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Kühnhackl zu Besuch in Deutschland
Stanley Cup kommt erstmal ins "Kinderzimmer"

Kühnhackl und Penguins ziehen mit dem Stanley Cup durch Pittsburgh
Kühnhackl und Penguins ziehen mit dem Stanley Cup durch Pittsburgh FOTO: ap
Füssen. Tom Kühnhackl ist der dritte deutsche NHL-Champion. Mitte August präsentiert der Eishockey-Stürmer den mächtigen Pokal erstmals in Deutschland.

124 Jahre alt, 90 Zentimeter hoch, mehr als 15 Kilogramm schwer. Der Stanley Cup ist eine der beeindruckendsten Sporttrophäen der Welt. Mitte Juni hatte Eishockey-Profi Tom Kühnhackl mit den Pittsburgh Penguins die Meisterschaft der nordamerikanischen Profiliga NHL gewonnen und den Pott vor über 400.000 Fans präsentiert. Nun wohnt der 24 Jahre alte Landshuter erstmal wieder im Kinderzimmer.

"Das ist schon Wahnsinn. Du gewinnst den größten Titel, den es in deinem Sport gibt. Es wird sicherlich noch dauern, bis ich das wirklich realisiert habe", sagte Kühnhackl auf einer Pressekonferenz des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Der Flügelspieler ist nach Uwe Krupp (1996) und Dennis Seidenberg (2011) erst der dritte Deutsche, der in Nordamerika den Titel gewonnen hat.

Im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern ist Kühnhackl noch kein alter Hase, er spielt erst seit Januar in der besten Eishockey-Liga der Welt - und startete gleich durch bis zur Meisterschaft. In 66 Spielen erzielte er sieben Tore, war aber vor allem als Defensivspezialist gefragt. "Der alte Coach hatte nicht so sehr auf junge Spieler gesetzt. Mit dem neuen Trainer kam mehr Schwung ins Team", erzählt Kühnhackl.

Kühnhackl ist der Erste, der den riesigen Pokal nach Deutschland bringen wird. In der NHL ist es Tradition, dass jeder Spieler den 1892 angefertigten Pott für einen Tag bekommt und so ziemlich alles damit machen darf. Krupp und Seidenberg blieben allerdings in den USA, Letzterer taufte sogar seine Töchter darin.

Kühnhackl hingegen verbringt die Sommerpause in der Heimat, "bei meinen Eltern im Kinderzimmer". Nach Landshut in Niederbayern soll Mitte August auch der Stanley Cup kommen. "Ich hole ihn am Münchner Flughafen ab und dann schaue ich mal, was die Stadt so plant", sagte Kühnhackl. Eigene Pläne hat der Sohn von Eishockey-Legende Erich Kühnhackl noch nicht geschmiedet.

Dabei gibt es viele kuriose Beispiele: Penguins-Legende Mario Lemieux nahm den Pokal mit ins Schwimmbecken, der Finne Teemu Selänne gar mit in die Sauna. Auch Kühnhackl könnte nach der rauschenden Parade in Pittsburgh durchaus auf eine verrückte Idee kommen. Dafür wirkt er allerdings viel zu ruhig. Wahrscheinlicher ist, dass er den Tag nach dem Empfang in Landshut mit Vater Erich, seiner Familie und Freunden genießt.

Es ist gerade die Ruhe, die Tom Kühnhackl zu Hause schätzt. "Nach der langen Saison musste ich erstmal abschalten. Außerdem vermisse ich drüben das bayerische Essen", sagte der Schweinebraten-Fan vor dem ersten Nationalmannschafts-Lehrgang für das Olympia-Qualifikationsturnier Anfang September in Riga/Lettland: "In den USA schmeckt alles ein wenig anders."

Vielleicht geben ihm seine DEB-Kollegen in Füssen nun ein paar Tipps für die große Pokal-Sause Mitte August. Ansonsten kann Tom Kühnhackl ja noch ein paar Nächte in seinem Kinderzimmer darüber nachdenken.

(sid)
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