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Nur noch ein Sieg fehlt
Kühnhackl kann es nicht fassen: "Ein Traum wahr geworden"

Kühnhackl und Pittsburgh erarbeiten sich Matchball im Finale
Kühnhackl und Pittsburgh erarbeiten sich Matchball im Finale FOTO: afp, rr
Tom Kühnhackl fehlt mit den Pittsburgh Penguins nach dem 3:1 in San Jose nur noch ein Sieg zum Stanley-Cup-Triumph.

Der Puck knallte an den Pfosten, und Tom Kühnhackl drehte enttäuscht ab. Eineinhalb Stunden später war der Ärger über das um Haaresbreite verpasste erste Tor im NHL-Finale verflogen: Dem Landshuter fehlt nach dem 3:1 mit den Pittsburgh Penguins bei den San Jose Sharks nur noch ein Sieg, um als dritter deutscher Eishockey-Profi den Stanley Cup zu gewinnen.

"Für mich ist ein Traum wahr geworden", sagte der 24-Jährige: "Wenn ich zurückblicke - vor fünf Monaten war ich in der AHL und hätte nie gedacht, dass ich im Stanley-Cup-Finale spielen darf. Ich bin einfach nur froh, dass ich hier bin. Ich genieße es von Spiel zu Spiel."

Schon am Donnerstag (Freitag 2.00 Uhr MESZ) könnte der 24-Jährige mit seinem Team im Heimspiel in Pittsburgh mit dem vierten Sieg den Titelgewinn perfekt machen. Dann würde der wohl bekannteste Name im deutschen Eishockey in den überdimensionalen Sockel des 124 Jahre alten Silberpokal graviert. Dort, wo schon Uwe Krupp (1996) und Dennis Seidenberg (2011) verewigt sind. Vater Erich Kühnhackl, Rekordtorschütze der Nationalmannschaft und Jahrhundertspieler, ist schon jetzt "unglaublich stolz" auf seinen Filius.

San Jose Sharks verkürzen gegen Pittsburgh Penguins FOTO: afp, rr

Im SAP Center in San Jose sah der einstige "Kleiderschrank auf Kufen", wie sein Sohn beinahe zum Matchwinner wurde. Die Penguins führten durch Tore des Verteidigers Ian Cole (8.) und ihres russischen Stürmerstars Jewgeni Malkin (23.) mit 2:0, als Tom Kühnhackl Sharks-Torhüter Martin Jones mit einem verdeckten Handgelenkschuss überwand. Doch die Scheibe sprang nicht ins Netz, sondern vom Pfosten zurück ins Spielfeld (24.).

Fotos: Das ist Tom Kühnhackl FOTO: ap, GP

Statt das vierte Finale frühzeitig zu entscheiden, mussten die Penguins noch einmal zittern. Der Schwede Melker Karlsson verkürzte elf Minuten vor Schluss auf 1:2, doch der überragende Goalie Matt Murray hielt den Sieg bis zum 3:1 durch Eric Fehr (58.) fest. Der 22-Jährige, der noch Ende Februar im Farmteam Wilkes-Barre/Scranton in der AHL gespielt hatte, war mit 23 abgewehrten Schüssen, elf davon im Schlussdrittel, der eine Matchwinner der Penguins.

Der zweite war Malkin. Der Russe, der in den ersten drei Finalspielen keinen einzigen Scorerpunkt verbucht hatte, bereitete das erste Tor mit einem klugen Pass in der neutralen Zone vor und traf selbst im Powerplay. Kühnhackl, wie Trainer Mike Sullivan, Torhüter Murray und die Stürmer Bryan Rust und Conor Sheary während der Saison aus der AHL hochgeholt, hätte der dritte sein können.

So blieb dem Niederbayern nur eine Nebenrolle. Lediglich 7:49 Minuten stand er auf dem Eis, zwei Tage zuvor beim 2:3 nach Verlängerung war er noch fast doppelt so lange zum Zug gekommen. Die wichtigste Aufgabe erfüllte Kühnhackl jedoch: Seine vierte Sturmreihe blieb ohne Gegentor.

(sid)
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