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Eishockey
Kühnhackl hat sich den Titel "hart erarbeitet"

Kühnhackl jubelt mit Papa Erich über Stanley-Cup-Triumph
Kühnhackl jubelt mit Papa Erich über Stanley-Cup-Triumph FOTO: afp, jh
Düsseldorf. Der Sohn der Eishockey-Legende Erich Kühnhackl ist erst der dritte Deutsche nach Uwe Krupp und Dennis Seidenberg, der den Titel holt. Das ist eine faustdicke Überraschung - auch für den Stürmer selbst. Von Thomas Schulze

Kühnhackl – der Name steht für die Glanzzeit des deutschen Eishockey. Erich Kühnhackl (65) gewann mit der deutschen Nationalmannschaft 1976 Bronze bei den Olympischen Spielen und war zwei Jahre später bei der Weltmeisterschaft der erste deutsche Scorer-König. Er ist Mitglied der internationalen Hall of Fame.

Tom Kühnhackl eifert seinem väterlichen Vorbild seit Kindesbeinen nach. Jetzt hat er für einen Paukenschlag gesorgt, den ihm nur die wenigsten zugetraut hatten. Nur fünf Monate nach seinem Debüt in der nordamerikanischen NHL bei den Pittsburgh Penguins gewann er mit dem Klub den Stanley Cup. Bei den San Jose Sharks siegte Pittsburgh 3:1. Der vierte Sieg im sechsten Spiel der Finalserie bescherte dem Klub den vierten Titel nach 1991, 1992 und 2009.

"Ich kann noch gar nicht richtig realisieren, was gerade passiert ist", sagte Tom Kühnhackl gegenüber "Eishockey.com". "Das dauert noch ein paar Stunden oder auch Tage, bis mir das klar wird." Tom Kühnhackl ist erst der dritte Deutsche nach Uwe Krupp (1996, 2002) und Dennis Seidenberg (2011), der den Stanley Cup gewonnen hat, der als die höchste Trophäe im Eishockey gilt.

Dabei deutete auf diesen Triumph bis vor wenigen Wochen überhaupt nichts hin. Tom Kühnhackl kam nämlich in Nordamerika überhaupt nicht zurecht. Dabei war der in Landshut geborene Stürmer eines der größten Talente. Er führte den niederbayerischen Nachwuchs ins Finale der Deutschen Nachwuchs Liga und trug regelmäßig das Trikot der Nationalmannschaft - zweimal bei der World U17 Hockey Challenge, dreimal bei den Junioren-Weltmeisterschaften.

2010 wechselte der Linkshänder nach Nordamerika, doch sein Weg führte nicht schnurstracks in die NHL. Im Gegenteil, er rutschte in die Zweit- und Drittklassigkeit. "Er war häufig verletzt und hat sich durchgekämpft, ist seinen Weg gegangen und hat nie aufgehört", sagt sein Vater Erich. Christof Kreutzer, Trainer der Düsseldorfer EG, der Tom Kühnhackl aus dem Nachwuchsbereich kennt und seinen Weg natürlich verfolgt hat, formuliert es noch deutlicher: "Toms Leistung verdient höchsten Respekt, weil er den untersten Weg genommen und sich den Titel hart erarbeitet hat."

Erst am 9. Januar rückte Tom Kühnhackl zu den Pittsburgh Penguins auf, feierte sein langersehntes NHL-Debüt und erkämpfte sich einen Stammplatz im Team. Nachdem er im Februar sein erstes Tor in der NHL erzielt hatte, wurde sein Vertrag um zwei Jahre verlängert. "Unglaublich, was in diesem Jahr passiert ist", sagt Tom Kühnhackl rückblickend. "Die Umstellung zu Beginn war so hart, aber jetzt stehe ich hier. Ich kann es nicht fassen." In seiner Heimatstadt werden sie ihm einen triumphalen Empfang bereiten, wenn er samt Stanley Cup nach Landshut kommt.

Tom Kühnhackls Triumph soll dem deutschen Eishockey weiteren Schwung verleihen. Die Nationalmannschaft musste auf ihn und seine Qualitäten bei der Weltmeisterschaft im Mai in Russland, wo sie im Viertelfinale gegen den Gastgeber ausschied, verzichten. "Wegen der Play-offs hat es nicht geklappt", sagt der Torjäger, der mit Bundestrainer Marco Sturm mehrmals Kontakt hatte. Jetzt soll er im September bei der Olympia-Qualifikation in Lettland gegen den Gastgeber, Japan und Österreich sein Nationalmannschaftsdebüt feiern. "Ich hoffe, dort dabei zu sein. Es ist etwas Besonderes, für mein Land zu spielen."

Quelle: RP
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