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NHL-Play-offs
Vier Deutsche hoffen – Ehrhoff mit Penguins nur Außenseiter

Fotos: Christian Ehrhoff – Moerser, Ex-NHL-Profi, WM-Vierter
Fotos: Christian Ehrhoff – Moerser, Ex-NHL-Profi, WM-Vierter FOTO: afp, Jen Fuller
Boston. 16 Teams, ein Ziel: der Gewinn des Stanley Cups. Die Eishockey-Liga NHL startet in die Playoffs. Einen klaren Favoriten gibt es nicht. Einen neuen Meister wird es aber geben, denn Champion Los Angeles schaut nur zu.

Für Superstar Sidney Crosby ist es eine "Schinderei", eine "emotionale und mentale Achterbahn-Fahrt". Gleichzeitig nennt der Kapitän der Pittsburgh Penguins die am Mittwoch beginnenden Play-offs in Nordamerikas Eishockey-Profiliga NHL aber auch die "beste Zeit des Jahres, um Eishockey zu spielen". Zwei Monate lang wird's heiß auf dem Eis - von Washington bis Vancouver. 16 Teams, vier Runden - und nur einer wird Mitte Juni jubeln.

Für Crosbys derzeit noch verletzten Klubkollegen Christian Ehrhoff gibt es keinen klaren Favoriten. "Jeder kann jeden schlagen. Alle sind eng beisammen. Genauso hat es die Liga gewollt", sagte der Verteidiger der Deutschen Presse-Agentur. Ehrhoff verweist darauf, dass Meister Los Angeles Kings sowie das beste Vorrunden-Team des Vorjahres, die Boston Bruins mit Landsmann Dennis Seidenberg, die K.o.-Runde verpasst haben. "Wer hätte das im Herbst vorausgesagt."

Auch Marcel Goc von den St. Louis Blues zuckt bei der Frage nach dem Favoriten mit den Schultern. "Ich weiß nicht, ob's den in den Play-offs überhaupt gibt", sagt der Stürmer. Beim Wettanbieter "vegasinsider.com" werden seine Blues mit einer Quote von 8:1 geführt - ebenso wie die Chicago Blackhawks, die Anaheim Ducks von Korbinian Holzer und Minnesota Wild. Vor dem Quartett rangiert nur Vizemeister und Presidents-Trophy-Gewinner New York Rangers.

Und gegen die müssen die Penguins von Ehrhoff und Ersatzkeeper Thomas Greiss in der ersten Runde ran. Die Zeitung "New York Daily News" wies trotz der meisten Siege (53) und Punkte (113) der Vereinsgeschichte schon mal darauf hin, dass "die richtige Arbeit für die Rangers" jetzt erst beginne. Ehrhoff sieht seine Pinguine zwar als Außenseiter, betont aber auch: "New York hat sich das Heimrecht erarbeitet, mehr aber auch nicht. Die Karten werden neu gemischt."

Dass der Titel Presidents-Trophy-Gewinner keine Garantie für den Stanley Cup-Sieg ist, weiß er aus eigener Erfahrung. In der Saison 2008/09 hatte Ehrhoff mit den San Jose Sharks die Vorrunde als bestes Team abgeschlossen und war trotzdem gleich zu Beginn der Play-offs an Anaheim gescheitert. 2010/11 holte er mit den Vancouver Canucks die Presidents-Trophy - verlor aber die Stanley Cup-Finalserie gegen Seidenbergs Bruins.

Goc empfängt mit St. Louis ab Donnerstag Minnesota. Die Blues, Zweiter im stärker eingeschätzten Westen, gewannen zwar im letzten Vorrundenspiel gegen die Wild daheim mit 4:2, doch für Goc war die Partie ein Muster ohne Wert. "Beide Seiten haben wichtige Spieler geschont, das war a bissl a Abtasten", sagte der 32-Jährige aus dem Schwarzwald-Ort Calw. Zwischen den Teams gebe es keine Geheimnisse. In der Mannschaft von Trainer Ken Hitchcook wird der Deutsche für seine Qualitäten im Unterzahlspiel sowie beim Bully geschätzt.

Deshalb hatte St. Louis auch Ende Januar in Pittsburgh Interesse an Goc bekundet. Zunächst sei er geschockt gewesen, als er vom Wechsel erfuhr, so Goc. Schließlich war er erst vor einem Jahr von den Florida Panthers zu den Penguins gekommen und hatte sich mit Ehefrau Susanne und den beiden Kindern gerade eingelebt. Im Nachhinein, sagt er, sei der Wechsel jedoch "ganz gut" gewesen. Zumal die Familie mittlerweile auch in St. Louis lebt - und er mit den Blues wohl größere Titelchancen hat als mit den Penguins.

(dpa)
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