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Play-offs in der NHL
Draisaitl-Gala – Edmonton wahrt Chancen aufs Halbfinale

Draisaitl hält Edmonton im Rennen ums Halbfinale
Draisaitl hält Edmonton im Rennen ums Halbfinale FOTO: dpa, JF hjb
Edmonton. Mit einer Fünf-Punkte-Gala hat Leon Draisaitl die Edmonton Oilers vor dem Play-off-Aus bewahrt. Bundestrainer Marco Sturm muss bei der WM in Köln weiter auf den deutschen Star warten.

Als Leon Draisaitl auf dem Eis seinem Spitznamen "German Gretzky" alle Ehre machte, sprang das kanadische Original in der VIP-Loge jubelnd auf. Mit drei Toren und zwei Vorlagen rettete der deutsche Jungstar die Edmonton Oilers praktisch im Alleingang vor dem Play-off-Aus, und nicht nur die Eishockey-Legende Wayne Gretzky fühlte sich an glorreiche Zeiten erinnert.

Nur Marco Sturm im 7000 Kilometer entfernten Köln wollte sich nicht so recht freuen, der Bundestrainer muss weiter auf zusätzliche NHL-Unterstützung bei der WM warten.

"Ich gehe einfach raus und versuche, mein Bestes zu geben", sagte Draisaitl nach dem spektakulären 7:1-Sieg im sechsten Viertelfinale gegen die Anaheim Ducks gewohnt bescheiden: "Ohne die Jungs würde ich wahrscheinlich null Punkte machen. Ich gewinne nicht allein, es ist das ganze Team."

Erinnerungen an den Größten der Geschichte

Mit zwei schnellen Toren in der dritten und achten Minute hatte der 21-Jährige die Oilers früh auf Siegkurs geschossen, nach dem dritten Treffer (36.) regnete es Mützen auf das Eis. Mit seinem ersten Play-off-Hattrick hatte der Kölner nicht nur das entscheidende siebte Spiel am Mittwoch in Anaheim erzwungen, sondern auch Erinnerungen an den Größten der Geschichte geweckt.

Draisaitl ist der jüngste Oilers-Profi, der drei Tore in einer Play-off-Partie erzielte - seit Gretzky. "The Great One" war 1981 noch drei Monate jünger gewesen. Nicht zum ersten Mal wird der junge Deutsche in einem Atemzug mit dem Besten seiner Zunft genannt. Schon als Juniorenspieler in Kanada war der Sohn des Ex-Nationalspielers Peter Draisaitl als "German Gretzky" gefeiert worden.

Jetzt zeigt er, warum: Mit 16 Punkten in den letzten acht Play-off-Spielen bewegt er sich auf dem Niveau des kanadischen Nationalhelden. Und mit "King Leon" schickt sich Edmonton an, an die glorreichen 80er Jahre anzuknüpfen. Mit Superstar Gretzky dominierten die Oilers damals die NHL, gewannen viermal den Stanley Cup, nach dessen tränenreichem Abschied triumphierten sie 1990 ein letztes Mal.

Seitdem warten die Fans in der Hauptstadt der kanadischen Provinz Alberta sehnlichst auf einen weiteren Titel.

Bundestrainer Sturm traut den Oilers alles zu

In diesem Jahr könnte es so weit sein, glaubt auch Bundestrainer Sturm. "Sie sind mein Geheimfavorit", sagte der deutsche NHL-Rekordspieler am Montag in Köln, "ich traue den Oilers alles zu. Sie haben Tempo und Härte, es passt einfach."

Und sie haben Draisaitl, den Sturm bei der WM auch gerne hätte. Bei einem Aus in der Nacht zu Montag hätte der Jungstar in den letzten drei Gruppenspielen in Köln auf dem Eis stehen können. Jetzt kommt Draisaitl erst zum Vorrundenabschluss am 16. Mai gegen Lettland - wenn überhaupt. Sollte er das NHL-Halbfinale erreichen, müsste Sturm definitiv ohne ihn auskommen. "Er ist ein außergewöhnlicher Spieler, er hat wirklich alles", lobte der Bundestrainer den 21-Jährigen, "wenn er kommt, ändert sich ganz viel." In Edmonton hoffen sie dagegen, dass Draisaitl mit den Oilers weiter auf den Spuren Gretzkys wandelt. Sturm müsste sich dann mit Anaheims Verteidiger Korbinian Holzer begnügen.

(sid)
 
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