos.

Und es ist - Stand jetzt - gar nicht mal so unwahrscheinlich, dass die Einwohner Chicagos in den kommenden Jahren weitere Meisterfeiern erleben werden. Kane und Toews (27) dürften ihre besten Zeiten noch vor sich haben, die herausragenden Verteidiger Keith (31) und Brent Seabrook (30) befinden sich im besten Eishockey-Alter. Wenn dann selbst Routiniers wie der Slowake Marian Hossa (36) beteuern, "dass ich mich noch jung fühle", sollte die Konkurrenz hinlänglich gewarnt sein.

"Wenn einmal ein Titel gewonnen ist, kann man es kaum erwarten, den nächsten zu holen", sagte Quenneville, der bei den letzten drei Titeln verantwortlich zeichnete. "Wir wachsen weiter und werden reifer, wollen weitere Triumphe", ergänzte Toews.

Bei aller Euphorie: Die Konkurrenten werden auch künftig alles Erdenkliche unternehmen, um diese Blackhawks zu stoppen. Das Team aus Tampa ging dabei sogar über die Schmerzgrenze - Starangreifer Tyler Johnson spielte etwa seit Tagen mit einem gebrochenen Handgelenk.

Und tatsächlich fehlte nicht viel für einen anderen Ausgang der spannenden Finalserie. In keiner Partie nämlich erspielte sich eine Mannschaft mehr als ein Tor Vorsprung - bis am Montag Kane seinen großen Auftritt hatte.

(sid)
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